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Kundenrezension

am 23. November 2010
Nachtrag vom 04.02.2011: Mittlerweile werden immer mehr internationale Wertungen zu Two Worlds 2 veröffentlicht. Das "Official XBOX-Magazin" vergibt z.B. 5.5 von 10 Punkten. IGN 6 von 10. Das geht schon eher in eine realistische Richtung und endlich werden auch tatsächliche Kritikpunkte angesprochen und veröffentlicht. Schön zu erfahren, dass jenseits der deutschen Grenzen manchmal die Welt doch noch in Ordnung ist. Und doof zu erfahren, wie unterdurchschnittliche Massenphänomene kritiklos bei uns ihren Platz haben, wenn sie nur ordentlich gepusht werden.

Ein-Sterne-Bewertungen kommen bei mir auch nicht alle Tage vor, sondern nur dann, wenn ein Produkt die Grenze zur Kundenveräppelung überschreitet.

Man könnte Two Worlds 2 mit einem geplanten Kneipenabend vergleichen: Bekomme ich beim Betreten der ersten Kneipe von einem Besoffenen einen Schlag in die Magengrube und liege danach winselnd am Boden, so wars das. Ganz egal, was noch alles Tolles gekommen wäre.

Die Anzahl von Schlägen, die Two Worlds 2 ( Zwei Welten zwei - wie genial ) mir in den ersten 45 Minuten bereits verpasst hat, hatte ich in dieser Vielzahl nicht erwartet.

Als da wären:

1. Gleich zu Beginn ruckelt das Intro schon mal leicht vor sich hin. Ist ja noch nicht sooooo schlimm ...

2. In einer der ersten Introsequenzen versinken die Hände der eigenen Schwester im Spiel mal so richtig schön schlampig im Stuhl, auf dem sie gefesselt ist. Eine tolle Clipping-Demonstration in den ersten paar Minuten. Auch später wird ordentlich "geclippt": Schulterpolster graben sich in die Unterarme, Beine versinken im Boden, Haare verschmelzen mit der Rüstung und mehr. Nicht schön, aber meine Güte ...

3. Die kleinen Händchen der Schwester sind mit großen Metallschlaufen am Stuhl fixiert, durch die selbst jemand mit Klodeckelhänden seine Hand wieder probemlos hinausführen könnte. Fällt sowas nur mir auf ? Das ist peinlich und schlecht gemacht. Auch das überlebt man ...

4. Lippensynchronität ist bei diesem Spiel meist ein Fremdwort. Die Charaktere machen den Mund unabhängig des Gesprochenen auf und zu. Und die meisten Charaktere sind noch nicht mal außerordentlich gut synchronisiert.

5. Der erste Kampf im Kerker läuft so ab: Ich als Fliehender stehe mit einem Holzprügel in einem Raum. Da betritt ein grimmig dreinblickender Wachsoldat den Raum mit sinngemäßg folgenden Worten: Hab ich dich. Jetzt bist du dran. Er zieht sein Schwert und ihr ( mangels Erfahrung könnt ihr noch nicht mal das Schwert eines Wachsoldaten verwenden ) prügelt wild knöpfchendrückend auf den Typen ein. Dieser schlägt kein einziges Mal zurück, ruft die ganze Zeit nur sinngemäß "Hilfe, lasst mich" und fällt irgendwann einfach tot um. Gehörte mit zum schlechtesten, was ich jemals in einem Videospiel gesehen habe.

6. Zu Beginn folgt alle paar Minuten eine kurze Zwischensequenz. Diese wird aber selten flüssig eingeleitet, sondern das Bild bleibt kurz stehen. Dann springt die Kamera um und die Figuren ploppen ins Bild. Die Musik wird auch nicht ausgeblendet, sondern einfach abgeschnitten. Das wirkt extrem unprofessionell und billig.

7. Bei meiner Flucht aus dem Kerker verfolgen mich an einer Stelle ca. 5 Soldaten, die ich aber nicht bekämpfe. In einer Zwischensequenz fällt ein Fallgitter vor mir herunter und als die Sequenz zu Ende ist, haben sich die Soldaten hinter mir in Luft aufgelöst. Tolle Wurst nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht. Hätte man anders lösen können, Two Worlds 2 geht aber auch hier den bequemen und schlampigen Weg und lässt die Soldaten einfach verschwinden, als gäbe es kein "vorher".

8. Ich laufe zusammen mit meiner Fluchthelferin in die Bibliothek. Sie bleibt neben einer Art Kronleuchter stehen, ich laufe an sie dran, das Spiel schaltet in eine Zwischensequenz um und - schwupps - mein Charakter steht oben auf dem Kronleuchter. An dieser Stelle konnte ich bloß noch den Kopf schütteln.

9. Bei einigen Grafik-Effekten fehlen die Soundeffekte. Eine Art Zauberin erscheint z.B. in einem blauen Blitz vor einem und man hört absolut kein Geräusch. Solche Stellen kommen in den ersten 45 Minuten öfter vor.

10. Die Animationen der Charaktere sind mitunter eine Katastrophe und hoffnungslos veraltet. Dazu steuert sich der Held schwammig und geht irgendwie keine rechte Verbindung mit dem Untergrund ein. Besonders gut auch daran zu erkennen, wenn Treppenstufen "hoch- oder herabgestiegen" werden.

11. Läuft man, so kommt es vor, dass das Spiel ganz heftig in eine Art Zeitlupe springt. Es ist wie eine Art "flüssiges Ruckeln". Die Bildwiederholungsrate ist dann total im Keller, scheint aber für ein paar Sekunden konstant niedrig zu sein.

12. Extremes Tearing in vielen Zwischensequenzen ( erkennbar an aufblitzenden Streifen im Bild ).

13. Teilweise sich verspätet öffnendes Inventar, das auch beim Blättern verzögert.

14. Als ich eine Gruft betreten habe, um ein paar Skelette zu töten, soll ich anschließend die Gruft wieder verlassen. Seltsamerweise kann ich sie durch den Eingang nicht mehr verlassen, da dieser einfach weg ist. Ich soll also zu einem Teleporter laufen und mich nach draußen beamen. Vor dem Teleporter steht eine Art Monster. Ich gehe um die Kreatur herum, stelle mich in den aktivierten, leuchtenden Teleporter aber nichts passiert. Erst später stelle ich fest, dass ich einen Wasserzauber in der Gruft finden und damit das Monster vor dem Teleporter vernichten muss. Dann funktioniert auch das Beamen. Ich gehe schwer davon aus, dass die Kreatur den Teleporter blockieren sollte, so dass man nicht an ihr vorbeikommt.

15. In einer absolut abgeschmackten Kampfzwischensequenz ( man kennt doch diesen 0815 Kram: Zwei kämpfen, während alles um die beiden herum erstarrt zu sein scheint ), dreht sich der vermeintlich Stärkere vor dem tödlichen Stich mal eben zu seinen Leuten um und sagt diesen, dass sie, nachdem er seinen Gegner umgebracht hat, doch auch die anderen ( die, die halt während der Kampfszene nix machen ) umbringen sollen. Mitten im Kampf umdrehen und mit seinen Leuten sprechen ist aber ungesund und so - Überraschung - murkst der Ignorierte seinen ehemaligen Henker ab. Das ist genau so platt, wies klingt und einfach unheimlich schwach gescripted. Ganz, ganz billig.

16. Weiter gehts im Zwischensequenzen-Wahn: Bogenschützen, die in der Sequenz noch aus vollen Rohren gefeuert haben, spielen nach der Sequenz auf einmal keine Rolle mehr. Oder der ist auch gut: Dem Oberbösewicht wird mitgeteilt, dass ihr ( anscheinend seid ihr wichtig ) soeben geflohen seid und irgendwo in der Burg umherstreunt. Anstatt sich daran zu machen, euch wieder einzufangen, gibt dieser in etwa mit den Worten "Ich muss jetzt dann aber mal los" die Sache in die Hand eines, seiner Diener ab und verdünnisiert sich. Erst dadurch ist im Prinzip unsere Flucht erfolgreich ( da der Diener unfähig ist ... das ist übrigens der Typ, der sich vor dem Todesstoß noch mal umdreht und dann selbst den Löffel abgibt ) und das Spiel kann beginnen. Wie doof doch Oberbösewichte sein müssen, was ? Auch nicht schlecht: Die umsichtige Assassine, die euch befreit hat, latscht in eine offen auf dem Weg liegende Fußfalle. Natürlich seid ihr selbst zu zweit nicht in der Lage, diese kleine Klappfalle zu öffnen ( jedenfalls probiert ihr es nicht ) und du musst erstmal alleine weiter. Die im feindlichen Gebiet zurückgelassene Assassine bedient sich in dieser brenzligen Situation der Two Worlds 2 Logik: Sie gibt euch ihre einzige Waffe. Aber keine Panik: Ihr geschieht nichts und wenig später trefft ihr wieder aufeinander. Storytelling, das dem Gehirn eines minderbegabten Fünftklässlers entsprungen sein könnte.

17. Eine grafische "Seltsamkeit" haben die Entwickler übrigens aus dem ersten Teil hinüber gerettet: Viele Blätter an den Bäumen bzw. ein Großteil der Vegetation scheinen aus einer Art 2D-Sprites zu bestehen. Man sieht also z.B. eine Blume auf dem Boden nur von der Vorderseite. Dreht man die Kamera, so dreht sich auch die Blume mit. Beim Laub der Bäume ebenso. Sieht strange aus.

18. Wenn sich der Hauptcharakter in einer Sequenz mit jemandem unterhält, kann man diesen noch in einem begrenzten Radius bewegen. Wer Lust dazu hat, kann in dieser Situation einfach mal den Stick im Kreis drehen. Eine Ballerina ist nichts dagegen.

19. Um Gespräche wohl lebendiger zu gestalten, haben die Entwickler den Dialogpartner "Gesprächsgesten" anprogrammiert. So hebt der Hauptcharakter im Sekundentakt seine Arme ohne jegliches Koordinationsvermögen auf und ab. Das klingt nicht nur bescheuert, es sieht auch genau so aus.

20. Mittlerweile habe ich die Nase von diesem ganzen Kram voll und will mich virtuell aus dem Leben verabschieden. Dazu stürze ich mich einen steilen Felsabhang hinunter. Nach etlichen Metern bleibe ich aber an einer Felskante hängen, rutsche den Rest an einer fast senkrechten Wand entlang und komme unten heil an.

Kein Mensch bringt mich dazu, dieses Spiel jemals wieder in meine XBOX360 einzulegen. Total egal, ob es später besser wird oder nicht. So viele Unzulänglichkeiten in so kurzer Zeit habe ich schon lange nicht mehr bei einem Spiel feststellen können. Two Worlds 2 wirkt allein in der ersten Stunde unsauber, billig, lieblos, fehlerhaft und wie das Produkt aus der Feder von Amateuren. Eine einzige Katastrophe !

Schlimmer ist wohl nur die Tatsache, dass ich mit meiner Meinung nahezu völlig alleine dazustehen scheine. Ich habe mir eben extra noch ein Review nach dem anderen durchgelesen, in denen vor allem die Bug-Freiheit des Spiels hochgelobt wird: Ich versteh die World nicht mehr ...

Für mich persönlich ist dieser Kneipensamstag, äh das Two Worlds 2 Spieleerlebnis, endgültig beendet.

Leute, die hier verständnislos den Kopf schütteln ( und bei denen mein Kneipenabend-Beispiel nichts gebracht hat ), versuche ich mal mit folgendem Beispiel meine Einstellung näherzubringen:

Kaufe ich mir einen Adventskalender und irgendein Witzbold hat in der Adventskalender-Fabrik in das erste Kästchen geschi**en, so ist es mir total egal, was sich nicht alles tolles hinter Feld 2-24 verbergen könnte. Nach dem Öffnen des ersten Feldes ist definitiv Schluss für mich. Klar entgeht mir eventuell der Rest, der durchaus nicht schlecht sein muss.

Auf Two Worlds 2 bezogen:

Ich bin zu wenig sado-masochistisch veranlagt, um mich bis zu irgendeiner Stelle hin durchzuquälen, an der die Story eventuell interessant wird, die Animationen nicht mehr nerven, die Framerate konstant flüssig bleibt und das Spiel endlich dynamisch wird. Da investiere ich meine wertvolle Zeit lieber in das Schreiben so einer Rezension, als mir ein Spiel wie Two Worlds 2 mit der Zeit schön und buglos zu reden.

Positiv in Erinnerung bleiben mir nach dem kurzen, aber schmerzlichen Intermezzo trotz allem die folgenden Elemente:

1. Zwischensequenzen lassen sich für den Fall des wiederholten Spielens wegdrücken ( aber auch hier gilt: Keine Regel ohne Ausnahme. Manche Sequenzen lassen sich wiederum nicht abbrechen. Ganz egal, ob sie wichtig, unwichtig, kurz oder lang sind. Warum das so ist, wird auch Teil der eigenen Two Worlds II Logik sein ).

2. Die Lichteffekte ( z.B. bewegte Lampen ) und viele Texturen ( z.B. Bilder an den Wänden ) sehen wirklich hervorragend aus. Gerade deswegen fallen ja auch z.B. die Animationen, die schwachen, detailarmen ( Oh mein Gott, diese Haare der Schwester in der ersten Sequenz ) Charaktere und das Clipping so extrem auf.

3. Die Verdrängungseffekt beim Durchschreiten von Wasser sind ordentlich gemacht. Ähnlich wie beim vor etlichen Jahren erschienenen Action-Ableger Dark Alliance wirft das Wasser "dreidimensionale" Wellen. Das erste Mal habe ich so einen Effekt bei Resident Evil Code Veronica auf dem Dreamcast gesehen. Das ist mittlerweile krasse 10 Jahre her und seitdem gibt es kaum ein Spiel, dass eine ordentliche Wasserverdrängung darstellt. Two Worlds II leistet da gute Arbeit.
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