Sale Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedEcho BundesligaLive wint17

Kundenrezension

HALL OF FAMETOP 50 REZENSENTam 31. Dezember 2012
"SPEED - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" ist nach Der grosse Ausverkauf: Verkaufen Sie jetzt - bezahlen Sie später. Unsere Welt wird privatisiert der zweite große Kino-Dokumentarfilm von Florian Opitz. Der frischgebackene Familienvater geht darin der Frage nach, warum uns im Alltag subjektiv gefühlt immer weniger Zeit bleibt, obwohl wir uns ständig bemühen, Zeit zu sparen und effizient zu sein. Trotz all der modernen Technik haben wir nicht mehr, sondern weniger Zeit.

Die Suche nach Antworten führt Opitz um den halben Globus, vom hektischen London in die Einsamkeit der Schweizer Alpen, von Bhutan bis nach Südamerika. Dass der Wahnsinn Methode hat, wird in den Interviews mit Akteuren des Londoner Finanzmarkts deutlich. Profit wird hier durch Informationsvorsprung generiert gleichbedeutend mit höchstmöglicher Geschwindigkeit. Mittlerweile sind nicht mehr Sekunden, sondern Bruchteile davon entscheidend.

Gut gefallen haben mir auch die Szenen mit den Auftritten des "Zeitmanagement-Papstes" Lothar Seiwert. Nicht weil ich dessen Thesen gut heiße, sondern wegen ihrer entlarvenden Wirkung. Jene ausgeklügelten Methoden, die einem suggerieren, man könne noch viel mehr als ohnehin schon an Arbeit erledigen, wenn man nur die Prioritäten richtig setzt und die eigene Effizienz weiter steigert, schaffen im Ergebnis nicht weniger, sondern zusätzlichen Stress. Die fatale Nebenwirkung inbegriffen, dass man die Fehler womöglich auch noch bei sich selbst sucht, sollten die wohlmeinenden Ratschläge nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben.

Opitz besucht auch entschleunigt lebende Menschen wie den auf der Almhütte bedienenden Ex-Investmentbanker, dessen Werdegang jedoch nicht als Beispiel für die Masse taugt, haben doch die wenigsten von uns - so wie er - ein millionenschweres Finanzpolster für eine derartige Exit-Strategie. Interessanter waren da schon die Interviews mit den Menschen im Indivdualglück-orientierten Bhutan, obwohl ich deren Lebensweise schon aus anderen Dokumentationen kannte. Leider ergeben sich auch in diesem Land mit zunehmendem (materiellen) Wohlstand inzwischen die gleichen Probleme wie in "weiter entwickelten" Gesellschaften.

Die Schweizer Großfamilie Batzli mit ihrer "Käsemanufaktur" wird wohl bei den Zuschauern die meisten Sympathiepunkte gesammelt haben. Der Traum vom einfachen, geregelten Leben im Einklang mit der Natur bleibt mangels Umsetzbarkeit dennoch für die meisten von uns leider ein Traum.

Die Highlights der Dokumentation sind für mich die kurzen Einblendungen mit den Statements von Prof. Dr. Hartmut Rosa, einem Sozialwissenschaftler, der sich mit den Auswirkungen der "sozialen Beschleunigung" befasst. Er stellt meines Erachtens die entscheidenden Fragen. Nämlich, in was für einer Gesellschaft wollen wir eigentlich leben und - vor allem - was ist gut für uns? Das immer wieder propagierte, angeblich notwendige, stetige Mehr an Geschwindigkeit, Produktion, Wachstum usw. ist - und das wird in dem Film sehr anschaulich vor Augen geführt - definitv der falsche Weg und für die Menschen, denen oftmals nichts anderes übrig bleibt, als in diesem Hamsterrad mitzuhecheln, weder hilfreich noch gesundheitlich zuträglich.

Eine Patentlösung für das gesamtgesellschaftliche Geschwindigkeitsphänomen hat auch Florian Opitz leider nicht parat. Er wird versuchen, sich öfter mal zurückzunehmen, das Handy auszuschalten, offline zu gehen. Klingt (als Ergebnis einer Weltreise) nach wenig, wäre aber wohl auch für manche Zuschauer schon mal ein erster wichtiger Schritt und auf jeden Fall einen Versuch wert.

Fazit -> Ein Film, der in Erinnerung bleibt, weil er ein wichtiges Thema unserer Zeit benennt und nachhaltige Denkanstöße gibt. Mir hat er sehr gut gefallen und ich kann ihn daher uneingeschränkt weiterempfehlen.
0Kommentar| 50 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.