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Kundenrezension

am 17. April 2011
Stil: Kit inkl. EF-S 18-55mm Objektiv|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Als Freund und langjähriger Nutzer von Kompaktkameras mit leichten Ambitionen nach "oben" rechne ich mich zur direkten Zielgruppe der 1100D. Gut Zwei Jahre nachdem Canon mit der 1000D die vierstellige Einsteigerserie unter den DSLR-Kameras aufgemacht hat kommt mit der 1100D der Nachfolger auf den Markt. Für einen direkten Nachfolger erscheint diese Zeit ganz schön lang, zumal die Verbesserungen gegenüber dem beliebten Vorgänger auf dem Papier eher überschaubar wirken.
Der erste Eindruck ist zwiespältig, zum Einen liegt die Kamera angenehm und überraschend leicht in der Hand, andererseits ist sie durch die fehlende Gummierung etwas "rutschig" in der Hand zu halten und durch das viele Plastik wirkt das Gehäuse nicht gerade wertig. Ein weiterer Kritikpunkt fällt sofort mit dem mickrigen Display mit gerade mal 230.000 Bildpunkten ins Auge. Bei immer größer werdenden Display im Kompaktbereich verwundert dieser Sparkurs doch erheblich. Dafür erfreut es, dass die Kamera wirklich augenblicklich nach dem Einschalten betriebsbereit ist, ob das nun wie auf dem Umkarton versprochen 0,1 Sekunden sind oder etwas mehr ist egal.

Die Basisausstattung fürs leicht ambitionierte Fotografieren ist aber zum Glück vollständig: Manuelle, halbmanuelle (Blendenvorwahl, Verschlusszeitvorwahl und Programmautomatik) sowie und automatische Motivprogramme sind vorhanden. Der Automatik-Modus "Scene Intelligent Auto" der mir bei der Lektüre der Beschreibung der 600D das Wasser im Munde (bzw Auge ;-) ) zusammenlaufen ließ wurde bei der 1100D allerdings eingespart. Erfreulich für mich als Einsteiger sind die informativen Kurztexte zu jeder Einstellung die einen schnellen Einstieg auch ohne vorherige Lektüre der Bedienungsanleitung ermöglichen.
Beim Durchtesten der Belichtungsmodi fiel mir die fehlende Spot-Belichtungsmessung unangenehm auf die bisher ALLE Spiegelreflexkameras, die ich in der Hand hatte aufwiesen. Unverständlich gerade im Hinblick darauf, dass Canon mit dem semiprofessionellen Belichtungsmesssystem iFCL in der Kamera wirbt.

Durch den DIGIC-4-Prozessor mit 14-Bit-Signalverarbeitung wurde die maximale Lichtempfindlichkeit auf ISO6400 gesteigert und bei schwachem Licht hat die 1100D auch ihre stärksten Momente. Das liegt zum einen am wirklich hochwertigen Belichtungsmesssystem iFCL (intelligent Focus Colour Luminance), das sonst in der einstelligen semiprofessionellen Serie seinen Dienst versieht. Zum anderen überzeugt die Kamera durch sehr geringes Rauschen Klar, bei ISO6400 sind die Bilder schon ordentlich rauschig aber bei den in der Praxis sicher viel häufiger eingesetzten 800 bzw. 1600 wirken die Bilder erfreulich ruhig. Von der Rauscharmut dürfte die 1100D eindeutig eine Klasse höher spielen.

Noch ein Wort zum Prozessor: Die 3 Bilder/Sekunde die durch den Prozessor ermöglicht werden sollen klappen nur bei JPEGs, im RAW-Modus kommt die Kamera mit dem Schreiben nicht hinterher und man kann maximal 1 Bild/sek schiessen.

Filmen im HD-Modus ist solide gelöst, allerdings wurde auch hier unverständlicherweise gespart: Die maximale Auflösung liegt bei 1.280 x 720 Pixel und ist damit aktuellen Kompaktkameras aus dem eigenen Hause unterlegen. Auch der Autofokus scheint bei sich flott bewegenden Motiven im Live-Modus nicht der Schnellste zu sein.

Alles in Allem wurde in meinen Augen bei der 1100D zu sehr gespart. Sei es, um einen klaren Unterschied zu den höheren Klassen zu schaffen, im Speziellen zur neuen 600D, oder um das wirklich gute Belichtungsmesssystem zu "finanzieren" So wirkt die Kamera unausgegoren. Stark bei schwachem Licht, mäßig bis schwach in den restlichen Funktionen. Die 1100D ist keine Kamera, die den Einstieg ins DSLR-Fotografieren richtig schmackhaft macht. Im Zweifelsfall würde ich die 500D bevorzugen, wenn man etwas mehr anlegen möchte die 600D.
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