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Kundenrezension

am 21. Mai 2013
Katalanische Klavier-Miniaturen, französische Klavier-Vorbilder, russische Star-Interpretation - was will ich mehr?!

Nun sind Solo-Stücke für Klavier von Federico Mompou ja höchst eigenwillige Miniaturen, doch von außergewöhnlicher Schönheit, die sich dem aufmerksamen Zuhörer am besten in völliger Ruhe und Losgelassenheit erschließen. Sowohl fein ziselierte, magische Momente als auch bewusst 'notierte Improvisationen', deren elegante Klang- und Rhythmus-Strukturen sich immer wieder neu offenbaren, also nichts zum eben mal 'anhören und ablegen', sondern vielmehr zum sehr bewussten 'hören und genießen'! Minimalistische Musik, die nicht mit vordergründiger Virtuosität glänzt, sondern durch ihre Feinheit und Elegance bezaubert. Soweit die Kurz-Charakteristik zu Mompous Werken.

Wer könnte diesen eher introvertierten als auch außergewöhnlich feinsinnigen Musiker-Genius Federico Mompou besser interpretieren als Arcadi Volodos? Ich kann / möchte mir momentan keinen anderen Interpreten hierfür vorstellen und wünschen!

Hingabe an die 'Kreativität des Augenblicks' - Volodos Spiel ist punktgenau, stimmig, unmittelbar am musikalischen Geist des Katalanen, da holt der russische Star-Pianist ja nicht nur einen nahezu vergessenen Komponisten aus der Versenkung, Volodos lässt vielmehr Mompous schönste Stücke so fein, elegant, subtil erklingen, dass man sich gern in diese magische Welt des katalanischen Klavier-Miniaturen-Meisters mit dem Hintergrund französischer Klavier-Kunst 'versenken' mag; da ist kein 'russisches Klang-Gewitter', sondern viel, viel zarte, geheimnisvolle, tief bewegende Klang-Schönheit zu genießen. Gern volle Punktzahl, absolute Empfehlung!

(Zitat „Süddeutsche Zeitung“:) Volodos’ „tiefe Sensibilität für beseelte Nuancenkunst“.

Wohl wahr!

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Zusatz-Info für Interessierte:

Der katalanische Komponist und Pianist Federico Mompou (*16.4.1893, †30.6.1987, Barcelona) und seine Musik, die hauptsächlich Solo-Stücke für Klavier umfasst, sind eher wenig bekannt, selten gespielt und gehört. Dabei sind sie von großer Feinheit und Elegance, oft mit vielgestaltigen, leicht dissonierenden Klängen, u.a. sehr beeinflusst von Eric Satie, den Mompou als ein großes Vorbild sah. Viele Stücke / Miniaturen schrieb Mompou im Stil der 'notierten Improvisation'. Er verbrachte viele Jahre in Frankreich und war u.a. mit Heitor Villa-Lobos, Francis Poulenc, Darius Milhaud, Paul Valéry und Arthur Rubinstein befreundet.

Mompous Vater war Katalane, betrieb eine Glockengießerei, die Mutter war Französin. Frederico bekam ersten Klavierunterricht von einer Tante, 15jährig gab er sein erstes öffentliches Klavierkonzert und beschloss 1909, inspiriert durch ein Konzert von Gabriel Fauré, Komponist zu werden. Er studierte zuerst am 'Conservatorio del Liceo' in Barcelona, ging dann 1911 (Empfehlung von Enrique Granados an Gabriel Fauré) nach Paris ans Konservatorium zu Ferdinand Motte-Lacroix. Dort komponierte er den ersten Teil seiner Suite für Klavier. Mompou war stark beeinflusst von Debussy und Satie. Seine ausgeprägte Schüchternheit veranlasste ihn aber, die zunächst angestrebte Pianistenkarriere aufzugeben; so komponierte er dann nur noch, spielte lediglich noch im Freundeskreis Klavier. Am Beginn des Ersten Weltkriegs kehrte er nach Barcelona zurück, schrieb dort wichtige Kompositionen wie 'Impresiones intimas, Cants Màgics und Escenas de niños'. 1920 zog es Mompou wieder nach Paris, er betrieb dann 1924 eine Confiserie (!), die aber rasch pleite ging. Durch eine Nervenerkrankung komponierte er dann lange Zeit nicht mehr, sein Bruder erkrankte 1937 an Tuberkulose, der Vater starb, die Mutter heiratete 1938 wieder. Federico blieb bis 1941 in Paris, floh dann vor den deutschen Besatzern nach Barcelona, lernte die Pianistin Carmen Bravo kennen, beide heirateten 1957, seine zweite Kompositionsphase begann. Federico Mompou gehörte der 'Real Academia de San Jorge Barcelona' an, lebte sehr zurückgezogen, starb 1987 im Alter von 94 Jahren.

Die französischen Impressionisten beeinflussten erkennbar Mompous Werke, primär für Klavier solo komponiert. Die Glockenklänge seiner Kindheit finden sich wieder, Töne verklingen oft glockengleich. Der feinfühlige, eher introvertierte Komponist schrieb fast ausschließlich Klavier-Miniaturen von scheinbar schmuckloser Art, mit wenigen Tönen, ohne große Virtuosität; doch gerade darin liegt ihr minimalistisch-musikalischer Reiz, die Konzentration auf das 'Wesentliche', die Hingabe an die 'Kreativität des Augenblicks', vergleichbar mit Werken von Satie - 'keine Note zu viel, keine zu wenig'; viele seiner Kompositionen wurden im Verlauf mehrerer Jahrzehnte geschrieben. Zum berühmten 'Prix de Rome' meinte Mompou einmal, dass deren Jury eher 'eine mittelmäßige Sinfonie küre, aber keinen Blick für eine einzige Seite guter Musik habe' ...
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