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Kundenrezension

Eine wirkliche Rezension über 15 Stunden Ring des Nibelungen in Bild und Ton zu schreiben, fühle ich mich als Amateur außerstande. Daher eine eindeutige Kaufempfehlung für den Kupfer/Barenboim-Ring. Der Preis sollte da eigentlich an letzter Stelle kommen, ist aber auch ein wichtiges Argument, da Warner den Ring ja geradezu verschleudert. Zusammen mit dem Chereau/Boulez-Ring sicher die bedeutenste Interpretation des Riesenwerkes auf DVD und wohl auch in der Theatergeschichte. Für den Einsteiger ist vielleicht der Chereau-Ring in seiner Gegenständlichkeit leichter und ein bisschen spannender.

Für den Kenner bleibt aber die Einfühlung Kupfers mit dem kongenialen Bühnenbildner Hans Schavernoch in den Wagnerschen Kosmos unvergleichlich. Kupfers Deutung ist zeitloser als Chereaus in der Entstehungszeit des Werkes angesiedelter Ring, ein düsteres Menschheitsdrama auf der Straße der Geschichte mit mehr offenen Fragen als Antworten. Die fast choreographische Übereinstimmung mit der Musik, das menschliche Mitfühlen mit allen Figuren, dieses Kraftwerk der Gefühle lassen aber wohl niemanden unberührt.
Einzelne Szenen möchte man eigentlich garnicht anführen, aber trotzdem -gleich der Beginn und die 1.Szene des Rheingolds, der Beginn des 2. Aktes der Walküre, das Frösteln Brünnhildes vor der Todverkündigung, der Furor der Walkürenszene, der Feuerzauber, Brünnhilde im Netz Gunthers Mannen, Wotan und Brünnhilde in der klaffenden Wunde der Erde beim Trauermarsch sitzend - das sind einfach große Bilder zu großer Musik.
Dass ich diesen Ring dann über den Chereauschen stelle, liegt am musikalischen Teil. Damit stelle ich mich persönlich gegen die gängige Kritikermeinung, die ja kurz gesagt so ist: je neuer desto schlechter. Barenboim und das fulminant spielende Orchester bringen den gesamten Wagnerschen Orchesterkosmos zum Klingen im lyrisch Zarten, in der Kunst der Übergänge, im gewalttätigen Zugriff. Das ist mir lieber als der trockene Boulez, aus dessen vielgerühmter Analyse ich erheblich weniger z.B. an Nebenstimmen heraushöre. Dieses Dirigat befindet sich auch in absoluter Übereinstimmung mit der Regie - Leidenschaft, Pathos, Zorn, Liebe - hier ist alles absolut und groß. Die kühle Perfektion Karajans ist bei dieser Quasiliveaufnahme natürlich nicht zu erwarten. Warum der äußerliche und brutale Soltiring noch immer so gelobt wird, verstehe ich immer weniger. Ich habe Barenboim in den letzten Jahren oft mit dem gesamten Wagner in der Berliner Lindenoper erlebt und halte ihn für den derzeit größten und spannendsten Wagnerdirigenten.

Auch für die Sängerschauspieler möchte ich eine Lanze brechen: John Tomlinson ist einfach d e r Wotan, dieses totale Aufgehen in der Rolle lässt Kestingsches Belcantogerede hier erstmal zweitrangig erscheinen. Anne Evans überzeugt auch ohne Nilsson-Trompete und übertrifft die gilfende Gwyneth Jones erheblich, Jerusalem gestaltet die undankbare Siegfried-Rolle stimmlich und schauspielerisch überzeugend. Graham Clark und Günter von Kannen, Nadine Secunde und Poul Elming schaffen eindrucksvolle Rollenporträts. Philipp Kang ist leider kein Gottlob Frick oder Salminnen, aber immer noch ein überzeugender Hagen. Matthias Hölle imponiert als Fasolt und Machohunding.

Die Szene der Waltraude im 1. Akt der Götterdämmerung wird durch Waltraud Meier zu einem intensiven Höhepunkt, bei dem auch Anne Evans über sich hinauswächst.

Die Abrundung erfährt das ganze durch die technische Seite. Während ja wohl bei älteren Aufnahmen oft nur ein Computerprogramm einen Surroundsound generiert, wurde hier auf die Originalbänder mit noch mehreren Mikrophonen als für die Stereoaufnahme zurückgegriffen. Schon im Rheingoldvorspiel badet man im Orchester. Um es kurz zu machen: Der Dts-Sound ist einfach gigantisch, Orchester und Stimmen in optimaler Balance. Ein Lob den Tontechnikern der Aufnahme und den Technikern der DVD-Ausgabe. Die in enger Absprache mit Harry Kupfer erstellte Filmregie Horant H. Hohlfelds überzeugt auch durch den Wechsel von Distanz und Nähe, ohne sich noch vordergründig vor die Theaterregie zu stellen.

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