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Kundenrezension

am 2. Oktober 2013
... und wer diese Aussage argumentativ belegen will, sollte dieses Spiel als Referenz heranziehen. Wie schon häufiger gesagt: Vorkenntnisse zu Bioshock 1 oder 2 sind nicht notwendig. Es gibt ein paar Anspielungen, die aber keinen Einfluss auf die Handlung haben.
Das Spiel ist relativ kurz und im leichtesten Schwierigkeitsgrad auch recht einfach. Ich benötigte drei Abende und bin vielleicht insgesamt 4 mal gestorben - aber das fällt nicht ins Gewicht. Wirklich - es ist für die Spielerfahrung tatsächlich ohne Belang, denn Bioshock Infinite wird von anderen Faktoren getragen:
1. Eine Handlung, die in Sachen Komplexität, Wendungen und Anspruch nahezu ohne Konkurrenz ist.
2. Eine märchenhafte grafische Gestaltung
3. Charaktere, mit denen sich der Spieler wirklich identifiziert, und die ihm nicht - wie in den allermeisten Shootern, die ich bislang gespielt habe - ziemlich am Hintern vorbeigehen. Nein, die beiden wachsen einem ans Herz, während man es kaum erwarten kann, einige NPC`s ins digitale Nirvana zu schicken.

Die Story nimmt einen von der ersten Sekunde an mit, die Einführung in die Welt, die Kräfte, die Charaktere, das Leveldesign - für alles gibt es eine in die Story eingebettete Erklärung. Begleiterin Liz wird einem nicht einfach an die Seite gebeamt, sondern entsprechend ihrem Charakter nach und nach dem Spieler nähergebracht. Eine fantastische Exposition! Es dauert relativ lange, ehe die ersten Kämpfe beginnen, und auch zwischendurch und kurz vor Ende gibt es längere kampflose Passagen. Hier nimmt sich das Spiel viel Zeit, Handlung zu präsentieren, anstatt Protagonist Booker einfach nur durch unzählige Schlauchlevel a` la Call of Duty zu jagen. Und nur allzuoft teilt man die Emotionen, die Booker gerade heimsuchen ...

Handlung: Hervorragend und die Hauptspielmotivation. Bioshock Infinite ist zu 100% ein Storyspiel. Man hat nie das Gefühl, im Grunde den gleichen Level zweimal zu spielen, und die Neugierde, wie es weitergeht, was als nächstes enthüllt wird, trieb mich über die komplette Spielzeit an. Immer wieder wird der Spieler auf falsche Fährten geführt, glaubt, die Geschichte vorhersehen zu können, nur um festzustellen, dass doch alles ganz anders war /ist. Wer Spaß an Technik-Philosophie hat (z.B. Quantentheorie und unendliche Multiversen, daher auch das "Infinite") hat daran einen Heidenspaß. Wer nur ballern will ist hier falsch!
Das Ende ist kompliziert, aber mit etwas Interpretationshilfe aus dem Internet gut nachvollziehbar. Leider gibt es keine alternativen Enden, trotz einiger Entscheidungen, die der Spieler treffen kann, die aber nicht ins Gewicht fallen - dabei hätte sich das bei DEM Ende geradezu aufgedrängt.

Steuerung und Kämpfe: Tastenbelegung frei konfigurierbar. Die Schießereien sind spaßig und kurzweillig, wiederholen sich aber irgendwann etwas oft. Neben den Waffen kommt den Kräften eine wachsende Bedeutung zu: Ein schwieriger Kampf kann ganz anders ausgehen, wenn statt Blei zunächst eine Kraft zum Einsatz kommt, die eine Horde Gegner mit Krähen lähmt oder einen Feuerwerfer zeitweise zu einem Verbündeten macht. Eine Überraschung war der Endkampf, der ganz anders gestaltet ist als zuvor vermutet.
Die Level, in denen Liz einem hilft sind quasi Selbstläufer, hingegen wirken die Passagen, in denen sie handlungsbedingt fehlt, erheblich härter und dunkler. Sicher Absicht und beweist nur, wie gut sie als Sidekick in das Gameplay integriert wurde und wie wichtig ihre Präsenz dem Spieler im Laufe der Zeit wird. Sehr angenehm auch, dass sie nicht stirbt und in Kämpfen auf sich aufpasst. Also keine 10-stündige Eskortmission ;)
Die Ballerei ist selten unfair und bietet mehrere Möglichkeiten, z.B. können auch die Magnetgleise verwendet werden, die die schwebenden Stadtteile durchziehen, um beeindrucke Angriffe zu starten.

Grafik: Sicher einer der stärksten, aber auch kontroversesten Punkte. Auf der Plus-Seite bietet das Game die schönste Spielwelt, die ich je durchquert habe, mit märchenhaften Lichteffekten, die mich zum Anfertigen von locker 50 Screenshots motivierten. Auf der Minus-Seite wird man mit gerade so akzeptablen Gesichtsanimationen und manchmal faul programmierten Details konfrontiert (z.B. sind die Früchte in den Obstwagen zweidimensionale Texturen auf klobigen Polygonen, hier wirkt das Spiel regelrecht veraltet).

Sound: Gute deutsche Synchro, hübsche Knalleffekte und ein hervorragender Soundtrack!

Insgesamt: Was dieses Spiel so besonders macht, ist der in JEDER Spielsekunde vorhandene Unterton aus Melancholie und Rätselhaftigkeit. Booker DeWitt ist ein bitterer Haudegen, der irgendwo unter seiner vernarbten Schale seine Menschlichkeit sucht - hingegen fühlt man sich für Elizabeth wirklich verantwortlich und möchte sie auf jeden Fall beschützen, auch wenn sie im Laufe der Zeit - naja keine Spoiler ;)
Ich habe frühzeitig geahnt, dass das Ganze kein im herkömmlichen Sinne gutes Ende nehmen wird. Am Schluss entlässt einen das Spiel dann aber nicht völlig depremiert oder verwirrt und ohne Auflösung. Das Ende ist gerade offen genug, um einen grübelnd zurück zu lassen, lieferte aber genug Auflösung und Twist, um mich zu einem verstehenden Nicken zu motivieren (falls das verständlich ist ... eben der Aha-jetzt-machts-Sinn-Effekt).
Ich habe bei Rezensionen über andere Spiele manchmal gelesen, dass der Spieler beim Ende den Tränen nahe war. Ich hielt dies immer für eine maßlose Übertreibung - doch dieses Game hier hatte mich wirklich kurz davor ...
Ein Spiel, dass nie wieder so fesselnd sein wird, wie beim ersten Durchspielen - macht BLOSS nicht den Fehler, irgendetwas über die Geschichte vorher im Internet zu lesen!

Ein Spiel, das Handlung, Charaktere, Action und reihenweise coole Szenen verbindet mit einer glaubhaften, fantastischen Welt über den Wolken, in der man das Gefühl hat, sogar die Luft dort selbst atmen zu können - das gabs in diese Form noch nie. Kunst in - beinahe - Perfektion ;)
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Produktdetails

4,1 von 5 Sternen
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