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Kundenrezension

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Vitam impendere vero" (Juvenal), 15. Juni 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke in fünf Bänden: Band IV: Parerga und Paralipomena. Kleine philosophische Schriften I: Parerga Und Paralipomena 1 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (Taschenbuch)
"Je mehr nun aber Einem die Furcht in Ruhe lässt, desto mehr
beunruhigen ihn die Wünsche, die Begierden und Ansprüche."
(Arthur Schopenhauer, 1788-1860)

Nur zu glauben, dieser Band (1851) enthalte nur (im Wesentlichen) die Lebensweisheiten, fehlt. Er hat den Band nicht gesehen. Vielmehr gilt hier der einführende Satz Juvenals für Schopenhauer, das Leben sei dem Wahren zu weihen. Und so beginnt er mit der Auseinandersetzung zwischen dem Realen und dem Idealen, zeigt den Einstieg in die Fragmente zur Geschichte der Philosophie und zeigt hier in 14 Paragraphen seine durchaus kritische Meinung zu den Philosophen. Schopenhauer lässt Sokrates in einem weniger guten Lichte stehen, so wie Xenophon es bereits äußerte. Über Kant schreibt er ausgiebig, ist es doch der anerkannteste Vorgänger seiner Zeit. Anscheinende Absichtlichkeiten im Schicksale des Einzelnen klären die Frage der Vorhersehung und des Zufalls. Sein "Versuch über das Geistersehn" erinnert an Kants Kritik an Swedenborg und erst dann folgen die Aphorismen zur Lebensweisheit. Schopenhauer zeigt sich ungemein belesen. Seine sinnverwandten Anverwandlungen bei Shakespeare, Goethe u.a. sind von spannender Vielfalt. Schicksal findet er bei Shakespeare, bei Goethe, in der Bibel, eigentlich überall dort, wo behauptet wird, "des Menschen Thun steht nicht in seiner Macht".

In den Paränesen und Maximen erinnert er an die Kyniker der Antike, an die Lehre der Stoa und findet entsprechendes bei Horazen oder eben Goethe, der bereits feststellte: "Wer sein Übel los seyn will, weiß immer was er will". "Ich hab mein Sach auf nichts gestellt", diese Goethe Maxime sagt nichts anderes, als das der Mensch aus allen möglichen Ansprüchen heraus getrieben, sich selbst trifft, "das klare und nackte Daseyn".

"Vom Unterschiede im Lebensalter" schließt den Band I des P&P Duos, ein geistreiches Werk, dem der vorurteilsbeladene Pessimismus nicht anzulasten ist. Es sei denn, man würde die Besinnung auf sich ablehnen zu Gunsten der vergänglichen Freuden. Vielmehr kann man sich erinnern an ein Leben wie an einen Maskenball. Am Ende werden die Larven abgenommen, "die Charaktere werden an den Tag gelegt" oder wie es bei Matthäus zu lesen ist: Die Taten haben ihre Früchte getragen. Oder wie man enden kann, eben in der gerechten Würdigung aller Leistungen im Zerfall der Trugbilder.

So kann man die Lebensweisheiten lesen, die Schopenhauer entschädigten für die teilnahmslose Belanglosigkeit seines Hauptwerkes, dessen Erstausgabe erst nach 30 Jahren vergriffen war. Aber erleben durfte er den Erfolg in der Ansprache der Menschen nicht mehr richtig.

Der Verlag hat gut daran getan, Wert auf Schopenhauer zu legen. Empfehlung bleibt jedoch die neue fünfbändige Ausgabe mit Beibuch von Ludger Lütkehaus.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.10.2012 14:12:24 GMT+02:00
kpoac meint:
Zeigt etwan in einer Diskussion, oder sonst im Gespräch ein Anderer richtigere Sachkenntniß, strengere Wahrheitsliebe, gesünderes Urtheil, mehr Verstand, als wir, oder überhaupt, läßt er geistige Vorzüge blicken, die uns in den Schatten stellen; so können wir alle dergleichen Überlegenheiten und unsere eigene durch sie aufgedeckter Dürftigkeit sogleich aufheben und nun umgekehrt selbst überlegen seyn, indem wir beleidigend und grob werden. Denn eine Grobheit besiegt jedes Argument und eklipcirt allen Geist: wenn daher nicht etwan der Gegner sich darauf einläßt und sie mit einer größeren erwidert, wodurch wir in den edelen Wettkampf der Avantage gerathen; so bleiben wir Sieger und die Ehre auf unserer Seite: Wahrheit, Kenntniß, Verstand, Geist, Witz müssen einpacken und sind aus dem Felde geschlagen von der göttlichen Grobheit.

Kapitel: Von dem, was Einer vorstellt
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