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Kundenrezension

53 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Auf einen großen Film über das Leben in der DDR muss man weiter warten, 6. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Turm (DVD)
Das geheimnisvolle "Ostrom", von dem Uwe Tellkamp in seinem Buch erzählte, von geheimen Treffen hinter streng bewachten Toren in einem Stadtteil Dresdens, der in den 80ern einem Hochsicherheitstrakt gleicht, wo die Ardennes der Stadt einem bürgerlichen Sonderstatus frönen, der vom Sozialismus so eigentlich gar nicht vorgesehen war - der Autor vermochte es durch seinen verquasten, zu schon wahnhafter Detailverliebtheit neigenden Stil nicht wirklich, dem Leser dazu Zugang zu verschaffen. Umso mehr hatte ich gehofft, dass Schwochows Verfilmung, dazu noch mit einem wirklich glänzenden Cast ausgestattet, dies gelingen würde. Allein - ich wurde bitter enttäuscht.

So enttäuscht wie man nur sein kann von einem Film, der allen Ernstes versucht, ein 1000 Seiten langes Traktat in 180 Minuten einfach nur nachzuerzählen. Denn mehr ist es eigentlich nicht. Und weil das natürlich proportional nicht funktionieren kann, wurde in "Der Turm - der Film" einfach willkürlich die Schere angesetzt, einzelne Szenen herausgenommen und ins Bild gesetzt. Die Folge ist ein Handlungsstrang, der im Schnelldurchlauf die letzten Jahre der DDR abspult. Dabei wurde sich fast ausschließlich auf das Beziehungsgewirr innerhalb der Familie Hoffmann/Rohde beschränkt, ohne dabei wirklich das Gefühl aufkommen zu lassen, dass hier ein Familienleben in der DDR stattfindet. Dass man sich mitten im Viertel der bildungsbürgerlichen Elite Dresdens befindet, davon zeugt allenfalls noch ein Schwenk in Hoffmanns gut gefüllte Bibliothek. Ansonsten könnte der Film überall spielen, der Bezug zu Dresden geht im Film fast vollständig verloren. Was mir ganz besonders fehlte, war genau das bisschen Szenerie des Weißen Hirsch der 80er, die Tellkamp in seinem Buch gerade noch so aufleben zu lassen vermochte, und deren Entwicklung und Belebung ich mir im Film über die Möglichkeiten des bewegten Bildes erhofft hatte. Doch die Millieustudie bleibt aus, und auch mit Originalschauplätzen mit Wiedererkennungswert wurde gespart. Klar sieht heute am Weißen Hirsch heute alles anders aus als 1983. Aber dann hätte man für einen wirklich guten Film eben einfach mal Geld in die Hand nehmen und eine originalgetreue Kulisse nachbauen müssen. Wie haben das die Polanskis und Spielbergs bloß gemacht, als sie Auschwitz oder das Krakauer Ghetto nachstellen wollten? Das aber unterscheidet eben einen guten von einem schlechten Historienfilm: Authentizität.

Wie sie war, die DDR, das bleibt auch in "Der Turm" blass, einseitig reduziert auf folternde Stasi-Ermittler, Polizisten und NVA-Oberste sowie Menschen zwischen Ausreiseantrag und Inhaftierung. An das Thema DDR-Gesellschaft, das ganz normale Leben, das vielleicht weniger politische, dafür aber umso mehr menschliche Aussagekraft hätte und das Thema vor allem endlich mal von einer ganz anderen Perspektive beleuchten würde - da traut sich immer noch keiner ran. Dabei hätte Tellkamps Turm hierfür durchaus jede Menge Ansatzpunkte geliefert. Das Genre der "So-wars-in-der-DDR"-Filme muss mit feuchten Augen enden, die salbungsvoll in Richtung Wende schauen. Und wenn es eben zum 100. Mal ist.
In der Dramaturgie unterscheidet sich "Der Turm" dann auch erschreckend wenig von anderen typischen "Wende-Schinken", selbst den Einsatz abgegriffener Originalmitschnitte aus der Wende-Zeit von Kohl, Krenz und Genscher konnte man sich nicht verkneifen. Trotz der wirklich guten Schauspieler bleiben die Charaktere aufgrund der niemals vertieften Konflikte und Beziehungen unscharf, ihre Dialoge an der Oberfläche. Immer wenn es interessant wird, folgt der Wechsel an einen anderen Schauplatz, und der Zuschauer bleibt mit einer ganzen Batterie offener Fragen zurück, die nicht beantwortet werden. Ein großer Verlust ist auch, dass der Film die so interessante Figur des Meno Rohde völlig ins Abseits stellt. Warum das?

Abermals wurden hier Chancen vertan, durch geschickte Schwerpunktsetzung und einfallsreiche Erzählkunst einen wirklich großen Film zum Thema Leben in der DDR zu machen, der mehr als nur ein weiterer Politstreifen mit Graufilter ist. Stattdessen entstand ein Film, dessen Handlung und Inszenierung so unscheinbar und streckenweise sogar richtig langweilig war, dass die Erinnerung daran bereits zu verblassen begonnen hat.
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1-10 von 12 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.10.2012 22:07:46 GMT+02:00
Höllenweib meint:
@Tuuli
nur wer in der DDR gelebt hat, konnte diesen Film auch verstehen. Für junge Menschen unverständlich - aber für meinen Jahrgang bedarf es nicht mehr, da es jeder in irgendeiner Weise zu spüren bekommen hat.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.10.2012 08:55:35 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.10.2012 22:40:05 GMT+02:00
Classic Bird meint:
Höllenweib,

ich HABE in der DDR gelebt. Und ich muss keine 50 sein, um zu verstehen, wie es damals war. Als die Wende kam, war ich 14 Jahre alt. Zuvor war ich bei den Jungen sowie den Thälmann-Pionieren, ich war im Gruppenrat meiner Klasse und ich hatte eine Klassenlehrerin, die eine ausgemachte SED-Bonze war, keinerlei Westsachen bei den Schülern duldete und mit Schlüsselbunden warf, wenn man dumme Fragen (zum Beispiel zu angeblichen Nazis in Westdeutschland) stellte. Ich weiß, was Menschen durchmachten, die wegen Schuleschwänzens und vermeintlicher "Asozialität" in Jugendwerkhöfe gesteckt wurden. Mir braucht niemand erzählen, was in der DDR los war. Über die offensichtlichen Schattenseiten des Regimes (und die können und dürfen nicht geleugnet werden) gibt es aber schlechte Filme zur Genüge, die sich allein auf diese Facette der DDR versteifen. Ein reines Wiederholen dieser Fakten macht noch lange keinen guten Film, auch wenn die unmittelbar Betroffenen die Handlung vielleicht sehr gut nachvollziehen können.
Ich wollte einen Film, der das, was im Buch angedeutet wurde, aber durch die verschwurbelte Schreibe von Herrn Tellkamp einfach unerreichbar blieb, in Bildern nacherlebbar macht! Aber allein schon, dass die Rolle des Meno in dem Film quasi die einer Randfigur ist, hat mich entsetzt. In Tellkamps Buch ist er eine Schlüsselfigur! Man wollte zum 3. Oktober einen Wendefilm machen, schön und gut. Hat ja auch geklappt. Aber er kommt eben über das unsäglich politisierende und dazu noch oberflächliche Niveau der übrigen Wende-Schinken nicht hinaus. Leider. Und ich finde, dass das eigentlich sehr potenzialhaltige Material von Uwe Tellkamp darin regelrecht verwurstet wurde.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.10.2012 14:02:35 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.10.2012 14:31:36 GMT+02:00
Tony Soprano meint:
Zum Teil stimme ich mit Ihrer gut nachvollziehbar argumentierenden Kritik überein. Die Hymnen, die im Vorfeld der Ausstrahlung dieses Films gesungen wurden, kann ich nicht teilen. Man muss auch sagen, dass das von Ihnen Gewünschte - Darstellung der DDR-Gesellschaft und ihres alltäglichen Lebens - mit einer Dramaturgie, die auf Melodramatik und Spannungserzeugung setzt und setzen muss (angesichts des Sendetermins), nicht funktionieren kann. Dieses Problem hatte schon der für mich schwächere Film "Das Leben der Anderen", dem u.a. Romantisierung der Stasi vorgeworfen wurde.
Ich muss Sie darauf hinweisen, dass der Film nicht 90 Minuten dauerte, sondern ca. 180 Minuten und in zwei Teilen ausgestrahlt wurde. Das Ergebnis kann sich, trotz aller angesprochenen Mängel, sehen lassen - trotz seiner sträflichen Kürzungen (z.B Meno) und schauspielerischen Mängel (Jan-Josef Liefers' schauspielerische Fähigkeiten reichen zur Darstellung seiner Figur nicht aus). Es ist schon viel erreicht, wenn man sagen kann, dass dieser zweiteilige Film sich wohltuend von sonstigen Fernsehproduktionen abhob. Ob mir ein Film gefällt oder nicht, hängt letztlich von den Erwartungen ab, die ich an ihn habe. Ihre Erwartungen waren sehr hoch, ihre Einlösung letztlich nicht leistbar. Wenn man den Film sieht als interessante und spannende Geschichte vor historischem Hintergrund, folgt man ihm und seinen Figuren sehr gerne.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.10.2012 19:03:05 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.10.2012 19:04:43 GMT+02:00
Classic Bird meint:
Hallo,

Stimmt, Sie haben recht - 180 Minuten.
Dennoch: Ich glaube nicht, dass meine Erwartungen nicht leistbar sind. Wie bereits erwähnt: Boxhagener Platz war ein Film, der dem schon sehr nahe kam, und das ohne übermäßige Dramatik und Klischees. Er schafft das, weil er typische ostdeutsche Schrullen und Schnauzen zeigt, und das ganze Diktaturgeschehen eher an den Rand schiebt.
"Das Leben der anderen" fand ich übrigens immer noch etwas besser als "Der Turm" - obwohl es ein Film ist, der sich abermals auf die Schrecken der Diktatur konzentrierte.

Ich glaube übrigens nicht, dass man Tellkamps Buch nun unbedingt als Wende-Streifen aufmachen musste - auch wenn auch er explizit den Schwerpunkt auf die vielen Schrecklichkeiten und Abgründe legt. Die Wende spielt in seinem Buch auf genau einer einzigen Seite eine Rolle - auf der letzten. Man hätte unzählige Ansatzpunkte wählen und durchaus einen Film stricken können, der anders ist, der es schafft, wirkliche Einblicke zu geben und vor allem: die ganz besondere Atmosphäre "Ostroms" zu vermitteln. DAS hat mir am meisten bei der Schwochow-Verfilmung gefehlt. Ich denke schon, dass das leistbar gewesen wäre - hätte man nur gewollt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.10.2012 23:05:33 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.10.2012 23:10:11 GMT+02:00
Tony Soprano meint:
Ich gebe Ihnen auch hier recht: Hätte man nur gewollt!!! Aber wahrscheinlich hielt man das für eine Zumutung und dem Publikum wird letztlich nichts mehr "zugemutet" bzw. zugetraut. Der prominente Sendeplatz (3.Oktober und 20.15 Uhr) setzt hier leider gewisse Vorgaben - jedenfalls sieht man es so wahrscheinlich bei der ARD, die Quote regiert und nicht die Wahrhaftigkeit. Ich sagte überdies, dass mit dem dramaturgischen Schnittmuster, das um diese Zeit am erfolgversprechendsten scheint (Melodramatik, Spannungsaufbau etc.), das nicht leistbar ist, was Sie sich wünschen. Dass es - jenseits dieses Musters - leistbar ist, das denke ich sicher.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.10.2012 12:44:49 GMT+02:00
Classic Bird meint:
Gut, so verstanden, haben Sie wohl recht. Wenn es von vorn herein die Absicht war, einen hochpolitischen Film zum 3. Oktober zu machen, dann konnte da wohl nicht viel mehr bei rumkommen, zweifellos. Und genau das finde ich ja so schade, denn eigentlich hat der Tellkamp-Stoff großes Potenzial, deshalb hatte ich mir damals auch gleich das Buch gekauft. Die Aufmachung war natürlich enttäuschend, aber der Film ist es fast noch mehr.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.09.2014 10:37:14 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.09.2014 10:38:46 GMT+02:00
So, so als die Wende kam waren Sie 14, in diesem Alter hat man bekanntlich den vollen Durchblick. Meine Wenigkeit war damals 29, das Jemand wegen Schule schwänzen in der DDR in den Jugendwerkhof gesperrt wurde, davon weiß ich Nichts. Muss wohl beginnende Altersenilität sein, die bekanntlich ab dem 25 Lebensjahr Ihren Anfang nimmt. Ich frage mich, weshalb Sie hier solchen Unsinn erzählen. Jeden Schulschwänzer in der DDR einzusperren, selbst wenn man dies gewollt hätte, scheiterte bereits an den baulichen Kapazitäten die man schlichtweg nicht hatte. Und Ihre Behauptung von wegen angebliche Nazis in der alten Bundesrepublik, zeugt von völliger Ahnungslosigkeit. Haben Sie nie etwas von Globke, Lübke, Filbinger, usw. usw. gehört. Die alte Bundesrepublik war geradezu ein Paradies für alte Nazis. So wie die seit 1990 neue Bundesrepublik ein Paradies für neue Nazis ist.
Dies alles kann wissen, wer mit offenen Augen durch dieses Land geht. Nein ich bin kein alter unbelehrbarer SED Bonze, ich habe selbst schlimme Dinge in der DDR durchmachen müssen. Entschädigungen für erlittenes Unrecht, hat mir die neue Bundesrepublik bis heute verweigert. Dafür darf IM Erika in dieser Republik Kanzlerin und IM Larve den obersten Militärseelsorger geben. Nein ich will die DDR nicht zurück. Aber ich will Sie in Erinnerung behalten, so wie Sie wirklich war. Man muss keine Märchen über die DDR erzählen, das was wirklich war, war schließlich schlimm genug. Vor allem aber habe ich mein kritisches Denken nicht mit dem 3 Oktober 1990 abgeschaltet. auch in dieser angeblichen Demokratie, gibt es jede Menge Schweinereien, jede Menge Unrecht, worüber freilich das, was sich die freie Presse nennt, kein Wort verliert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.10.2014 20:20:25 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.10.2014 20:22:12 GMT+02:00
Classic Bird meint:
http://www.jugendwerkhof-torgau.de/Historie/Zur-Begruessung-Arrest/451/

Ich schlage vor, Sie lesen sich erst mal in die Thematik ein, Herr Radbruch. Manchmal lässt die Erinnerung mit zunehmendem Alter einfach ein wenig nach. So viel dazu, wer hier "Unsinn" schreibt. Mehr möchte ich hier zu Ihren Einlassungen gar nicht sagen, sonst vergreife ich mich wahrscheinlich im Ton.

Schön Grüße...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.10.2014 10:13:14 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.10.2014 10:25:47 GMT+02:00
Das hier ist doch wohl von Ihnen, oder

.............................

ich HABE in der DDR gelebt. Und ich muss keine 50 sein, um zu verstehen, wie es damals war. Als die Wende kam, war ich 14 Jahre alt. Zuvor war ich bei den Jungen sowie den Thälmann-Pionieren, ich war im Gruppenrat meiner Klasse und ich hatte eine Klassenlehrerin, die eine ausgemachte SED-Bonze war, keinerlei Westsachen bei den Schülern duldete und mit Schlüsselbunden warf, wenn man dumme Fragen (zum Beispiel zu angeblichen Nazis in Westdeutschland) stellte. Ich weiß, was Menschen durchmachten, die wegen Schuleschwänzens und vermeintlicher "Asozialität" in Jugendwerkhöfe gesteckt wurden. Mir braucht niemand erzählen, was in der DDR los war.

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Und mit Verlaub mein Herr, nach wie vor steht fest,dass Sie hier Unsinn verbreiten. Den von Ihnen hier hineingestellten Link habe ich mir angeschaut, er trägt zur Sache nichts bei.
Denn auch hier wird keineswegs behauptet, dass man wegen Schule schwänzen in den Jugendwerkhof eingewiesen wurde. Für eine solche Einweisung musste man sich schon erheblich mehr Mühe geben, Schule schwänzen hat nicht gereicht. Im Übrigen frage ich mich, wie Sie zum Gruppenrat kommen konnten, wo Sie doch so gegen das Regime waren. Immer schön aufpassen, dass man auf der richtigen Seite steht was ???
Immer dort wo die Macht ist, da gehört man hin.

Die weitgehende Übereinstimmung der Heimerziehung in der bürgerlich-kapitalistischen Bundesrepublik Deutschland und der sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik, in den Jahrzehnten ihrer Parallel-Existenz,wovon man heute natürlich nichts wissen will, lässt sich an den Einweisungsgründung, an der Organisationsstruktur der Heime und den in ihnen praktizierten Erziehungsmethoden zeigen.



http://www.linksnet.de/de/artikel/29609

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.10.2014 10:38:39 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.10.2014 11:10:15 GMT+02:00
Classic Bird meint:
Mit Verlaub, wie kommen Sie darauf, dass Sie es mit einem "Herrn" zu tun haben? Sie scheinen zu der Gilde zu gehören, die sich Ihr Bild von einer Person sehr schnell und vor allem sehr fest schmiedet. Und noch was: Der Schaum vorm Mund, der sich bei Ihnen dabei anscheinend bildet, scheint Ihnen die Sicht zu vernebeln. Oder Sie sind des erfassenden Lesens nicht mächtig. Lesen Sie NOCH MAL! Tipp: Es steht gleich im ersten Absatz. Ich schreib's Ihnen aber gern noch mal hin:
Zitat: "Wiederholte Fluchtversuche, Auflehnung gegen Organe der Jugendhilfe sowie Arbeitsbummelei und SCHULSCHWÄNZEN waren die häufigsten Einweisungsgründe."

Und noch was: Ich lasse mir von Ihnen nicht meine eigenen Erfahrungen ins Reich der Märchen verschieben, klar? Die Klassenkameradin meiner Schwester (sie lebte bereits zuvor in einem Heim für "schwererziehbare" Kinder) kam wegen mehrfachen Schuleschwänzens in den Jugendwerkhof in Freital. Ihr wiederholtes Fernbleiben wurde als Ablehnung des sozialistischen Schulsystems gewertet. Wer sind Sie eigentlich, sich zu einem Fall, den Sie überhaupt nicht kennen, ein Urteil erlauben zu wollen und das auch noch in einer derart unmöglichen, aggressiven Art und Weise?
Was Sie hier absondern ist hanebüchen ohne Ende und ein Schlag ins Gesicht der Opfer, deren Schicksal Sie verleugnen. Anscheinend haben Sie keine Ahnung, was ein Gruppenrat war, sonst würden Sie die Zugehörigkeit dazu wohl kaum derart unreflektiert mit mangelnder "Regimegegnerschaft" in Verbindung bringen. Tipp: Der Gruppenrat existierte von Klasse 1 an, und man wurde vom Kollektiv für einen Posten vorgeschlagen und hineingewählt - ich war Mitglied in der 3. Klasse, also im Alter von 8-9 Jahren! Ich glaube kaum, dass man in diesem Alter eine bewusste oder unterbewusste Regimegegnerschaft ausgebildet haben konnte. Mit zunehmendem Alter und gerade auch aufgrund des Vorfalls mit der Schulkameradin wurde das bei mir anders. Und ich war deshalb auch nie wieder in irgendeinem Gruppenrat vertreten und wäre auch nicht in die FDJ eingetreten. Wie wäre es mit fragen, wenn Sie was nicht wissen?

Spätestens mit Ihrem letzten Satz dürfte auch allen Anwesenden klar sein, mit wem man es hier zu tun hat. Mit einem Ewiggestrigen, der allen Ernstes versucht, die Jugendwerkhöfe schönzureden mit der wahrlich grandiosen Rechtfertigung, im "Westen" sei es ja schließlich genauso schlimm gewesen. Das zeigt nicht zuletzt Ihr Link hervorragend. Was Manfred Kappler da beschreibt, hat NICHTS, aber auch GAR NICHTS mit der Realität in DDR-Jugendwerkhöfen zu tun. Von "Spielräumen" oder dergleichen konnten die Jugendlichen dort nur träumen. Stattdessen gab es Arrestzellen wie im Gefängnis, Isolierhaft, geschorene Köpfe, Anstaltskleidung, Morgenappell und tagsüber Zwangsarbeit in Volkseigenen Betrieben.
In der kapitalistischen Bundesrepbulik gab es sicher viele Gründe, warum in den 80er-Jahren (!! - so war es im Fall der Schulkameradin) ein Jugendlicher in ein Erziehungsheim kam, aber sicherlich nicht wegen Schuleschwänzens oder "Herumtreibens." Die Realität, die Kappler beschreibt, spielte zudem in den BRD-Heimen der 60er-Jahre. Der Unterschied zum DDR-Heimsystem war, dass es in der BRD sehr wohl mit der Zeit Veränderungen gab, man erkannte, dass frühere pädagogische Prinzipien unter Umständen kontraproduktiv waren. Und es gab definitiv keine Zwangsarbeit für Jugendliche. In der DDR aber ging es nie um Erziehung, sondern um Wegsperren und um systematische Willensbrechung zum Zwecke der Unterwerfung unter ein häufig abgelehntes System. Und ausgerechnet SIE wollen anderen vorwerfen, keine Ahnung zu haben und Unsinn zu schreiben?

Für mich ist diese abstruse "Diskussion" hier beendet. Toben Sie sich anderswo aus.
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Ort: Dresden

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