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Kundenrezension

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandiose Western-Oper, 12. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Spiel mir das Lied vom Tod (DVD)
Wenn man jemandem, der den Film noch nicht gesehen hat, die Empfehlung ausspricht, sich "Spiel mir das Lied vom Tod" anzusehen, ist die erste Frage, die meist darauf folgt "worum geht's denn da?" Und genau da kommt man zum ersten Mal ins Stocken...
Ja worum geht's da eigentlich?!...lasst mich versuchen, einige mögliche Antworten zu erörtern:

Es geht um einen Mann, dessen Bruder vor langer Zeit ermordet wurde, und der jetzt loszieht, um Rache zu üben...160 Minuten Rache üben?
:( so oder so ähnlich dürfte das Gesicht des Gegenübers bei dieser Antwort aussehen..."und das soll ich mir jetzt ansehen?" Versuchen wirs noch mal...

Es geht um den Fortschritt der Technik im wilden Westen, und um die aussterbende Rasse "Cowboy", quasi um einen Epochenwechsel in den USA. Dies ließe sich auch schön am Titel dokumentieren, wäre er nicht bei der Übersetzung ins Deutsche verhunzt worden. Aus dem italienischen Original (sinngemäß: "Once apon a time, there was a West") wurde im Englischen "Once Upon a time a Time IN the West" und bei uns kam dann schliesslich nur noch der Titel "Spiel mir das Lied vom Tod" an, was wir wahrscheinlich einem Hirnfurz eines Marketingchefs zu verdanken haben...Aber zurück zum Thema. Es geht also um diesen Epochenwechsel...hm, nicht ganz falsch, aber wenn sie ihrem Gegenüber diese Antwort auftischen, dürfte er noch skeptischer gucken als George W. Bush vor dem öffnen eines tickenden Briefes mit arabischem Absender...das kriegen wir besser hin...

Es geht um unerfüllte Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte. Im Mittelpunkt stehen 5 Charaktere, und ihre jeweiligen Vorstellungen des Begriffs "Lebensaufgabe". Bestes und symptomatischstes Beispiel hierfür ist wohl Morton. Morton hat alles! Ansehen! Geld! Macht! Und Knochentuberkulose. :( Der letzte Wunsch in seinem schon sehr fortgeschrittenen Lebensabend ist es, den Pazifik mit seiner eigenen Eisenbahn zu erreichen, und sein Ableben im Kontrast zu diesem Herzenswunsch gehört zu den eindrucksvollsten Szenen, die ich kenne...filmübergreifend! Frank hingegen träumt davon Mortons Platz einzunehmen, und wird von seiner Vergangenheit dahingerafft... Cheyenne merkt erst gegen Ende, dass sein persönliches Glück in einem Leben mit Jill gelegen hätte...doch als er ihr vorschlägt, bei ihr zu bleiben, zeigt sie ihm die kalte Schulter...und er reitet zum Sterben in die Einsamkeit. Ja, die unerfüllten Sehnsüchte ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, und sind dennoch nur Beiwerk, nicht Anschauungsmittelpunkt..."Um unerfüllte Sehnsüchte??" wird ihr Gegenüber sagen "da guck ich lieber Gute Zeiten, Schlechte Zeiten....noch nicht die gewünschte Antwort, aber wir nähern uns an...

Hmm...je mehr ich über den Inhalt des Films nachdenke, desto mehr drängt sich mir ein Gedanke auf: es geht nicht um die Story, die erzählt wird, es geht eher darum, was der Film schafft daraus zu machen...mir fehlt nur noch der treffende Begriff...
"eine Oper der Gewalt" ist wohl der Untertitel, den man am häufigsten im Zusammenhang mit "Spiel mir das Lied vom Tod" zu Gesicht bekommt. Und eine Oper ist er wirklich. Leones einzigartiges Talent, immer genau im richtigen Moment auf die grandiosen Gesichtszüge seiner Schauspieler zu fokussieren, zeigt sich in keinem seiner Filme so deutlich wie hier. Er wechselt extreme Nahaufnahmen (Bronsons Augen füllen in einer Schlüsselszene kurz vor Schluss die gesamte Leinwand aus) mit ebenso extremen Weitwinkelshots, die die unendlichen Weiten der Prärie sehr schön einfangen. Er zieht den Fokus an, und lässt ihn locker, und das auf unvergleichliche Art und Weise. Und die Übergänge sind auch nicht ohne, siehe hier Jills Ankunft am Bahnhof, mit dem Zoom über den Bahnsteig durchs Fenster auf die Westernstadt...die Wahl der Schauspieler ist ebenfalls Leone-typisch akribisch bis in die Statistenrollen. Jedes Gesicht unverwechselbar, keiner ähnelt dem anderen, achtet mal darauf!
Das übrige zum Opernfeeling tut dann noch Ennio Morricones legendäre Musik. Vier Stücke beinhaltet der Soundtrack, jeder Hauptcharakter hat sein Theme zugeordnet bekommen, und wird dadurch auch immer akustisch eingeführt; Gruß an Star Wars. Diese Methode erlaubt es durch die Musikwahl dem Zuschauer verständlich zu machen, aus wessen Perspektive er die Geschehnisse im Moment wahrnimmt. "Jills West" ist nicht "Cheyennes West", beim mehrmaligen Ansehen fallen einem diese Perspektivenwechsel irgendwann auf.
Musik, Kamera, Schauspieler, und vor allem Regie, alles greift ineinander, alles bildet eine Einheit, zusammengehalten durch eine unvergleichliche Liebe zum Detail (Leone hat echten Staub aus der Prärie nach Spanien einfliegen lassen, weil die Farbe des einheimischen Staubs nicht gestimmt hat!).
Alles wirkt perfekt inszeniert, nichts sticht, nichts beisst, nichts kneift, und das ist wirklich selten... wenn der Film etwas NICHT schafft, dann hat man den Eindruck er WOLLTE es nicht schaffen. Manche mögen sagen er hat Längen, er erzählt wenig Story in vielen Minuten (der längste Vorspann der Filmgeschichte), aber diese Meinung teile ich nicht, ich sage der Film nimmt sich die Zeit, die er braucht, um das auszusagen, was er will, Zeit für eine perfekte Inszenierung...Inszenierung...das ist es! Genau das ist der fehlende Begriff...

Wenn man also mal gefragt werden sollten "worum geht's denn eigentlich in Spiel mir das Lied vom Tod?", könnte man ruhigen Gewissens antworten: "es geht um die Kunst filmischer Inszenierung"!
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.08.2011, 10:47:43 GMT+2
Monty Burns meint:
Hallo Christoph!

Klasse Rezension! Großes Kompliment!

Das mit den sehr markanten, unterschiedlichen Typen ist übrigens etwas was ich auch immer wieder großartig finde. Auch in anderen Filmen wie z.B. Polanskis >Piraten< oder Annauds >Der Name der Rose<. Wie Leone Lionel Standers schmieriges, verschwitztes, pockennarbiges Grinsen in der schmuddeligen Wüstenkaschemme inszeniert ist eine wahre Wonne!

Was den >Hirnfurz< anbelangt: meines Wissens wurde der Film seinerzeit zunächst unter einer relativ getreuen Übersetzung des Originaltitels in unseren Kinos gestartet, floppte aber. Erst mit dem neuen Titel, >Spiel mir das Lied vom Tod<, wurde der Film in Deutschland zum Erfolg. Wir als Volk der Dichter und Denker brauchen wohl ein bisschen mehr Pfeffer.

LG, M. Bähre

Veröffentlicht am 25.01.2012, 13:05:54 GMT+1
Kann mich nur anschließen!!!
Diesen Film sollte man einmal im Leben gesehen haben.

Veröffentlicht am 13.12.2015, 16:01:15 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 13.12.2015, 16:01:42 GMT+1
Lothar54 meint:
Der Bruder? Ich dachte es wäre sein Vater gewesen der auf seinen Schultern stehend am Galgen hing? Da habe ich über 40 Jahre das falsche gedacht?

Veröffentlicht am 13.12.2015, 16:02:55 GMT+1
Lothar54 meint:
Ich habe den Film damals im Kino gesehen als er Anfang der 70er Jahre bei uns lief! An die Kinofassung kommt keine noch so tolle DVD oder Blu-Ray heran ! Gut, er lief später nochmal in deutschen Kino's, aber bei weitem nicht in dieser Qualität wie Anfang der 70er! Auf der riesigen Leinwand kam auch der Film wesentlich besser zur Geltung, der Gesamteindruck war phänomenal ! Ich habe auch" Es war einmal in Amerika"von Sergio Leone 1984 im Kino auf einer riesigen Leinwand gesehen, auch kein Vergleich zum Fernsehen, beides unvergessliche Filme die man gesehen haben muss!

Veröffentlicht am 13.12.2015, 16:09:23 GMT+1
Lothar54 meint:
Der Titel " Spiel mir das Lied vom Tod" entstand dadurch weil der Rächer(Charles Bronson) als Kind seinen Vater stehend auf seinen Schultern am Galgen tragen musste und Frank(Henry Fonda) der Verbrecher, ihm eine Mundharmonica mit den Worten " Spiel mir das Lied vom Tod" in den Mund drückte, so einfach ist das!
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