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Kundenrezension

60 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Italo-Western-Klassiker, 13. November 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mercenario - Der Gefürchtete (DVD)
Italo-Western-Klassiker von Sergio Corbucci erstmals als deutschsprachige DVD.

Mexiko 1910: Der Söldner Kowalski, genannt "der Pole" (Franco Nero), wird vom Minenbesitzer Garcia (Eduardo Fajardo) zur Begleitung eines Silbertransports beauftragt. In der Silbermine angekommen, muss Kowalski jedoch feststellen, dass diese von aufständischen Minenarbeitern unter Führung von Paco (Tony Musante) übernommen wurde. Paco engagiert kurzerhand Kowalski damit er ihnen gegen Garcia samt anrückenden Federales beistehen möge. Unter dem Einfluss seiner idealistischen Geliebten Columba (Giovanna Ralli) entwickelt sich Paco zum Freiheitshelden. Dies geht jedoch nicht ohne die Hilfe von Kowalski der Paco erst zeigen muss wie erfolgreiche Revolution funktioniert und ihm auch auf ungewöhnliche Weise, nämlich anhand eines nackten Frauenkörpers das kapitalistische System erklärt: "Der Kopf, die herrschende Ausbeuterschicht. Der Arsch, das Proletariat. Frage: warum kommen Kopf und Arsch nicht zusammen?" Im Gegensatz zu den engagierten Revolutionären nutzt Kowalski seine Beraterfunktion, bei der er sich buchstäblich für jeden Handgriff fürstlich entlohnen lässt, um sich persönlich zu bereichern. Während ihrer revolutionären Umtriebe kreuzen sie immer wieder den Weg des amerikanischen Söldners Ricciolo (Jack Palance) und seiner Gesellen, die wiederum mit den Federales kooperieren. Kowalski und Ricciolo sind von früher her verfeindet. Und als Ricciolo Kowalski eine Falle stellt, ist es Paco mit seinen Revolutionären der ihm beisteht und rettet. Ricciolo wird jedoch nicht getötet, aber auf eine Weise gedemütigt die er den beiden niemals vergeben wird und ihnen tödliche Rache schwört. So wie die Revolutionäre immer erfolgreicher werden, so werden Kowalskis Forderungen immer dreister. Paco, nach den Erfolgen selbstbewusster werdend, enteignet schließlich Kowalski und steckt ihn als Feind der Revolution ins Gefängnis. Ihrer militärischen Führung beraubt haben die Revolutionäre gegen die wenig später anrückenden Federales, die von Garcia und Ricciolo begleitet werden, keine Chance. Paco, Columba, einige wenige Revolutionäre, aber auch Kowalski können dem Gemetzel entkommen. Monate später begegnet Paco in einer Stierkampfarena, wo er nun als Clown untergetaucht ist, Ricciolo und Kowalski, die ihn beide aus unterschiedlicher Motivation aufgespürt haben. "So sehen wir uns wieder, vielleicht zum letzten Mal." Die Begegnung mündet in eines der am besten inszenierten Italo-Western-Duelle.

Revolutionswestern aus dem Jahr 1968 von Sergio Corbucci der einige Klassiker des Italo-Western (Django, Navajo Joe, Leichen pflastern seinen Weg) geschaffen hat. Bekannt entweder unter "Mercenario - der Gefürchtete" (Original: Il Mercenario) oder "Die gefürchteten Zwei". Deutschsprachig nun erstmals als DVD veröffentlicht gilt der Film als eines der Hauptwerke des Italo-Western.

Corbucci ist im Vergleich zu Leone oder Sollima der gewalttätigere und kompromisslosere Regisseur. Mercenario ist natürlich auch gewalttätig und zynisch, er nähert sich dem Thema Revolution aber nicht so ernsthaft wie Damiano Damiani's sicher enger an der Realität liegenden Klassiker "Töte Amigo". Er ist satirisch, verspielt, fast ein wenig geschwätzig und bei weitem nicht so düster und hoffnungslos wie "Django" oder "Leichen pflastern seinen Weg." Dialoge sind zum Teil recht pointiert, die Bildgestaltung optisch opulent, insgesamt sorgfältig konstruiert und inszeniert, mit einem herrlichen Soundtrack Morricones untermalt.

Neben der Musik Morricones in Erinnerung bleibend sind beispielsweise die dumpfen ungläubigen Blicke der Revolutionäre während sich Kowalski mit deren letzten Wasser in der Wüste duscht sowie die Arroganz des als Gentlemans auftretenden Ricciolos, bemerkenswert von Palance dargestellt.

Gegen Ende des Films, nicht jedoch als dessen Abschluss (!), erlebt der Zuseher eines der am stimmigsten inszenierten Italo-Western-Duelle, kongenial von Morricones Musik untermalt. Konsequenterweise findet dieses Duell in einer Arena statt. Von der Konstellation der Beteiligten erinnert es ein klein wenig an Leones "Für ein paar Dollar mehr"-Endduell.

Bemerkenswert ist wie Corbucci gegen Ende des Films hin mit den Sehgewohnheiten und der Erwartungshaltung des Publikums spielt. Das Duell in der Arena wäre klassischerweise das Ende eines Films. Nicht jedoch hier. Die Handlung nimmt noch eine unerwartete Wende die dann in einem kleineren Massaker und einer weiteren klassischen Schlussszene mündet. Aber noch immer ist der Film nicht zu Ende, denn Corbucci hat noch eine Kleinigkeit zu erzählen bevor er mit den an Paco gerichteten Worten "... träume weiter, aber träume mit offenen Augen ..." seinen Film enden lässt.

1970 hat Corbucci dann mit "Zwei Companeros" (mit Franco Nero und Thomas Milian) eine Art Remake (eher mehr eine Variation von Motiven aus Mercenario) gedreht, das jedoch in direktem Vergleich zu Mercenario bei weitem nicht so stimmig und sorgfältig inszeniert wirkt.

Bild der DVD wurde überarbeitet, ist gut, manchmal wirkt es jedoch ein wenig weichgezeichnet und nicht ganz so scharf wie sonst von KOCH-MEDIA gewohnt, was wohl am Ausgangsmaterial liegen wird, immerhin ist der Film über 40 Jahre alt. Trotz allem ist es akzeptabel und man wird den Film wahrscheinlich auch künftig nie in einer besseren Bildqualität zu sehen bekommen. Das Filmvergnügen wird also nicht getrübt.

DVD Extras:
*Featurette (etwa 40 Minuten) mit Interviews und Archivmaterial. Sehr Interessant!
*Informatives und unterhaltsames Booklet
*Trailer
*Bildergalerie

Resümee: Highlight der Italo-Western-Veröffentlichungen 2010. Genre-Klassiker aus dem Jahr 1968 von Sergio Corbucci der einige weitere Klassiker des Italo-Western (Django, Navajo Joe, Leichen pflastern seinen Weg) geschaffen hat, erstmalig als deutschsprachige DVD. Der Revolutionswestern ist es wert angesehen zu werden. Gegen Ende des Films erlebt der Zuseher eines der am stimmigsten inszenierten Italo-Western-Duelle, kongenial von Morricones Musik untermalt.
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1-7 von 7 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.12.2009, 21:20:34 GMT+1
Sebs meint:
Ausgezeichnete Rezension. Sie sollten fuer Spaghetti-western.net schreiben! Dort wuerde man sich um eine (dann) erweiterte Rezension freuen und sie veroeffentlichen

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.12.2009, 08:30:01 GMT+1
Chaldroi meint:
@Sebastian Haselbeck
Danke für Zuspruch und Anregung! Vorerst konzentriere ich mich mit Rezensionen aber noch auf Amazon, denn leider fehlt mir schlichtweg die Zeit diese auf mehreren Portalen zu veröffentlichen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.12.2009, 13:31:28 GMT+1
Sebs meint:
eine leicht korrigierte oder ueberarbeitete Version dieses Textes wuerden wir jedenfalls gerne Veroeffentlichen, wir suchen zum Anlass der DVD Veroeffentlichung noch mehr Materialien zu diesem Film. einfach melden :)

Veröffentlicht am 13.02.2010, 11:49:02 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 22.02.2010, 10:57:54 GMT+1
Chaldroi meint:
Ich hatte bereits am 5.2.2010, also unmittelbar nach Erscheinen der DVD, meine Rezension um technische Details ergänzt. Trotz mittlerweile dreimaliger Neueingabe und Urgenzen (8.2., 11.2., 12.2. und 22.2.!) bei Amazon ist diese Änderung immer noch nicht veröffentlicht. Hier gibt es wohl technische Probleme seitens Amazon.

Nachfolgend die von mir vorgenommenen Änderungen vorab als Information:

Bild der DVD wurde überarbeitet, ist gut, manchmal wirkt es jedoch ein wenig weichgezeichnet und nicht ganz so scharf wie sonst von KOCH-MEDIA gewohnt, was wohl am Ausgangsmaterial liegen wird, immerhin ist der Film über 40 Jahre alt. Trotz allem ist es akzeptabel und man wird den Film wahrscheinlich auch künftig nie in einer besseren Bildqualität zu sehen bekommen. Das Filmvergnügen wird also nicht getrübt.

DVD Extras:
*Featurette (etwa 40 Minuten) mit Interviews und Archivmaterial. Sehr Interessant!
*Informatives und unterhaltsames Booklet
*Trailer
*Bildergalerie

Resümee: Highlight der Italo-Western-Veröffentlichungen 2010. Genre-Klassiker aus dem Jahr 1968 von Sergio Corbucci der einige weitere Klassiker des Italo-Western (Django, Navajo Joe, Leichen pflastern seinen Weg) geschaffen hat, erstmalig als deutschsprachige DVD. Der Revolutionswestern ist es wert angesehen zu werden. Gegen Ende des Films erlebt der Zuseher eines der am stimmigsten inszenierten Italo-Western-Duelle, kongenial von Morricones Musik untermalt.

Veröffentlicht am 13.06.2011, 23:39:29 GMT+2
Montana meint:
Danke für diese schöne Rezi, aber ich muss Ihnen leider widersprechen, was die Bewertung des Films angeht. Ich finde nämlich, daß Il Mercenario veraltet wirkt und das tun die Corbucci-Meisterwerke Il Grande Silenzio und Django nicht.
Ein sozialistischer Western. Schön und gut, aber die Message kommt doch so holzhammermäßig daher, daß man fast nicht anders kann, als den Film als Zeitdokument zu sehen. All die großen Italo-und Spätwestern, wie die beiden oben Genannten, sowie die Leone-Western, oder The Wild Bunch, oder Butch Cassidy and The Sundance Kid sind natürlich alle Kinder ihrer Zeit, sind aber heute filmisch immer noch so großartig, wie zur Zeit ihrer Veröffentlichung. Bei Il Mercenario aber kommt mir alles so abgedroschen vor. Der andere große Revolutionswestern Gui la testa von Leone, ist da viel, viel klüger.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.06.2011, 07:21:16 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 15.06.2011, 07:22:08 GMT+2
Chaldroi meint:
Aha, Widerspruch aus dem Proletariat. Hier muss ich wohl die Federales in Bewegung setzen ... ;-)

Danke für den interessanten Einwand. Er hat schon etwas für sich. Das revolutionäre Gedankengut wird in Mercenario zwar nicht mit dem Holzhammer aber doch recht direkt verabreicht. Da sind z.B. Damiano Damiani's Töte Amigo und Leones Todesmelodie im Verhältnis "subtiler" und vermutlich näher an der "Realität".

Gerade Todesmelodie (Giu la testa) mag klüger und in sich schlüssiger sein. Jedoch machen ihn seine ernste, schwermütige und in Bild und Musik extrem langsame Inszenierung für das breite Publikum etwas spröde. Er erschließt sich wohl eher erst einem Cineasten bei nochmaligem Ansehen als einem klassischen Western-Fan.

Mercenario hingegen mag oberflächlich, geschwätzig und wie Sie meinen "abgedroschen" sein. Ein "sozialistischer" Western, schön und gut. Er hat aber eine beeindruckende Bildästhetik die von einem herrlichen Soundtrack Morricones begleitet wird. Er bietet viele großartige Szenen die vielleicht nicht "realistisch" aber doch sehenswert und vor allem wiedersehenswert sind. Seine opernhafte Inszenierung bietet letztlich - Klassenkampf hin oder her - einen hohen Unterhaltungswert. Und die gegen Ende stattfindende Auseinandersetzung der Hauptdarsteller ist wohl eines der am stimmigsten inszenierten Italo-Western-Duelle. Alleine deswegen lohnt es sich, Mercenario anzusehen. Die Arena als Duell-Ort und einer der Protagonisten im Clown-Kostüm ist auch für einen Italo-Western reichlich ungewöhnlich, unterstreicht aber sowohl die visuell erfrischende Umsetzung als auch das opern- oder auch zirkushafte der Inszenierung. Vielleicht bloß nur ein Zeitdokument, wie Sie schreiben. Aber eines, an das ich mich gerne erinnere.

Leichen pflastern seinen Weg und Django sind zweifelsohne zeitlose Genreperlen. Wobei gerade Django das Genre vielleicht sogar nachhaltiger beeinflusst hat als Leones Dollar-Filme. Allerdings, ohne den Erfolg der Dollar-Filme hätte es, so meine ich, keinen Django gegeben.

So, nun bremse ich mich mit meinen Ausführungen ein, um nicht den Rahmen zu sprengen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.07.2017, 13:11:20 GMT+2
Bobbydy meint:
Ich stimme hier voll und ganz Ihnen zu.
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