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Kundenrezension

am 29. Oktober 2005
Zadie Smith hat wiederum einen satirischen Gesellschaftsroman über aktuelle Themen verfaßt. Hier geht es hauptsächlich um Schönheitskult, Kunst und Rassenfrage. Im Zentrum steht eine gemischtrassige Familie: der englische Professor Howard Belsey war 30 Jahre lang glücklich mit der Afroamerikanerin Kiki verheiratet. Die Ehe gerät in die Krise, als er sie mit seiner weißen Kollegin betrügt. Ihre drei Kinder entwickeln sich in völlig unterschiedliche Richtungen. Jerome stößt seinen zynischen, intellektuellen Vater vor den Kopf, indem er Christ wird und Wirtschaft studiert, Zora möchte dem Vorbild des Vaters folgen und ebenfalls eine akademische Karriere machen und Levi sucht seine schwarzen Wurzeln, indem er sich für Rap begeistert und mit anderen, weniger privilegierten Schwarzen Kontakt aufnimmt. Hinzu kommt die Figur des erzkonservativen Schwarzen Monty Kipps, der sich gegen Howards liberale Ideologie wendet und seine Stellung am College gefährdet. Die Charaktere sind also sehr unterschiedlich angelegt und werden zunächst alle mit verständnisvoller Ironie beschrieben. Ich fand die Darstellung über den größten Teil des Romans hinweg sehr ausgewogen. Es kommen immer wieder kleine Seitenhiebe auf Schlankheitswahn und Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, worunter eigentlich alle weiblichen Figuren auf die eine oder andere Weise leiden. Außerdem kritisiert Zadie Smith den akademischen, extrem analytischen Umgang mit Kunst und Musik seitens der Intellektuellen, die eigentlich nicht mehr in der Lage sind, ein Stück oder ein Gemälde einfach nur auf sich wirken zu lassen. Am Ende spannt sie den Bogen aber zu weit.
Howard Belsey wird von Monty Kipps wunderschöner Tochter verführt, die ihre eigene Unsicherheit hinter aufgesetzten Vamp-Allüren verbirgt. Als diese Sache ans Licht kommt, wird er von Kiki verlassen und auch seine Kinder wenden sich alle von ihm ab. Am Ende wird noch seine letzte Vorlesung ein Fiasko, obwohl Andeutungen gemacht werden, eben dadurch könne sich alles wieder zum Guten wenden. Mir schien es allzu hart, Howard Belsey derart für seine Schwäche und intellektuelle Besessenheit zu strafen. Nicht alle Analyse von Kunst muss schlecht sein und Heuchelei ist sicher nicht nur in der akademischen Mittelschicht zu finden. Zwar wurden Levis verkrampfte Versuche, aus sich einen Ghetto-Bruder zu machen, zunächst mit Ironie beschrieben, aber am Ende scheint sein Weg zurück zu den Wurzeln der einzig richtige. An Howard Belsey und in gewisser Hinsicht auch an seiner Tochter Zorah wird hingegen eine Art Exempel statuiert, das sie in meinen Augen nicht unbedingt verdient haben. Für meinen Geschmack ist das Ende allzu einseitig und moralisch angelegt.
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