man wolle den selbstmord nicht glorifizieren, eher habe man das buch geschrieben aus "neugier auf das komplizierte räderwerk, das einen menschen antreibt." ursachen für einen suizid gibt es sehr unterschiedliche. wer sich mehr für politik interessiert, wird sich in diesem lexikon festlesen bei namen wie bastian/kelly, uwe barschel, baader/meinhof/grams oder hitler-himmler-goebbels-hess. internationale medienstars von marilyn monroe bis ernest hemingway werden besprochen wie auch die ganz altvorderen: seneca, kleopatra, nero, diogenes. den bildungsbürger interessieren sicherlich tucholsky und zweig, vincent van gogh oder ernst ludwig kirchner - oder den berühmtesten theoretiker (und praktiker) des suizids: jean amery. es ist erstaunlich, wieviel beitrag die moderne popmusik-szene zu diesem traurigen kapitel liefert - wer sich auskennt: kurt cobain, roy buchanan, danny gatton - oder für die älteren unter uns: del shannon (runaway), dalida (am tag als der regen kam, itsi-bitsi-teeni...); es ist zunächst wohl die einfachste methode, schlicht alphabetisch nach den namen der toten zu sortieren; eine chronologische reihenfolge oder eine, die nach geburtsland trennt, würde vielleicht zeit- und regionaltypische unterschiede herausschälen können, eine soziologische sortierung würde vielleicht nach dem einfluss der umgebung sortieren (von kamikaze über djihad bis sektenselbstmord gibt es da eine gewisse spannbreite), natürlich würden die psychoanalytiker wiederum eine andere zusammenstellung vorziehen: man sieht, das thema gäbe zu mancherlei weiterführenden überlegungen anlass. vielleicht wird es höchste zeit, die tabuisierung dieses bereichs aufzuheben, um schnellstmöglich ein breites öffentliches wissen um das "räderwerk im menschen" zu ermöglichen - nicht zuletzt mit dem ziel, selbstmord-motivierten vor ihrer tat beim sinneswandel helfen zu können - oder sie hernach zu wenigstens zu verstehen...