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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENTam 6. Februar 2011
Gemessen an den Verkaufszahlen seiner Bücher und am Bekanntheitsgrad des Autors selbst, zählt Jules Verne zu den herausragenden Schriftstellerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. In die Academie francaise, dem elitären wissenschaftlichen Zirkel der französischen Gesellschaft, der im Zuge der Aufklärung als rangbildendes Element konstituierend war, ließ man ihn aber nicht eintreten. Zu trivial, zu unwissenschaftlich war aus Sicht der akademischen Kollegen sein Stoff. Eine fatale Fehleinschätzung, wie in der Folgezeit immer wieder deutlich wurde.
Denn viele der in seinen Büchern beschriebenen Visionen technischer und mechanischer Natur waren vorweggenommene Erfindungen, die später tatsächlich Furore machten. Die detaillierte Beschreibung der Mondfahrt oder das akribische Verständnis der Unterseebootnavigation stehen hier stellvertretend für eine Vielzahl derartiger Beispiele. Neben seinem intuitiven Voranschreiten der eigenen Zeit, beschäftigte sich Verne aber ebenso gerne mit den großen Entdeckungen und Abenteuern der Vergangenheit, sofern er sie nicht selbst in einer fiktiven Geschichte behandelte.
Aufgrund zahlreicher persönlicher Erfahrungen auf verschiedenen Seeexpeditionen lag sein besonderes Interesse in jenem Bereich der Nautik, dem seit gut 400 Jahren die großen Entdeckungen und letztlich auch die bahnbrechendsten Veränderungen der humanen Sozialkonstellation vorrausgingen. Der Eroberung neuer Welten per Segelboot, Fregatte oder Dampfschiff waren bis zu Vernes Zeit das prägende Stilmittel. Und genau in diesem Bereich hatte Verne nicht nur fiktives, sondern auch historisches Interesse, so dass wir es hier mit keinem Roman, sondern vielmehr mit einer Vergangenheitsbearbeitung in der typisch Verneschen Bravour zu tun haben. Vielleicht sogar besser: denn Vernes Schreibe ist hier, verglichen mit seinen sonst nicht immer literarisch hochwertigen Ergüssen, äußerst trefflich intoniert.
Inhaltlich erzählt der Franzose von Cooks Reisen, La Perous' Abenteuern oder auch von Alexander von Humboldts gewagter Südamerikaexpedition. Im zweiten Teil dieses Buches dann werden die Entdeckungen des 19., also Vernes Jahrhundert, reüssiert. Weniger neue Gegenden als kulturelle, religiöse oder architektonische Besonderheiten, die aus europäischer Sicht faszinierend waren, stehen auf dem Tableau. Abschließend werden die packenden Nord- und Südpolexpeditionen neu aufgearbeitet, die zur Zeit des Schreibens (zwischen 1868 und 1880) längst nicht abgeschlossen waren, aber bereits genügend Stoff für eine spannende Geschichte abgaben.
Diogenes präsentiert die als historische Quelle vor allen Dingen als Sichtweise des eurozentristischen 19. Jahrhunderts unverzichtbare Quelle mit zahlreichen Nachdrucken von Originalzeichnungen jener Zeit und untermalt das Gesagte so mit der entsprechenden Optik. Die, wie häufig bei Vernes Büchern, zunächst als Fortsetzungen in Hetzels (Vernes Protegé) Zeitschrift herausgegeben wurden, sind hiermit kompakt und als wunderbarer Schmöker in einem Diogenes-Taschenbuch zu erhalten und nicht nur für Verne-Fans ein seltenes (weil nicht fiktiver) Highlight.
Was Verne hier besonders auszeichnet, ist seine nüchterne Sprache, die sich vom europäischen Kolonialismus jener Tage so entscheiden abhebt. Es ist just jenes Kriterium, dass man bei Verne normalerweise als negativen Kontradiktionspunkt gegen seine großartigen Ideen anführt. Die einfache, unspektakuläre Schreibe trifft in diesem Fall den Nagel auf den Kopf. Die Entdecker mal aus zweiter und nicht dritter Hand entdecken!
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