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Kundenrezension

VINE-PRODUKTTESTERam 14. Januar 2010
Das war aber auch eine schwere Geburt! Nach einigen Verschiebungen, die einen ungeduldig harren ließen, hat das Warten endlich ein Ende und die semi-legendären Bay Area-Mucker Heathen melden sich mit dem regulären Studionachfolger zum 1991er Klassiker Victims of deception zurück. Und The evolution of chaos - so der Name des guten Stücks - bietet genau das was man erwartet und die Demo aus 2005 versprochen hat: eine musikalische Fortsetzung der alten Glanztaten mit knackigem Speed- und Thrash Metal, inklusive zackiger Riffs, grandioser Harmonien und giftigen Soli, sowie komplexen Arrangements und jeder Menge Gebretter, allerdings ohne die Melodien aus den Augen zu verlieren. Der Unterschied zu früher ist gar nicht so groß und die meisten Songs könnten auch auf den ersten beiden Alben stehen. Das alleine sollte ja schon Qualitätsmerkmal genug sein. Nur der starke Gesang von David White ist mittlerweile etwas rauer, dafür im gleichen Maß auch melodischer, was der Platte aber sehr gut zu Gesicht steht.

Denn grundsätzlich geht es bei Evolution of chaos wieder ziemlich zur Sache. Bandboss Lee Altus (auch Exodus, ex-Die Krupps) sägt sich mit seinem neuen Sidekick Kragem Lum durch die Songs, als gäbe es kein Morgen. Das ist in der Tat immer noch richtige Gitarrenmusik, bei der es einem fast schwindelig wird. Man ist schon etwas froh, wenn Heathen mal kleine Verschnaufpausen in ihre Stücke einbauen, wie z.B. das ruhige Break im überlangen "No stone unturned" oder generell das hymnische "A hero's welcome". Letzteres könnte man mit seinem kämpferischen Pathos schon fast als Powerballade bezeichnen. Das wird nicht jedem schmecken, aber eine coole Nummer ist das Lied zweifellos. Ansonsten bringt es nicht viel Highlights herauszupicken, denn das ganze verdammte Album ist ein einziges Highlight!

Egal ob der drückende Headbanger "Dying season", der abwechslungsreiche Thrasher "Silent nothingness", das griffige "Arrows of agony" oder eben die beiden genannten, jeder Song ist auf seine Art und Weise einfach stark. Da spielt es auch keine große Rolle, dass auch mal bei "No stone unturned" Metallica durchklingen oder "Undone" ein modernes Exodus-Riff besitzt. Denn erstens zeigen Heathen den Metal-Millionären wie man es richtig macht und zweitens sorgt Lee Altus schließlich hier wie dort für die richtige Gitarrenpower. Ein zusätzliches Plus ist der druckvolle und transparente Sound. Das erneute Abmischen hat sich wirklich gelohnt. Endlich darf eine Metalplatte wieder richtig nach Metal klingen! Kommt ja leider nicht mehr allzu oft vor.

Um es kurz zu machen: Evolution of choas ist das wohl stärkste Comebackalbum seit Exodus' Tempo of the damned und zeigt nebenbei der Myriade an Retrothrashern wo der Hammer hängt. Egal ob Death Angel, Overkill, Testament oder eben Heathen - die alten Haudegen können es eben immer noch am besten!
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