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Kundenrezension

am 26. November 2012
Beim Aufschlagen von "Redshirts" heißt es erstmal durchatmen: Die Schrift ist riesig, die Ränder breit - so kennt man das eigentlich nur von Kinderbüchern. Auf diese Art kommt man natürlich leicht auf 430 Seiten, bei "normalem" Druck wären es wohl unter 200 gewesen. So etwas zum Preis eines vollwertigen Romans zu verkaufen ist eigentlich eine Frechheit. Leider wird dieses Manko auch im Buch nicht wett gemacht. Zunächst fallen relativ schnell eine Anzahl an Tippfehlern und eine gewöhnungsbedürftige, ungenaue Übersetzung auf. Verwunderlich, bei einem derart kurzen Buch sollte man meinen, dass das deutsche Lektorat genügend Zeit hatte, ordentlich zu Werke zu gehen.

Wichtiger ist aber ohnehin die Geschichte - und die ist ausgesprochen merkwürdig und dermaßen an den Haaren herbei gezogen, dass es schon wieder innovativ ist. Sich mit den "Redshirts", also Mitgliedern einer Raumschiffbesatzung, deren einziger Daseinszweck das Sterben in den unendlichen Weiten des Weltalls ist, zu beschäftigen, ist eine gute Idee. Ganz neu ist sie allerdings nicht, bereits im Film "Galaxy Quest" wurde das Thema zumindest angeschnitten. Generell haut "Redshirts" übrigens in eine ähnliche Kerbe wie dieser Streifen mit Tim Allen, wobei die Story ziemlich genau die umgekehrte Richtung einschlägt.

Auf dem Papier klingt das alles erstmal nicht schlecht. Trotzdem - oder gerade deshalb - passt die Umsetzung hinten und vorne nicht. "Redshirts" soll im Prinzip ja (eben wie "Galaxy Quest") so etwas wie eine Parodie auf das Science Fiction-Genre im TV sein. Darüber hinaus könnte man das Buch auch als eine Kritik an den teils merkwürdigen Drehbüchern und Erzählweisen insbesondere älterer TV-Serien lesen, die manchmal dramaturgischen, oft wirtschaftlichen Interessen folgen (müssen). Leider weist die Erzählweise von "Redshirts" genau dieselben Probleme auf, die Scalzi damit vermutlich anprangern möchte. Es gibt Löcher in der Handlung, die Logik bleibt völlig auf der Strecke, der Humor wirkt nicht hintergründig sondern unfreiwillig. Generell fehlt es dem Buch durchgehend an Tiefe - nicht nur was die wenig spannende Story betrifft, auch die Charaktere bleiben völlig blass. Das mag ihren TV-Pendants, die oft nicht einmal einen Namen bekommen, entsprechen, macht den Roman aber völlig oberflächlich. Wirkliche Sympathie für das Schicksal der "Redshirts" kann so nicht entstehen. Ebenfalls problematisch: John Scalzi verzichtet auf jegliche Außenbeschreibungen, die man im Fernsehen wenigstens sieht - wie das Raumschiff "Intrepid" aussieht, kann man sich so beim besten Willen nicht vorstellen. Nimmt man all das zusammen, wirkt "Redshirts" im Endeffekt eher wie eine Fingerübung als wie ein fertiger Roman. Der Autor präsentiert eine grundsätzlich gute Idee mit schönen Ansätzen für eine weitere Ausarbeitung - die einfach nicht erfolgt.

Irgendwann zwischen Seite 330 und 340 ist die Geschichte dann zu Ende. Die restlichen Seiten werden gefüllt mit - ja was eigentlich? Am ehesten kann man das was folgt als eine Art Nachbetrachtung verstehen. Die Story wird dabei aus anderen Blickwinkeln noch mal zusammengefasst. Das bringt sogar ein wenig Licht in vorher ziemlich nebulöse Zusammenhänge, wirklich gebraucht hätte man diese teilweise langatmigen Beschreibungen aber nicht, weil sie schlicht zu spät kommen.

Fazit: Mit "Redshirts" hat der von mir eigentlich sehr geschätzte John Scalzi ordentlich daneben gegriffen. Das Buch wirkt wie eine höchstens mittelmäßige Kurzgeschichte, die künstlich aufgebläht wurde und damit kaum noch eine Existenzberechtigung hat. Mit sorgfältigerer Ausarbeitung hätte das ein gutes Buch in gewohnter Scalzi-Qualität werden können - in dieser Form muss man von einer Lektüre leider abraten. Die zur Zeit dieser Rezension immer noch freche Preispolitik wurde bereits erwähnt und ist ein weiterer Grund, die Finger von diesem Buch zu lassen. Sollte es jemals günstiger angeboten werden, können Scalzi-Fans ja einen Blick riskieren, zu viel erwarten sollte sich aber niemand.
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