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Kundenrezension

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben, 7. September 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Nachtzug Nach Lissabon (Audio CD)
"Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben. Ich brauche ihre Schönheit und Erhabenheit. Ich brauche sie gegen die Gewöhnlichkeit der Welt. Ich will zu leuchtenden Kirchenfenstern hinaufsehen und mich blenden lassen von den unirdischen Farben. Ich brauche ihren Glanz". Gegen die Gewöhnlichkeit der Welt - hiergegen richten sich die Worte von Amadeu de Prado, einem portugiesischen Arzt, Widerstandskämpfer und Poeten, dessen Schrift der Berner Lateinlehrer Greorgius durch Zufall in die Finger bekommt. Sie verändern Greorgius Welt.

Wortgewaltig, virtuos und beispiellos sind Prados Werke. Ergreifend, brilliant, radikal, eigenwillig und leidenschaftlich. Sie bringen den schlichten und unprätentiösen Lateinlehrer dazu, sein Leben von heute auf morgen zu verändern und spontan und ohne jegliche Verabschiedung von Bern nach Lissabon abzureisen. Dort will er dem unbekannten Autor auf die Spur kommen, so sehr faszinieren Greorgius seine Worte.

Die Handlung ist nicht leicht zu verstehen und ist sehr verschachtelt. Greorgius lernt auf seiner Reise ins Ungewisse Menschen kennen, die in irgendeiner Weise mit dem Verstorbenen Prado zu tun haben: dessen Schwestern, seinen Freund und Widerstandsgenossen, seinen alten Pater etc. etc. Der 57 jährige Greorgius erfährt auf dieser Suche eine Menge über sich selbst und begreift ein wenig mehr, warum sein Leben so gelaufen ist, wie es gelaufen ist ...

Der portugiesische Widerstand im "Estado Novo", der von Antonio de Oliveira Salazar Anfang der 30er Jahre gegründeten klerikal-faschistischen Ständestaat in Portugal ist hier nur Rahmenhandlung, nicht Hauptinhalt. Es geht um Vater-Sohn-Beziehungen, Schwester-Bruder-Beziehungen, eigentlich um alle Arten von Beziehungen, um Schicksalsschläge und um Ohnmacht.

Ich finde die Aufnahme vom "Hörverlag" gelungen. Unter der Bearbeitung und Regie von Sven Stricker ist ein gediegenes Hörspiel entstanden in einwandfreier Qualität und sehr guten Sprechern - mit einer Ausnahme: Peter Fricke als Gregorius. Seine pointierte und ausdrucksvolle Stimme gefällt mir überhaupt nicht in der Rolle des Gregorius, den ich mir viel schlichter und "langweiliger" vorgestellt hatte. Boris Aljinovic, der uns als Berliner Tatortkommissar "Felix Stark" bekannt ist, hingegen gibt dem Hörspiel mit seiner ruhigen, warmen Stimme einen guten Grundton. Auch die anderen, weniger häufig auftretenden SprecherInnen sind vorzüglich.

Das ist aber nicht der einzige Grund, weshalb ich nur vier Punkte gebe: denn der Roman (bzw. das Hörspiel) sind absolut humor- und ironiefrei. Das Hörspiel ist überaus schwermütig, betont melancholisch, stellenweise bleiern bedrückt und hoffnungslos intellektuell. Nichts für die "leichte Muse", nichts für laue Sommerabende - nein, die tiefe Ernsthaftigkeit dieses Werkes sollte man sich besser an regennassen Herbstabenden oder langen Winterabenden zu Gemüte führen, muss aber dabei aufpassen, dass man nicht depressiv wird.

Was mich auch noch stört am Roman/ Hörspiel ist: es kommen keine Kinder drin vor. Es wird eine Welt ohne Kinder beschrieben, wenn man einmal von Greorgius Schülern, die nur kurz am Anfang erwähnt werden, absieht. Es geht um Junggesellen-Einsamkeit, um männliche Gefühlsschwermut und um das Gefühl, sein Leben verpasst zu haben. Der Gesellschaft wird "Verlogenheit", "Falschheit" und "Sündhaftigkeit" vorgeworfen. Doch neben dieser Kritik sehe ich keine Ansätze für verantwortungsvolles Handeln.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.09.2008 19:51:41 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.09.2008 19:52:00 GMT+02:00
Helga König meint:
Du hast die Hörspielausgabe sehr interessant besprochen, liebe Daggi. Ich habe das Buch gelesen, auch rezensiert vor einiger Zeit. Das Buch gefiel mir damals sehr gut. Du bringst Aspekte, die mir so auf Anhieb nicht aufgefallen wären. Darüber muss ich erst einmal nachdenken.

Dir einen schönen Abend Helga
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