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Kundenrezension

Auf den ersten Blick ist dies ein Film, der vor allem den Konventionen der eines Blockbusters aus Hollywood folgt. Atemlos wirkt hier die Action, es gibt Stars, ein ganz offensichtlich hohes Produktionsbudget, dramatische Musik und einen klaren Konflikt zwischen Gut und Böse. Und ja, es wird viel getan, um den Zuschauer zu unterhalten, und auch, um das Budget über Kinokarten und DVD-Auswertung wieder herein zu bekommen. Dabei wird es mit dem schönen Blendwerk manchmal so viel, dass einige leise Zwischentöne sowie einige durchaus intelligente Details manchmal untergehen. Deshalb lohnt es sich durchaus, diesen Film mit besonderer Aufmerksamkeit, vielleicht sogar zweimal zu sehen.

"Langweilig" wäre diesmal das bereits im ersten Film dieser Sherlock Holmes Reihe zu sehende Planen der Prügeleien im Kopf des Protagonisten, die man dadurch doppelt sehen und ertragen müsste, so beschrieb das ein dem Film insgesamt leider wenig geneigter, professioneller Rezensent in einer durchaus bekannten, deutschen Tageszeitung. Aber wie mit so vielem lag dieser Rezensent aus meiner Sicht völlig falsch. Hier dient dieses Vorausplanen, dieses Schach mit Fäusten, nicht nur der Charakterisierung von Holmes, sondern auch noch der seines großen Widersachers Moriaty. Und außerdem bietet dieses für die Reihe inzwischen stilbildend gewordene Feature auch noch Stoff für einen der Gags am Ende. Allerdings setzt dies alles schon Aufmerksamkeit und Vermögen zur Deduktion beim Zuschauer voraus. Nicht ganz so viel wie Holmes es hat, selbstverständlich.

Mehrfach kann man sich während des Filmes des Verdachts nicht erwehren, dass die Macher sich hier die Kritik am ersten Film (der zwar schon sehr gut, aber gerade unter Fans von Arthur Conan Doyles Geschichten umstritten war) zu Herzen genommen haben und es doch noch einmal ein Stück besser machen wollten als beim ersten Mal. So kommen in diesem Film noch einmal deutlich mehr Motive aus dem Canon der ursprünglichen Geschichten vor. Der Schurke in diesem Stück ist natürlich mit Moriaty genau der Bösewicht, der von Holmes selbst als "Napoleon des Verbrechens" bezeichnet wurde. Und der Schluss des Films spielt dann auch selbstverständlich an den "Reichenbach Falls" in der Schweiz. Und auch das Buch, welches Moriaty Holmes in einer Szene signiert, taucht bereits im Original auf. Kenntnis des Zusammenhangs gibt dem Dialog zwischen beiden auch im Film noch einiges an Würze. Und noch ein kleines Beispiel abseits des Konfliktes der Hauptpersonen: Humpelte eigentlich Watson bereits im ersten Film dieser Reihe schon so überzeugend? Jaja, die Kriegsverletzung aus Afghanistan.

Dass die Macher des Films die Diskussionen über den ersten Teil aktiv mitverfolgt haben, mag man auch dem Umgehen mit dem Thema der offenbaren Männerbeziehung in diesem Film entnehmen. Gleich zu Beginn des Films wird in einem Dialog klar, dass Holmes natürlich durchaus körperliche Liebe mit Frauen praktiziert (eine der ganz wenigen Textstellen, in denen der Film die Konventionen des viktorianischen Englands verletzt). Mag noch die Travestie in einer Szene ebenfalls in der ersten Hälfte des Films einige Zuschauer auf eine falsche Fährte setzen (diese ist eben nicht immer mit Sex verbunden), so führt der Film nicht viel später eine offenbar wirklich homosexuelle Nebenfigur ein, wie es sie schöner nicht geben kann. Dass der sie spielende Schauspieler seine Karriere mit einer Darstellung eines HIV positiven Homosexuellen begann und dann später Oscar Wilde verkörperte, mag da nur eine kleine Rolle spielen. Jedenfalls spielt Stephen Fry den besten Mycroft, den ich bisher in einem Film gesehen habe.

Aber auch andere Nebenfiguren sind diesmal bis ins Detail durchdacht besetzt. Frauen müssen halt im späten 19. Jahrhundert nicht wie Modells aussehen, Charakterköpfe tun es auch. Das passt denn auch besser zu den vielen Bildern, die wie Farbversionen von historischen Aufnahmen aus der damaligen Zeit wirken. Und das passt denn auch besser zu der politisch paranoiden Stimmung am Ende des Imperialismus, die sich dann - wie von Moriaty prophezeit - auch wirklich im großen Krieg entladen sollten, auch wenn dieser in der Wirklichkeit erst 23 Jahre später beginnen sollte. So kann ich nur sagen, dass ich vom Film begeistert war, und über einen weiteren Film aus dieser Serie durchaus auch sehr froh wäre. Denn schließlich gab es ja nach "The Final Problem" auch noch "The Empty House". Und da eine im Film eigentlich ganz unwesentliche Nebenfigur die Handlung überlebt, steht auch den Machern des Films da wohl noch einiges offen.
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