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Kundenrezension

am 8. September 2013
Zu Beginn der 1990iger wollten es AC/DC nocheinmal wissen: mit einem bärenstarken Album spielten sich AC/DC zurück ins kollektive Bewusstsein der Musikwelt. Denn Mitte der 1980iger fristete der handgemachte Hard Rock der Band dort eher ein Randdasein. Trotz unscheinbar wirkender Veränderungen innerhalb ihrer Musik zu Beginn der 80iger, blieben AC/DC ihrem Konzept und ihrer Vorstellung von Rock N'Roll stets treu. Die gediegenen Vorgängeralben kamen bei den Fans aber trotz des ein- oder anderen Verkaufserfolges anscheinend nur überwiegend mäßig an. Mit "The Razors Edge" pfiffen AC/DC nocheinmal zum Sturm auf den Rock N'Roll-Thron.

Brian Johnson klingt, als ob er vor Aufnahme des Albums Rasierklingen gegurgelt hätte, die Gitarren tönen, als ob deren Griffbretter brennen würden, der swingende E-Bass tänzelt wie Cassius Clay in seiner besten Zeit, und Chris Slades kraftvolles Drumming beackert das Trommelfell wie Artilleriefeuer. So angriffslustig und ausgehungert waren AC/DC auf Platte seinerzeit lange nicht mehr. Dabei brachten sie nicht nur eine unbändige Spielfreude und einen tollen Sound, sondern auch einige packende Kompositionen mit. Besonders harte AC/DC-Rock N'Roller wie "Thunderstruck", das ultra-brachiale "Fire Your Guns", das flotte "Rock Your Heart Out", und das coole "Shot Of Love", zeugen davon das AC/DC wieder mehr Feuer unter dem Hintern hatten, und dementsprechend heißhungrig waren. Speziell "Thunderstruck" ist ein Opener wie man ihn wohl erst schreiben musste. Die Nummer leitet ein Donnerwetter ein, das einem das Trommelfell klingelt.

Wie man da über eine angeblich schlechte Produktion jammern kann, ist mir offen gestanden ein Rätsel. Natürlich kann man den Sound von 1990 nicht ganz mit dem von 1977 vergleichen, so räudig und organisch ist "The Razors Edge" nicht, knallt aber eigentlich ziemlich rein. Produziert von Bruce Fairbairn (Aerosmith, Bon Jovi) kann man dem Album durchaus attestieren, dass es sehr sauber produziert wurde. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass sich AC/DC dabei sonderlich haben zähmen lassen. Nicht nur der Gesamtsound ist ziemlich kräftig und wuchtig, sondern speziell die Gitarrenriffs kommen ziemlich fett rüber. Als ob man einen auf die Glocke gehauen kriegt. Als ich Mitte der 1990iger zum ersten Mal auf "The Razors Edge" gestoßen bin, war ich begeistert, wie heavy das Album ist. Mich haben AC/DC schon allein in puncto Härte sehr viel mehr begeistert als Manowar. Das mag jetzt natürlich nur der Eindruck eines Würmlings sein, aber den habe ich mir bis heute irgendwie ein wenig erhalten.

Bei etwas ruhigeren und bluesigeren Titeln kommt die Wucht allerdings nicht ganz so heftig rüber. Solcherlei Songs tummeln sich auf Razors Edge doch auch einige. Bluesige, aber lustige Titel, wie z.B. "Mistress For Christmas" oder "Got You By The Balls" entsprechen dafür allerdings dem Gute Laune-Rock der Band für den sie immer gestanden haben. Mag sein, dass man unter jenen Songs die viel erwähnten Filler sehen kann, ich möchte eine solche Ansicht nicht teilen. Ich kann mir das Album sehr gut an einem Stück anhören, und habe meinen Spaß dabei. Meines Erachtens gibt es bei AC/DC einfach ein gewisses Niveau, dass nie unterschritten wird, und "The Razors Edge" bewegt sich insgesamt auf einem sehr hohen AC/DC-Level. Lyrisch könnte man allerdings den Mantel des Schweigens darüber breiten; wie für AC/DC üblich, geht es reichlich anzüglich und schlüpfrig zu. Die Songtitel sprechen im Grunde für sich selbst.

Als besonders tolle AC/DC-Nummern möchte ich noch gerne den etwas geheimnisumwobenen und sinistren Titelsong, das schelmische "If You Dare", und das flotte, blues-rockige "Moneytalks" erwähnen, die davon zeugen, dass AC/DC innerhalb ihres Stiles gelungen manöverieren, und mit "Are You Ready" und eben "Moneytalks" auch zeitgemäße Hits zu ihren Bedingungen abliefern konnten.

In jener Zeit sind AC/DC natürlich längst im MTV Zeitalter angekommen. Die Videoclips halfen dabei, das Album in die höchsten Platinriegen zu katapultieren. Mit "The Razors Edge" konnten AC/DC wieder an die ganz großen Erfolge zu Beginn der 1980iger anknüpfen und ihren Status untermauen. Man entdeckte die Band gewissermaßen als Bastion des ehrlichen Rock N'Rolls wieder. Aber gleichwohl ist "The Razors Edge" nicht die Antithese ihrer Alben der 1980iger. Der Unterschied besteht in den ganz großen Hits wie eben "Thunderstruck" oder "Moneytalks", und der tollen Produktion, die AC/DC für die Welt der Rockmusik neu aufbereitete. Für eine Verkommerzalisierung in ihrer Musik konnte ich auf den Platten allerdings noch nie einen Hinweis entdecken. Weder hier noch sonstwo. "The Razors Edge" hievte die Band gelungen und frisch in ihre dritte Dekade.
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