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Kundenrezension

am 7. September 2002
Drei Jahre hat es gedauert, bis Tocotronic den Nachfolger zu ihrem grandiosen Werk „K.O.O.K." präsentierten. Ein weißes, selbstbetiteltes Album. Das ist musikgeschichtlich nicht uninteressant und läßt auf ein ambitioniertes Projekt schließen. Mit dem Vorgänger hatte man sich ja schon weit von der (vermeintlichen) Authentizität der früheren Alben entfernt. Wirklichkeitsbezüge werden bei der neuen Platte nun gar nicht mehr angestrebt. Der sogenannte Realismus fällt nicht weiter ins Gewicht. Am Schluß, bei „Neues vom Trickser", formuliert es Dirk von Lotzow für die Fangemeinde zum Mitschreiben: Eins zu eins ist jetzt vorbei!
Worum geht's? Nun, die Lieder handeln vom Sehen und Verstehen - und dem Gegenteil. Erkenntnistheorie meets Märchenmotivik. Man singt von Orten, die im streng geographischen Sinn nicht existent sind, von Zwischenreichen. Die Welt ist nur im Umriß zu erkennen, überall sind Schatten. Ein Zustand zwischen Tag und Nacht. Geheimnisvolle Räume, belebte Umgebungen, ein seltsames Leuchten - kurz: ein Wald aus Zeichen. (Jetzt wird auch die visuelle Bearbeitung der ersten Single begreiflicher - auch wenn sie zu „This Boy Is Tocotronic" nicht ganz passte). Die Pfade sind verschlungen. Es gibt keine geraden Wege. Das Ziel der Spur, die man verfolgt, kennt man nicht (und man wird es wohl auch nicht erreichen). Die Texte sind durchsetzt von rätselhaften Chiffren und Motiven, die auf eine tiefere Bedeutung hinweisen und entschlüsselt werden wollen.
Die Musik ist leider nicht so interessant. Scheinbar haben sich nun auch Tocotronic dem unsäglichen 80er-Revival angeschlossen. Synthie-Sounds und Sampler kannte man zwar schon von „K.O.O.K". Doch die griffigen Rockgitarren von früher, die beim Vorgänger noch gelegentlich aufheulten, sucht man hier nun gänzlich vergeblich (die Gitarren auf dem neuen Album klingen nur noch nach Van Halen - inklusive Fanfaren, was nicht mehr wirklich witzig ist). Viele Lieder plätschern einfach nur so vor sich hin. Ob's am Produzenten Tobias Levin liegt? Jedenfalls klingen Tocotronic so produziert wie nie zuvor. Glattgebügelt, künstlich, steril und, ja, auch ein bißchen langweilig. Dazu wirkt die Musik paradoxerweise trotz aller offensichtlichen Anstrengung dabei irgendwie unfertig. Es macht fast mehr Spaß, im Booklet zu blättern, als sich die Platte anzuhören.
Fazit: Texte o.k., Musik k.o.
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