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Kundenrezension

am 12. November 2013
Seit "Scary Movie" die "Scream"-Reihe aufs Korn genommen hat, werden die Kinoleinwände in leidlicher Regelmäßigkeit von Spoof-Comedies heimgesucht – vorrangig von Rohrkrepierern, die gerüchteweise humorig und unterhaltsam sein wollen, tatsächlich aber das Publikum doch nur mit unlustigen Pseudo-Gags wie mit Exkrementen bewerfen. Wie reibungslos die Spoof-Maschinerie trotz teilweise vernichtender Kritiken läuft, zeigt allein ein Blick auf das (aus)laufende Kinojahr: "Ghost Movie" nimmt das Found-Footage-Genre auf die Schippe, "30 Nights of Paranormal Activity with the Devil Inside the Girl with the Dragon Tattoo" macht schon im Titel klar, welche Filme zum Handkuss kommen, und mit "Die Pute von Panem – The Starving Games" steht bereits der nächste niveaulose Rundumschlag in den Startlöchern. Und als wäre der Topf damit noch nicht voll, ging das "Scary Movie"-Franchise heuer auch noch in die von den Fans lange erwartete fünfte Runde. Mit allerlei Namen wie Charlie Sheen, Lindsay Lohan, Snoop Dogg, Usher, Mike Tyson und vielen mehr versucht der jüngste Aufguss der Reihe zu übertünchen, dass diese längst das Ende der Fahnenstange erreicht hat und besser spätestens nach dem dritten Teil eingestellt worden wäre.

Ähnlich wie etwa "Mega Monster Movie", "Meine Frau, die Spartaner und ich" oder "Beilight – Bis(s) zum Abendbrot" begeht auch "Scary Movie 5" den simplen, aber kapitalen Fehler, sämtliche Kräfte auf eine möglichst hohe Dichte an Kalauern und Anspielungen auf diverse Hollywood-Filme zu konzentrieren und dabei völlig jede Form von Dramaturgie zu vernachlässigen. Herausgekommen ist dabei eine episodenhafte Aneinanderreihung von infantilem Klamauk, plumpem Brachial-Humor und dümmlichen Slapstick-Einlagen, die zudem nur selten wirklich zünden. Zwar orientiert sich das dürre dramaturgische Gestell namens Rahmenhandlung vorrangig an dem spanisch-kanadischen Gruselstreifen "Mama", entpuppt sich dabei aber als dermaßen zusammengezimmert, dass der Zuschauer schnell das Interesse am Geschehen und damit auch an der Zotenparade verliert. Freilich erwartet man bei einem Spoof-Movie wie "Scary Movie 5" keine raffiniert arrangierte Handlung mit Tiefgang und vielschichtigen Charakteren – das wäre der Intention des Films ungefähr ebenso zuträglich wie ein Charaktermime vom Schlag eines Marlon Brando in der Hauptrolle des nächsten "Transformers"-Bombastspektakels oder die Böhsen Onkelz als Soundtrack-Lieferanten für Lasse Hallströms "Hachiko". Aber wenn ein Film nur noch aus einer bloßen Aneinanderreihung von Gags und Slapstick-Momenten besteht, ohne einen nachvollziehbaren roten Faden anzubieten (und sei es nur eine Size-Zero-Story à la "Battleship"), dann hat er ein Problem – nämlich, sein Publikum nicht bei der Stange halten zu können.

Umso mehr noch, wenn das Gros der dargebotenen Gags kaum zündet, wirkungslos verpufft oder gar im Ansatz verreckt. Die Kalauerdichte in "Scary Movie 5" mag recht hoch sein, der Unterhaltungslevel fällt dabei jedoch mehr als ernüchternd aus. Auch der Wille der Macher, möglichst viele Filmparodien einzubeziehen, geht nach hinten los, da augenscheinlich planlos alles durch den Kakao gezogen wurde, was sich in die Finger kriegen ließ: Nicht nur Horrorstreifen wie "Mama", "Evil Dead", "The Cabin in the Woods" oder das gesamte "Paranormal Activity"-Franchise werden aufs parodistische Korn genommen, auch in anderen Genres wurde rücksichtslos gewildert – von "Inception" über "Black Swan" bis hin zum noch nicht einmal verfilmten "Shades of Grey" wird alles auf die Schippe genommen. Viele Anspielungen gehen in der Gagflut wirkungslos unter oder verschenken ihr Potenzial.

Die gute Nachricht ist: "Scary Movie 5" ist beileibe keine grenzdebile Darmspiegelung wie "Meine Frau, die Spartaner und ich" oder gar ein filmischer Skrotalbruch à la "Mega Monster Movie". Doch der fünfte Aufwasch der Reihe präsentiert sich schlichtweg langweilig – was bedauerlich ist, da vereinzelt Gags durchaus zünden und Ideen mit Potenzial durchblitzen, aber da spricht die reine Wahrscheinlichkeitsrechnung ein Wörtchen mit. So bildet "Scary Movie 5" auch qualitativ das Schlusslicht des Franchises – ein bitteres Armutszeugnis, bedenkt man, dass bereits "Scary Movie 4" schon nicht mehr wirklich lustig war. Schade, denn allein wegen Ben Cornish als Doppelgänger von Leonardo DiCaprios Rolle aus "Inception" ist "Scary Movie 5" fast schon einen Blick wert ...

Kritik zur Blu-ray Disc:

Der Film mag enttäuschen, die Blu-ray Disc hingegen weiß zu überzeugen: Das AVC-kodierte Bild liegt im 16:9-Vollbild-Format 1,78:1 vor und wartet mit überzeugenden Schärfewerten, kräftigen Farben, einem erstklassigen Schwarzwert sowie einem ausgewogenen Kontrast auf. Zwar macht sich stellenweise leichtes Bildrauschen bemerkbar, aber das trübt das HD-Feeling in keiner nennenswerten Weise. Der deutsche Ton liegt in DTS-HD High Resolution 5.1 vor und steht dem O-Ton in puncto glasklarer Dialogverständlichkeit, ausgewogener Abmischung und räumlicher Dynamik in nichts nach. Daneben liegt der deutsche Ton zusätzlich in einer (ebenfalls sehr gut abgemischten) Dolby-Digital-2.0-Tonspur vor.
Der Bonus-Content präsentiert sich sehr überschaubar: Interviews mit den Hauptdarstellern, deleted scenes, zusätzlich einen "Blick hinter die Kulissen" auf die Dreharbeiten sowie der deutsche und englische Trailer zum Film. Der Blu-ray Disc liegen ferner ein Wendecover sowie ein sechsseitiges Inlay bei, das neben Werbung auch technische Angaben zur Blu-ray, eine Kapitelübersicht des Films sowie Kurz-Filmografien einiger Darsteller beinhaltet.
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