find Hier klicken Jetzt informieren Bestseller 2016 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle Unlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17

Kundenrezension

am 10. Oktober 2013
Jim ist Ex-Soldat und arbeitet als Security/Wachmann für eine Geldtransport-Firma. Seine Frau ist an Krebs erkrankt und muss sich nach einer Operation einer teuren Hormon-Therapie unterziehen. Plötzlich scheint sich alles gegen das Paar verschworen zu haben. Die Krankenversicherung übernimmt die Behandlungskosten der Hormon-Therapie nicht mehr, worauf Jim die Kosten mit seiner Kreditkarte bezahlt. Gleichzeitig verdoppelt seine Bank die Hypotheken-Zinsen für sein neu gekauftes Häuschen. Als Jim seine Investment-Fonds, die als Altersvorsorge gekauft wurden, angreifen will, um die hohen Kosten für Arztrechnungen und Hypothekenzinsen zu bezahlen, stellt sich heraus, dass sein Finanzberater/Broker das Geld in eine "Geldanlage" gesteckt hat, die durch die Hypotheken-Krise nichts mehr wert ist. Aus lauter Verzweiflung und damit sie keine Last für ihn ist, nimmt sich Jim's Frau das Leben. Staatsanwalt und ein für teures Geld beauftragter Anwalt tun ebenfalls nichts gegen die Firma, die Jim's Geld in den Sand gesetzt hat. Schließlich verliert er auch noch seinen Job, da sein Brötchengeber keine Wachleute mit finanziellen Problemen beschäftigen darf. Als er einen der Verantwortlichen, mit dem er nur sprechen will, mehr aus Versehen als absichtlich tötet, entsteht in Jim der Plan, auch weitere Verantwortliche zur Strecke zu bringen. Er setzt dies zielstrebig um.

Für einen Uwe Boll-Film ist das Thema wirklich eher ernst und gründlich ausgearbeitet. Die Eskalation der finanziellen Situation des Paares wird deutlich gezeigt. Die Ehefrau ist schauspielerisch durchaus überzeugend. Um so mehr ist zu bedauern, dass Pucell als Wachmann Jim einfach nicht die emotionalen Reaktionen zeigen kann, die der verzweifelten Entwicklung angemessen wären. Mehr als einen stoischen düsteren Blick hat er nicht aufzubieten, wenn man von den Tränen bei der Ansprache des Pfarrers anlässlich der Beerdigung einmal absieht. Auch Eric Roberts als gieriger Anwalt macht im Film schauspielerisch keine besonders gute Figur. Die visuelle Gestaltung des Films ist sehr einfach, teilweise fernsehfilmartig und wirkt recht preiswert. Andererseits handelt der Film ein Thema ab, das am Beispiel dieses einen Paares ganz gut persönliche Folgen der Weltwirtschaftskrise von 2009 zeigt. Es ist ein erster Versuch Uwe Bolls, eine Art modernes Sozialdrama zu inszenieren. Und ich finde, dass es recht gut gelungen ist, wenn man ihm auch gewünscht hätte, bessere Schauspieler zur Verfügung zu haben.

Der finale Amok-Lauf, der im Parkhaus mit Gewehr mit Zielfernrohr beginnt und mit Handgranaten und Pistolen auf dem Trading-Floor eines Brokers endet, ist schnörkellos brutal umgesetzt und lässt etwas ungläubig auf die FSK 16 auf dem DVD-Cover blicken. Das offene Ende des Films ist auf eine Fortsetzung angelegt. Boll's Amoklauf-Film >Rampage< gefiel mir allerdings doch besser.

Populismus bemerkt man in diesem Film bei vielem, was mit Geldanlage und Finanzen zu tun hat. Es ist schließlich nicht alleine die Schuld der Banken, dass Jim ein Haus so finanziert, dass er einen initial sehr niedrigen Hypotheken-Zinssatz hat, der nicht festgeschrieben ist und unweigerlich steigen muss (auch wenn die Banken dies sicherlich so geplant hatten, um später die Häuser aus Zwangsversteigerungen wieder zurück zu bekommen und die Schuldner darüber hinaus noch in die Schuldknechtschaft zu bringen). Jim verliert in diesem Film nicht nur seine 70.000 Dollar, die in den Investmentfonds investiert sind, sondern er hat plötzlich auch noch eine Nachschusspflicht in Höhe von 60.000 Dollar. Das gibt es aber nur bei wenigen Geldanlagen. In Frage kämen für eine derartige Nachschusspflicht CFDs, Futures, Margin-Accounts (zur Spekulation in Aktien oder Bonds) oder generell die Direkt-Investition in amerikanische Bank-Aktien. In wiefern da die Synchronisations-Studios einfach schlecht gearbeitet haben und keine Ahnung von den zugrunde liegenden Sachverhalten hatten, kann ich nicht sagen. Tatsache ist aber, dass alle diese "Geldanlagen", die zu Nachschusspflicht führen können, von vorne herein tatsächlich hochspekulativer Natur sind, weil mit wenig Eigenkapital und viel Kredit/Hebelwirkung gearbeitet wird. Im Hintergrund des Films sehen die Menschen laufend Nachrichten, die mit der Finanzkrise des Jahres 2009 zu tun haben. Ich muss sagen, dass diese Berichte sehr gut hervorheben, dass vieles, was mit der "Bankenrettung" zu tun hat, sehr nach kriminellen Mauscheleien aussieht, hinter denen auch die Regierungen standen, die die Interessen einer Plutokratie vertraten. Man könnte jetzt sagen, dass Uwe Boll hier dem Volk nach dem Mund redet, das eigentlich eine Bestrafung der Schuldigen fordert, die es nie gegeben hat. Insofern wundert es mich sowieso, dass nicht viel mehr Leute, die finanziell ruiniert wurden, zur Selbstjustiz gegriffen haben, weil sie nichts mehr zu verlieren hatten. Der Film bietet somit die Möglichkeit, seiner Wut über "die Reichen" oder "die Bankster" einmal ein Ventil zu bieten, um Dampf abzulassen. Es machte mir tatsächlich Spaß, zuzusehen, wie diese Finanzbetrüger abgeknallt werden (wenn ich auch die meiste Zeit pflichtgemäß sehr betroffen war, weil Gewalt ja böse ist ;-)). Und nun: Waidmanns Heil!
11 Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.

Bitte geben Sie mindestens ein Wort ein
Sie müssen mindestens einen Artikel von Amazon kaufen, um eine Rezension zu verfassen
Beim Absenden Ihres Kommentars ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Derzeit tritt ein Problem beim Laden der Kommentare auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.


Produktdetails

4,2 von 5 Sternen
52
4,2 von 5 Sternen
5,46 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime