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Kundenrezension

am 17. September 2013
Die vor 5 Jahren erschienene Carestini-CD von Philippe Jaroussky gehört für mich zu den wenigen Cds für die einsame Insel. Mit Sorge sah ich daher, welch ungeheures Arbeitspensum der junge Countertenor seit Jahren auf sich genommen hat, unterstützt (oder besser ausgenützt) von einer gnadenlosen Medienpräsenz und Vermarktungsmaschinerie. Sein Händel-Sesto bei den letztjährigen Salzburger Festspielen (eigentlich keine besonders schwere Partie) machte dann klar, dass der Star stimmlich ziemlich angestrengt war. Seine längere Auszeit, die er sich schließlich nach den Artaserse-Aufführungen nahm, ließ eine veritable Stimmkrise befürchten- das Schreckgespenst Villazon tauchte am Horizont auf.
Umso gespannter durfte man auf die neue CD des mittlerweile 35-jährigen sein (ein kritisches Alter besonders für Countertenöre), die ausschließlich Farinelli-Arien von Porpora enthält. Um es gleich vorweg zu sagen: Ein glänzendes Comeback auf alter Höhe ist es nicht geworden, allerdings auch kein trauriges Dokument vokalen Verfalls, was zu befürchten war.
Zunächst fällt auf, dass sich der nie besonders große Stimmumfang des Sängers noch etwas verkleinert hat. Die tiefe Lage ist matt und dünn, Töne oberhalb des e2, also die genuine Sopranlage, werden schnell hart und eng. Der höchste Spitzenton as2 wird zwar innerhalb von schnellen Läufen sauber erreicht, aber man hört deutlich, dass Jaroussky (anders etwa als die etwas jüngeren Konkurrenten Fagioli oder Hansen) keine wirkliche Kontrolle über das hohe Register hat. Innerhalb der Mittellage gelingen nach wie vor schöne und teils berührende Leistungen, besonders in den sanften und zurückhaltenden Stücken wie den beiden Orfeo-Arien, die auch kompositorisch im Gegensatz zu manch anderer recht schablonenhaft geschriebener Dacapoarie auf höchstem Niveau sind. Martialisch-heroische Stücke wie die von Blechbläserfanfaren begleitete Aci-Arie oder virtuose Sturmesarien sind für seine Stimme denkbar ungeeignet. Sehr bedauerlich ist außerdem, dass sich bei den langen pathetischen Arien schnell eine gewisse Gleichförmigkeit, wenn nicht gar Langeweile einstellt, was auch an der reichlich uninspirierten Begleitung des venezianischen Barockorchesters liegen mag.
Warum mußte es also gerade der legendäre Farinelli sein, der besonders für seinen immensen Stimmumfang von drei Oktaven berühmt war? Es gibt genug allerbeste, weniger anspruchsvolle Musik für andere Kastraten , die Jarousskys Stimme in ihrer momentanen Verfassung besser zur Geltung gebracht hätte. Offenbar wollte man vermarktungstechnisch mit Hansen und Fagioli im Sinne von "Wer kommt dem berühmteren Kastraten nahe" gleichziehen, was m.E. nicht funktioniert hat. In direktem Vergleich mit den beiden Kollegen kommt Jaroussky, der früher zu meinen absoluten Topfavoriten zählte, leider nur auf Platz drei. Wenn es derzeit einen Countertenor gibt, der sich in Nachfolge der großen Kastraten des 18. Jahrhunderts sehen darf, dann ist das Franco Fagioli. Es bleibt zu hoffen, dass der hochbegabte und sympathische Philippe Jaroussky in den nächsten Jahren klug der Versuchung zu widerstehen vermag, sich von einer erbarmungslosen und profitgierigen Marketingmaschinerie verheizen zu lassen und einen Weg findet, der für seine immer noch schöne Stimme optimal ist.
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