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Kundenrezension

Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche sensationelle archäologische Entdeckungen gemacht. Ich muss zugeben, dass mich in diesem Zusammenhang schon immer die rätselhafte Frage beschäftigt hat, wie es sein kann, dass jemand einen alten Palast oder eine Bildhauerwerkstatt nach vielen hundert Jahren ausbuddelt und dabei wertvolle Sachen findet. Wahrscheinlich hat niemand über die vielen Jahre, die das Zeug da einfach so offen herumlag, mal nachgesehen.

Der nicht unumstrittene Autor beschäftigt sich im vorliegenden Buch mit der Frage, ob nicht einige dieser sensationellen Fundstücke nachträglich als Fälschungen in die Fundorte platziert wurden, zumal die Umstände der Funde nicht selten merkwürdig und die einzigen Zeugen die Finder selbst sind. Wirkliche Beweise - und das sei hier deutlich gesagt - bietet dieses Buch oft nicht. Es liefert meistens nur Indizien für berechtigte Zweifel.

Das erste Kapitel befasst sich mit der von Ludwig Borchardt im Beisein eines seiner Geldgeber gefundenen Nofretete-Büste. Den letzten Beweis für eine Anfertigung dieser Büste im Auftrag von Borchardt kann der Autor zwar nicht erbringen, dafür führt er aber eine Reihe von Bedenken ins Spiel, die tatsächlich einen gewissen Verdacht erzeugen. Sein Hauptargument ist das Aussehen der Nofretete, denn die Skulptur gleicht nicht einer afrikanischen, sondern einer weißen europäischen Frau und dem Schönheitsideal unserer Zeit. Vergleichbare echte Skulpturen sehen anders aus, und eine Röntgenuntersuchung der Büste erbrachte keinen eindeutigen Nachweis für ihre Echtheit.

Als Nächstes behauptet der Autor im 2. Kapitel, dass der von Schliemann bei Ausgrabungen in der Türkei angeblich entdeckte Schatz des Priamos ebenfalls größtenteils eine Fälschung ist. Außerdem weist er auf die aktuelle Troja-Diskussion unter Archäologen hin. Bis heute ist umstritten, ob es sich tatsächlich um Troja handelt und welche Bedeutung diese Stadt in ihrer Zeit wirklich hatte.

Im März 1900 begann der Engländer Evans mit Ausgrabungen auf Kreta, die sich mit Unterbrechungen über dreißig Jahre hinziehen sollten. Sehr schnell glaubte Evans den berühmten homerischen Palast von Knossos entdeckt zu haben. Die von ihm angeblich gefundenen Göttinnenfiguren waren für Evans der Beweis für eine Hochkultur der Minoer mit einer Religion des Matriarchats. Sowohl an der Echtheit der Figuren als auch an Evans Theorie zweifelt der Autor und erbringt dafür zahlreiche Indizien, aber auch den Hinweis auf Beweise, die es in diesem Fall ganz offenbar gibt.

Kapitel 4 befasst sich mit der Fälschung von Mumien. Insbesondere geht es dabei um unseren lieben Ötzi, der in Wirklichkeit ein uralter Indianer sein soll. Ercivan bezieht sich in diesem Fall auf das Buch "Die Oetztal-Fälschung" von Heim und Nosko.

Mit den Darstellungen von steinzeitlichen Tieren der Höhlenbilder Südfrankreichs und Spaniens befasst sich das folgende Kapitel. Diese im 19. Jahrhundert erstmals entdeckten Bilder halten der Autor und offenbar auch viele andere für Fälschungen, die wie das "Kilroy-Phänomen" entstanden sein könnten. In den 1950er Jahren hatte ein Spaßvogel in New York "Kilroy was here" an eine Hauswand gepinselt. Dieser Spruch war anschließend sehr schnell in vielen Städten von der Ost- bis zur Westküste der USA zu lesen und gilt heute als Ausgangspunkt der Graffiti-Schmiererein. Es gibt einfach trotz vorhandener genauer Untersuchungsmethoden einfach zu viele ungeklärte Fragen und Ungereimtheiten bei diesen Höhlengemälden.

Das anschließende Kapitel ist einer Reihe von erwiesenen oder vermuteten Fälschungen gewidmet und berichtet, dass es immer schwieriger wird, Fälschungen überhaupt nachzuweisen. Kapitel 7 beschäftigt sich mit Menschen-Riesen, deren Gräber und Tempel angeblich gefunden wurden. Im Kapitel 8 erzählt der Autor von einigen nachgewiesenen Fälschungen japanischer Archäologen.

Kapitel 9 will beginnt zunächst mit einem kurzen Rückblick auf die Entstehung der Darwinschen Evolutionstheorie und widmet sich dann weiter dem Frankfurter Skandal-Professor Rainer Protsch, der bis vor kurzem mit öffentlichen Mitteln eine nicht unerhebliche Verwirrung in die Anthropologie tragen durfte. Einst als vermeintlich hervorragender C14-Spezialist in Frankfurt mit einem Lehrstuhl beglückt, konnte Protsch über viele Jahre unbemerkt das Alter zahlreicher Knochen- und Schädelfunde willkürlich festlegen. Zu seinen Methoden gesellen sich darüber hinaus noch weitere Fälschungen und Plagiate. Ziemlich übergangslos berichtet der Autor anschließend vom Skelettfund des so genannten Homo floresiensis, einer Zwergenmenschenart, die auf der kleinen indonesischen Insel Flores, die es offenbar nicht zu einer weiteren Evolution schaffte und ausstarb. Irgendwie passt diese Art nicht so recht in die menschliche Evolutionslinie. Das meint jedenfalls der Autor. Was haben diese beiden Fälle miteinander zu tun? Nichts, außer dass sie die Lieblingsthese des Autors von der Erschaffung des Menschen durch Außerirdische in seinen Augen etwas wahrscheinlicher machen.

Das 10. Kapitel berichtet über Fälle, in denen in Kohle oder Gesteinsarten, die bis zu über 100 Millionen Jahre alt sein sollen, Überreste menschlichen Schaffens gefunden wurden, was entweder unseren Vorstellungen vom Alter der Menschheit oder den erdzeitlichen Abläufen erheblich widerspricht.

Erst im Nachwort geht der Autor dann auf den Titel des Buches ein. Aus den vielen bekannten oder vermuteten Fälschungen in der Archäologie schließt er, dass diese Wissenschaft kein solides Fundament besitzt. Diese Schlussfolgerung ist schon recht gewagt. Allein daraus dann aber bereits den Schluss zu ziehen, dass unsere Herkunft viel wahrscheinlicher in den Weiten des Weltalls zu suchen ist, erscheint mir recht abenteuerlich.

Fazit.
Man muss sich darüber im Klaren sein, dass alles Forschen nach Vergangenem stets nur Arbeitshypothesen hervorbringen kann, die nach neuen Erkenntnissen immer wieder nur in solche münden werden. Letzte Gewissheit werden wir also nie erhalten. Wenn in Archäologie und Anthropologie solche Spekulationen erlaubt sind, dann darf das auch der Autor. Leider unterscheidet er nicht immer sauber zwischen Fakten und Spekulationen. Für eine wissenschaftliche Einordnung seiner Behauptungen fehlen mir die Fachkenntnisse. Aber darum geht es bei diesem Buch nicht wirklich. Es unterhält, stellt interessante Hypothesen in den Raum und zeigt, wie gerne der Mensch für Ruhm und Geld ein wenig schummelt.
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