flip flip flip Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Summer Deal Cloud Drive Photos Learn More Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicAlexa AmazonMusicUnlimited BundesligaLive

Kundenrezension

am 1. April 2014
Eigentlich sagt der Titel des Spiels schon alles: es ist ein Wunder, dass nach so vielen Jahren endlich wieder ein PC exklusiver Titel aus dem Strategiesegment erscheint, der den Spieler aufgrund seines Umfangs, seiner Spieltiefe und Komplexität fast überfordert.
Jubelt, denn das Zeitalter der fesselnden Rundenstrategie ist wieder erwacht!

Was ist Age of Wonders ?
Spielerveteranen, die noch die ersten Titel der Reihe kennen (Age of Wonders, Age of Wonders II: Der Zirkel der Zauberer und Age of Wonders: Shadow Magic), werden sich sofort heimisch fühlen, da sich das Spielprinzip kaum verändert hat. Ansonsten lässt sich AoW3 am besten als ein 4x Spiel definieren (Erkunden, Expandieren, Ausbeuten, Auslöschen; im englischen: explore, expand, exploit, exterminate), dass Anleihen aus den klassischen Titeln Master of Magic, der Heroes of Might and Magic Reihe, der Civilization Reihe und selbstredend von Age of Wonders bezieht. D.h. man baut primär ein aus Städten bestehendes Imperium auf, kümmert sich um seine Ökonomie, erforscht und spricht Zauber, hebt Armeen aus, erkundet die Weltkarte und versucht dabei die gegnerischen Spieler zu vernichten – letzteres ist das einzig mögliche Ziel, um in AoW3 eine Partie zu gewinnen, d.h. es gibt keine anderen Siegbedingungen!

Die Spielmodi
Wie es sich für ein komplexes Strategiespiel gehört, bietet AoW3 reichlich Spielmodi zur Auswahl.
So gibt es zwei Feldzugkampagnen (Menschen und Elfen) zu je sechs Missionen, die eine nicht allzu tiefgründige Fantasystory aus dem jeweiligen Blickfeld der entsprechenden Rasse in gut vertonten Standzwischenbildern erzählen. Dabei kann zwischen den Missionen jedoch nur der Hauptheld samt Ausrüstung übernommen werden. Ideal zum Einstieg in AoW.
Des weiteren werden 8 vorgefertigte Szenarien angeboten (9 mit preorder Bonus, 10 für die Coll Edition), die unterschiedliche Spielziele verfolgen (z.B. das Wettrennen um ein Drachenei) und für 4 bis 8 Spieler geeignet sind. Herzstück stellt allerdings die „Zufallskarte“ dar, d.h. es lässt sich die Weltkarte und alle möglichen Randbedingungen aus unterschiedlichsten Parametern definieren (Größe, Anzahl Gegner, Art des Geländes, Menge an Quests, …), so wie man es aus der Civilization Reihe kennt.
Die möglichen Mehrspielermodi beinhalten neben der online Verbindung mit einem zufälligen oder bekannten Gegner (dazu muss ein online Account bei Triumph erstellt werden), einen Hot-Seat Modus für bis zu 8 Spieler (d.h. an einem (!) Bildschirm) und tatsächlich den klassischen LAN Modus zur I-Net freien Verbindung mehrerer Rechner.

Rassen und Helden
Zu Beginn eines neuen freien Spiels oder Szenarios wählt man eine von sechs Rassen aus, wobei hier grob zwischen den 3 „Guten“ (Menschen, Elfen, Zwerge) und 3 „Bösen“ (Orks, Goblins, Drakonier) Rassen unterschieden wird, die alle unterschiedliche Einheiten und Zauber bieten.
Zudem wählt man seinen Hauptheld aus einer von 6 Klassen aus (Dreadnought, Technokrat, Warlord, Zauberer, Erzdruide, Dieb), die wiederum andere Einheiten und Zauber je nach Rasse freischalten. Der Held erhält zudem mit einer Vielzahl von Einstellungen ein individuelles Äußeres – sehr hübsch! Diese Kombination aus Rasse + Heldenklasse ermöglicht demnach also quasi 36 unterschiedliche Startmöglichkeiten.
Im Laufe des Spiels besteht jedoch die Möglichkeit, Städte anderer Rassen zu erobern und so auch Zugriff auf deren Einheitenpool zu bekommen.

Der Spielablauf
In Age of Wonders 3 verwaltet man sein Imperium auf einer globalen, in Hexfeldern unterteilten Strategiekarte in sog. „Isoansicht“, d.h. man schaut von schräg oben auf die Karte, die stufenlos rein- und rausgezoomt werden kann, allerdings nicht frei drehbar ist (man kann nur ca. 30° nach links und rechts „schwenken“).
Die Städteverwaltung findet hier ebenso statt, d.h. es gibt keine separate Stadtansicht wie z.B. in der HOMM Reihe. Die Städte und deren Ausbauten, die grafisch hübsch animiert auf der Weltkarte dargestellt werden, bilden die Einnahmequelle für die Ressourcen Gold (Bau von Gebäuden und Einheiten), Mana (Kosten für Zauber) und Nahrung (zur Erhöhung der Bevölkerung bzw. Erweiterung der Städte). Dabei kann pro Runde pro Stadt entweder ein Gebäude, eine Einheit oder Nahrung/Gold prduziert werden. Eine Warteschlange mit 8 Feldern verhindert hier ständiges Micromanagement.
Die Helden und Armeen dienen dazu, um die im Kriegsnebel liegende Karte zu erforschen, Ressourcen einzusammeln, neutrale Behausungen oder Städte anzugreifen oder andere Spieler zu bekämpfen. Dabei hat das Terrain Auswirkung sowohl auf die Bewegungsreichweite der Armeen als auch deren Kampfeffektivität (so kämpfen Goblins z.B. besser im Sumpf und Zwerge haben Vorteile in Gebirgen).
Ab und zu erhält man Quests, die man in einer bestimmten Zeit erledigen muss (z.B. das Befreien einer Mine von einem Drachen) und als Belohnung Ressourcen, Einheiten oder Ausrüstung für seinen Helden erhält.
Trifft man auf gegnerische Spieler, so hat man auf einem separaten Diplomatiemenü, in dem die gegnerischen Anführer hübsch dargestellt sind eine Hand voll Optionen zur Hand, die sich allerdings nur auf ein paar rudimentäre Dinge wie z.B. Frieden schließen, Gold fordern oder Krieg erklären beschränken! Allerdings fällt es z.B. leichter, sich mit gleichgesinnten (KI)Spielern zu verbünden (Gut und Böse Ausrichtung).
Neben der Oberwelt existiert auch noch eine 2. Ebene (Unterwelt), die man an speziellen Stellen auf der Karte betreten kann und quasi nochmal die gleiche zu erforschende Spielfläche bietet, allerdings mit anderen Grafiksets und vor allem anderen Herausforderungen und Gegnern!

Der Kampf
Treffen die eigenen Armeen auf neutrale Monster oder Städte bzw. gegnerische Spieler, so kommt es zum Kampf. Diesen kann man automatisch berechnen lassen oder in einem taktischen Scharmützel – dem Herzstück von AoW3 – selber auskämpfen.
Dabei zoomt das Geschehen in einen Ausschnitt des tatsächlichen Kartengeländes, ebenfalls wieder in Hexfelder unterteilt. Jede Einheit besitzt pro Runde drei Aktionspunkte, die für Bewegung, Angriffe oder Zauber ausgegeben werden können. Bewegt sich die Einheit z.B. sehr weit, dann kann sie nur noch einmal oder gar nicht angreifen. Fernkämpfer z.B. können ohne Bewegung dreimal pro Runde angreifen, erhalten dafür aber einen Entfernungsmalus je weiter weg sie sich vom Gegner befinden. Die einzelne Reichweite pro Aktionspunkt wird sehr übersichtlich farbig dargestellt – schön gelöst! Ebenso hat es Einfluss, von welcher Seite eine Einheit angegriffen wird. Fällt man einer Einheit in die Flanke oder greift von hinten an, so verursacht man erhöhten Schaden bzw. der Gegner darf gar nicht zurückschlagen. Ebenso besitzt jede Einheit eine ZoC (Zone of Control), d.h. Einheiten, die an ihr ohne Halt vorbeiziehen, werden angegriffen ohne zurückschlagen zu dürfen. Maximal dürfen an einem Kampf 6 komplette Armeen (mit jeweils maximal 6 Einheiten) teilnehmen, so dass bis zu 42 Einheiten auf eigener Seite beteiligt sein können. Unschön ist die Tatsache, dass angeschlagene Einheiten trotz optischer Dezimierung weiterhin – auch nur mit noch einem Mann – mit 100% Kampfkraft zurückschlagen bzw. angreifen können. Hier wird hoffentlich noch per Patch nachgebessert, da es sich doch recht gewöhnungsbedürftig spielt!
Das Gelände selber hat ebenfalls Einfluss auf den Kampf: Erhöhungen (z.B. Festungen) geben Vorteile für Fernkämpfer, Bäume, Felsen o.ä. bieten gewisse Deckung und der Untergrund bestimmt u.a. die Bewegungsreichweite. Ebenso gibt es eine „line of sight“, steht der Gegner hinter Deckung, kann der Fernkämpfer ihn u.U. nicht angreifen! Da jede Rasse/Einheit zudem noch unterschiedliche Boni/Mali je nach Geländeart bekommt, gibt es für gewiefte Taktiker einiges zu beachten.
Nach jedem Kampf bekommen überlebende Truppen Erfahrungspunkte und können so im Laufe der Zeit aufsteigen (Veteranen, Elite, ..) und an Kampfkraft gewinnen.

Die Einheiten
Age of Wonders 3 bietet eine riesige Auswahl von ca. 250 (!) Einheiten, die von der kleinen Nymphe bis zum ausgewachsenen Drachen reichen und Land-, See- und Lufteinheiten beinhalten. Jede Rasse stellt mehr als 25 Einheiten auf, dazu kommen noch reichlich neutrale und herbeirufbare Monstertypen. Jede einzelne Einheit besitzt dabei teils reichlich spezielle Fähigkeiten, die vom Schadenstyp, Erstangriff, Immunität gegen gewisse Elemente, Giftangriffen, Regeneration bis zur Flugfähigkeit so ziemlich alles erdenkliche in diesem Genre bekannte abdecken. Dadurch erhöht sich die taktische Tiefe, da gewisse Einheiten immun gegen Andere sind und mehr/weniger Schaden durch gewisse Bewaffnungen erleiden, effektiver auf gewissem Gelände kämpfen usw usf ! Einheiten gewinnen durch Kämpfe Erfahrung und können dann im Rang steigen (z.B. Veteran, Elite), wodurch sie mehr Lebenspunkte und Kampfkraft erhalten.
Die wichtigsten und auf Dauer stärksten Einheiten sind aber die Helden. Den ersten wählt man vor Spielbeginn aus, weitere bieten ihre Dienste im Spielverlauf gegen Gold oder als Bestandteil von Quests an. Helden erhalten ebenfalls Erfahrung und können zu mächtigen Elite-Einheiten aufsteigen. Zudem sind es die einzigen Einheiten, die Ausrüstung tragen dürfen, die man durch Quests erhält oder an gefährlichen Orten findet. So erhält man starke Rüstungen oder Waffen, die den Helden angelegt werden können und deren Kampfkräfte bzw. Widerstände enorm steigern!

Magie
Neben den Armeen ist Magie ein weiteres Mittel, seinen Machtanspruch durchzusetzen. Dabei wird zwischen Global- und Kampfzaubern unterschieden, die alle die Ressource Mana kosten, das durch den Bau von bestimmten Gebäudetypen rundenweise erzeugt wird und auf der Karte eingesammelt werden kann. Je nach Wahl des Starthelden bzw. dessen Klasse erhält man unterschiedliche Zauber zur Verfügung. So kann z.B. nur der Warlord „zu den Waffen“ rufen, ein Globalzauber, der allen eigenen Truppen den Elitestatus verleiht und mehr Kampfkraft bietet. Die Zauber werden durch Forschung im Laufe des Spiels freigeschaltet und bieten große Vielfalt: sie reichen vom kleinen, günstigen Kampfzauber bis zu globalen Terraforming Sprüchen und dem Herbeirufen von magischen Kreaturen.

Präsentation
Die Grafik auf der globalen Karte ist sehr schön und liebevoll gestaltet und für ein Rundenstrategiespiel äußerst gelungen: so wiegen sich Bäume im Wind, das Meer rauscht und Tempel glänzen in der Sonne. Es gibt immer wieder etwas zu entdecken und man kann sich toll in dieser Fantasiewelt verlieren. Auch die globalen Zauber sind teils schön in Szene gesetzt. Leider kann diese Grafikpracht sich auf den Schlachtfeldkarten nicht ganz fortsetzen – hier sieht es eher durchschnittlich, aber keineswegs hässlich aus. Die Einheiten hätten ein paar mehr Details und Animationen vertragen können, sind aber für ein Rundenstrategiespiel und aufgrund der Vielfalt durchaus akzeptabel. Zaubereffekte bzw. deren Sound lassen leider etwas den „Bumms“ vermissen, die Animationen im Kampf sind eher mau.
Positiv zu erwähnen ist noch das ingame Lexikon, das „Buch des Wissens“, dass alle Einheiten, Gebäude, Geländearten etc. extrem ausführlich erläutert und immer wieder zum Nachschlagen einlädt. Eine echte Enzyklopädie!

Zusammenfassung
Pro:
- große Auswahl an Einheiten, Gebäuden, Zaubern und Heldentypen
- unterschiedliche Spielmodi für Einzel- und Mehrspieler (u.a. Hot-Seat und LAN)
- gleichzeitige- oder abwechselnde Züge einstellbar
- drei verschiedene Schwierigkeitsgrade
- extreme taktische Tiefe durch enorm viele Einheitenfähigkeiten
- Gelände hat Einfluss auf das Spielgeschehen
- gut agierende KI
- ein Hauch von RPG durch Erfahrungsgewinn der Einheiten und Itemausstattung der Helden
- hübsche, detaillierte Kartengrafik
- gute Einheiten- und Rassenbalance
- einfache Bedienung und Menüführung
- hunderte Stunden Spielspaß !!!

Kontra:
- quasi kein Tutorial – steiler Einstieg
- angeschlagene und fast erledigte Einheiten kämpfen mit 100% Kampfkraft weiter
- kein Spiel für Genreneulinge
- Kampagne nur für 2 Rassen
- Detaillierungsgrad der Einheiten zu gering
- Sound teils etwas dünn (vor allem in den Kämpfen)
- zu wenig Diplomatieoptionen

Fazit
Age of Wonders 3 ist ein Strategiemonster – im positiven Sinn! Aufgrund seiner einfachen Bedienung, aber enormen taktischen Tiefe gilt hier tatsächlich der alte Spruch: leicht zu Erlernen, schwer zu Meistern!
Ein Fest für alle PC Strategen und damit Kaufpflicht.
Und jetzt: zu den Waffen !!
58 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|1010 Kommentare|Missbrauch melden| Permalink

Produktdetails

3,3 von 5 Sternen
55
10,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime