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Kundenrezension

am 23. Oktober 2013
Der Titel des schmalen Bändchens legt das Missverständnis nahe, dem Autor gehe es in erster Linie um das ultimative Argument für Gottes Dasein. Tatsächlich nimmt der Gedankengang, der nun oft "Spaemanns Gottesbeweis aus der Grammatik" genannt wird, nur zwei - nämlich die letzten - Seiten des 23seitigen Vortrags "Die Vernünftigkeit des Glaubens an Gott" ein. Der vorausgehende Teil behandelt weitaus grundlegender das Verhältnis von Vernünftigkeit, Sprache und Frage nach Gott.
Darin finden sich schwergewichtige (und dennoch sehr fasslich vorgetragene) Überlegungen zum Verhältnis von Wissenschaften und Glaube. Spaemann weist am Beispiel der Musik von Bach auf die verschiedenen Ebenen hin, die sich in ein und derselben Wirklichkeit finden lassen, ohne dass sie sich einer einzigen Betrachtungsweise erschließen könnten: Bach hat in seine Werke gewissermaßen Subtexte eingebaut, von denen weder die Akustik noch die Musikwissenschaft als solche etwas festzustellen vermag. (Hier täuscht sich der Autor allerdings, indem er Bachs Violinsonate g-moll erwähnt, wo es doch augenscheinlich um die Partita d-moll, zumal deren berühmte Chaconne, geht!)
Letztlich lässt sich Spaemann Argumentation auf die Frage nach der Intelligibilität des Seins, der Lesbarkeit - und somit auch sprachlichen Ausdrückbarkeit - der Welt zurückführen: Wer auch immer, sei er nun Theist oder Atheist, die Sprache mit ihrer Grammatik benutzt und sich auf sie stützt, setzt indirekt das Dasein Gottes voraus und stützt sich auf es. Das ist eine Einsicht, der man sich gewiss verschließen kann, die aber in sich völlig stringent und kohärent ist.
Dem kurzen Vortrag ist ein Text des Regensburger Philosophieprofessors Rolf Schönberger beigegeben, in dem die großen Gottesbeweise dargestellt und die Argumentation Spaemanns näher erklärt wird. Dieser spricht im Vorwort von einem "gelehrten und erhellenden Beitrag Rolf Schönbergers über Gottesbeweise". Die Gelehrsamkeit soll und kann auch gar nicht bestritten werden, doch zu fesseln vermag Schönberger nicht. Seinen Formulierungen eignet, verglichen mit denen des Altmeisters, häufig etwas merkwürdig Unklares und Nebulöses. Besser wäre Spaemanns Vortrag daher in einer Sammlung mit ähnlichen Aufsätzen (wie er schon mit "Das unsterbliche Gerücht" vorliegt) aufgehoben gewesen.
Doch lesenswert ist "Der letzte Gottesbeweis" allemal.
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