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Kundenrezension

Eigentlich hätte das neue Welle:Erdball Album ja schon im letzten Jahr erscheinen sollen. Doch personelle Veränderungen (Plastique ging, Lady Lila musste erst noch gefunden werden) führten dazu, dass „Tanzmusik für Roboter“ samt zugehöriger Tour auf 2014 verschoben wurden. Nach diversen Projekten wie dem Kinofilm „Operation Zeitsturm“ und der 80er-Jahre-Hommage „Der kalte Krieg“ liegt nun mal wieder ein normales Album vor.

Aber was heißt bei Welle:Erdball schon normal? Der Titel ist jedenfalls bezeichnend. Nicht nur, dass eigentlich fast alle zwölf Stücke (plus dem unvermeidlichen „Hallo hier ist Welle:Erdball“ Intro) äußerst tanzbar sind. Man bekommt auch den Eindruck, dass den Hannoveranern Roboter als Zielgruppe eigentlich lieber wären. Denn mit der Menschheit, wie sie sich derzeit präsentiert, wird ein ums andere mal hart ins Gericht gegangen. Im Song „Mensch gegen Maschine“ wird klar für letztere Position bezogen („Statt Korruption loyal und elitär – scheiß auf den Mensch, ich kann es besser als er“). Und sollte es die künstliche Intelligenz nicht schaffen, hofft man auf Hilfe von außen: „Die Aliens lachen uns schon aus, schmeißen uns hoffentlich bald raus und reinigen so das Sonnensystem“ aus „Die neue Weltordnung“. Und wäre das nicht schon genug, setzt man auch in Liebesdingen auf Außerirdisches („Liebe der 3. Art“) oder Programmiertes („Computersex“). Wer die Band nicht kennt und nach den einleitenden Sätzen misanthropische Extrem-Metaller vermutet, könnte falscher nicht liegen. Welle:Erdball zelebrieren seit über 20 Jahren eine unvergleichliche Mischung aus Computermusik, NDW, Punk, Kinderliedern und Vielem mehr. Und das alles (fast) ausschließlich mit elektronischen Mitteln erzeugt. Neben dem Commodore C-64 kommen diesmal auch ein Nintendo DS, ein Casio VL-1 und sogar das 80er Jahre MB-Spiel Senso (samt Samples aus dem damaligen Werbespot) zum Einsatz. Gleich der Opener „Gib mir meine Zukunft wieder“ präsentiert nicht nur den C-64 als ordentlich Druck verbreitendes Power-Instrument, es beinhaltet auch den (medien)politischen Rundumschlag, den man von der Band erwarten konnte („Nun geht hin und fresst es, die ganze Welt des Internetzes. Doch für alles, was ich esse, polier ich Zuckerberg die Fresse“). „Der Flipperkönig“ ist dann mal wieder eine Reminiszenz an die „gute alte Zeit“ und kommt im typisch dynamischen WE-Elektro-Gewand. Das bereits erwähnte „Liebe der 3. Art“ umschmeichelt einen dann mit einem schönen Schlager-Gesumme im Chorus, bevor „Ich mach mich schön“ inhaltlich nahtlos an „Ich bin aus Plastik“ ansetzt. Lady Lila kann hier beweisen, dass sie eine würdige Nachfolgerin von Plastique ist. Bei den ersten Durchläufen war es natürlich schon ein wenig ungewohnt, aber soweit liegen die Beiden stimmlich nicht auseinander. Ein echtes Highlight ist „Mimikri“, das mit einer Melodie aufwartet, die einer „Die drei ???“-Hörspielkassette entsprungen zu sein scheint. Inhaltlich wird das Thema Identitätenklau angesprochen und kongenial mit den Senso-Elementen verbunden. Dieses Niveau können allerdings nicht alle Stücke auf „Tanzmusik für Roboter“ halten. Warum gerade „Des Wahnsinns fette Beute“ den Weg auf das Album gefunden hat, obwohl es nun nicht gerade der stärkste Song der letztjährigen EP „Computerklang“ ist, erschließt sich mir nicht. Und auch auf die Coverversion „Die Gedanken sind frei“ hätte ich verzichten können. Diese passt zwar inhaltlich ganz gut zum Credo der Band, ist aber durch die dauerhafte Werbenutzung (Piraten, GMX) etwas tot genudelt. Auch sonst muss man sagen, dass man bei einigen Songs nicht nur inhaltliche, sondern auch musikalische Parallelen zu bereits bekannten Songs entdecken kann. Allerdings ist das bei über 20 Jahren Bandgeschichte nicht weiter schlimm. „Tanzmusik für Roboter“ ist in jedem Fall ein gutes Album mit einigen echten Hits, die auf der kommenden Tour auch uns arme Menschlein in Bewegung setzen werden.
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