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Kundenrezension

am 31. August 2011
Kürzlich hielt der Bundespräsident eine Rede mit einem bei ihm durchaus überraschenden Inhalt. Am Ende zitierte er Thomas Jefferson, den dritten Präsidenten der USA. Jefferson hatte gesagt, dass wir immer die Wahl zwischen Sparsamkeit und Freiheit oder Überfluss und Knechtschaft hätten. Dass ein kreditfinanzierter Scheinwohlstand zur Knechtschaft führt, lernt man gerade widerwillig in Griechenland. Anderen steht ein noch viel schmerzlicherer Lernprozess bevor.

Der Autor nennt sein Buch "Tragödie des Euro", doch in Wirklichkeit handelt es sich um eine Tragödie Europas, die durch diese politisch gewollte, aber ökonomisch widersinnige Einheitswährung herbeigeführt werden wird. Wenn man sich über die tatsächlichen Zusammenhänge und die auf uns zukommenden Lasten kompetent informieren möchte, dann ist man bei diesem Buch gut aufgehoben, auch wenn es sich manchmal etwas hölzern liest.

Philipp Bagus arbeitet als Professor für Volkswirtschaft an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid. Gleich zu Beginn seines Buches erläutert er, dass die ursprüngliche klassisch-liberale Vision eines in gewisser Weise freiheitlich geeinten Europas inzwischen von einer vor allem von Frankreich favorisierten Vision eines imperialen, zentralistisch durchorganisierten Staatswesens, das sozialistischen Vorstellungen entspricht, abgelöst wurde. Damit verbinden die EU-Eliten die Idee eines gemeinsamen Wohlfahrtsstaates, der "innerhalb Europas für Umverteilung, Regulierung, Harmonisierung und Gesetzgebung" sorgen werde.

Im zweiten Kapitel beschreibt Bagus die "Dynamik des Zwangsgeldes", das Staaten ihren Bürgern aufzwingen, also den Weg zu ungedecktem, nur auf "Vertrauen" beruhendem Papiergeld und seiner unausweichlichen Folgen. Dann widmet er sich erstmals dem hinter der Euro-Einführung stehendem politischen Kalkül Frankreichs, dem sich Deutschland Schritt für Schritt ergeben hat. Die Schilderung und Kommentierung dieses komplexen Vorganges durchzieht das gesamte Buch.

Bereits im dritten Kapitel erläutert Bagus den Unterschied zwischen der deutschen Bundesbank und der EZB. Später wird er beschreiben, dass die EZB, die einstmals (im Wunschdenken deutscher Politiker) als Abbild der Bundesbank gedacht war, ihre Unabhängigkeit inzwischen weitestgehend verloren hat und als Organ der EU-Kommission dient. Kennt man die Geschichte der französischen Notenbank insbesondere in den 1920er Jahren, dann weiß man genau, wo wir inzwischen stehen.

Im vierten Kapitel macht der Autor deutlich, warum gerade hochinflationäre Länder Europas den Euro wollen. Nachdem die bedeutend weniger inflationierte D-Mark endlich verschwunden ist, fällt die Inflationspolitik solcher Ländern nicht mehr auf. Und: "Unter dem Euro fließt Papiergeld nach Deutschland, wo dessen Angebot als gesetzliches Zahlungsmittel die Preise nach oben treibt." (S. 67). Das widerspricht dem offiziellen Mantra, dass Deutschland angeblich der größte Euro-Profiteur wäre. Der Euro nützt Deutschlands Großindustrie, nicht jedoch seiner Bevölkerung, betont der Autor.

Das fünfte Kapitel erklärt dem Leser sehr präzise, warum Deutschland die D-Mark aufgab. Dann folgen zwei Kapitel, die sich mit der EZB befassen. Zunächst wird beschrieben, wie die EZB funktioniert, anschließend werden die Unterschiede in der Geldschöpfung zwischen der EZB und der FED verdeutlicht.

Warum die Europäische Währungsunion (EWU) ein selbstzerstörerisches System ist, erläutert Bagus sehr ausführlich im achten Kapitel. Er geht dabei auch auf die Verschuldung Griechenlands ein, womit er sich jedoch auch später noch einmal ausführlicher befasst. Denn zunächst folgt ein Kapitel, das den konfliktverschärfenden Charakter der EWU darstellt.

Im recht ausführlichen 10. Kapitel wird uns der desaströse Weg vor Augen geführt, den die europäischen Eliten bisher auf dem Weg in den Zusammenbruch gegangen sind. Es macht nur noch wütend, wie die deutsche Bundesregierung Schritt für Schritt eine Position nach der anderen geräumt hat. Der Autor benutzt bereits zu Beginn seines Textes den Begriff "Staatsstreich". Anders kann man das in der Tat nicht mehr nennen. Inzwischen ist eigentlich alles, was einmal zur Einführung des Euro an Verträgen geschlossen wurde, Makulatur. Unsere Währung entzieht sich darüber hinaus zunehmend dem Einfluss demokratisch gewählter Organe.

Das letzte Kapitel behandelt die "Zukunft des Euro". Doch der Autor glaubt nicht an seine Kapitelüberschrift. Vor dem "Rettungsschirm" konnte die durch den Euro installierte Umverteilungsmechanik in Europa noch durch komplexe monetäre Mechanismen verschleiert werden. Nun liegt offen, dass es sich bei der EU um eine reine Transferunion handelt. Der Autor schreibt, dass bei Niederschrift seines Textes Deutschland für 148 Milliarden Euro garantiert, also mit 60% seiner jährlichen Staatseinnahmen. Kommt es zu diesen Zahlungen, dann begleichen deutsche Steuerzahler die Schulden anderer Staaten, ohne dass sie auch nur ansatzweise gefragt worden wären, ob sie das wollen.

Fazit.
Ein Buch, in dem der ganze Irrsinn der "Euro-Rettung" und seiner Hintergründe beschrieben wird. Es erläutert daneben, wie und warum Deutschland in die Euro-Falle lief und wie und warum nach und nach alle deutschen Positionen aufgegeben wurden.
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