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Kundenrezension

am 19. Mai 2010
Robinson Crusoe verzweifelt. Er will in die Ferne, sein Vater aber untersagt ihm jegliche Seereise. Als sechzehnjähriger Mann wagt er nach einer kurzen Landreise, die er im Auftrag seines Vaters antritt, die Flucht aus der familiären Enge. Trotz des ausdrücklichen Verbots seines Vaters geht er an Bord eines Schiffes, gerät aber bereits nach wenigen Tagen in Seenot. Die Mannschaft kann sich zwar ans englische Festland retten, Robinson schämt sich aber so sehr, dass er nicht den Weg nach Hause antritt, sondern als Begleiter eines Handelsschiffes nach Afrika reist. Doch schon seine zweite Reise an die ferne Küste endet in Gefangenschaft. Zwei Jahre verbringt er als Sklave eines Piratenkapitäns an Land, ehe ihm die Flucht glückt. Er reist nach Südamerika, wo er eine Zuckerrohrplantage kauft und mit ehrlicher und harter Arbeit versucht, sein Glück zu finden. Doch wiederum packt ihn das Fernweh. Auf Betreiben der anderen Zuckerbauern begleitet er als Afrikakundiger ein Schiff, das soviele Sklaven wie nur irgend möglich aus Afrika zu den Plantagen der Zuckerbauern schaffen soll.
Doch die Reise steht unter keinem guten Stern. Nach langer Flaute und endlosen Wochen geraten die Männer noch in der Nähe der Küste Südamerikas in einen furchtbaren Orkan. Sie erleiden inmitten der Wasserwüste Schiffbruch und alle Matrosen kommen um. Nur Robinson kann sich auf ein kleines Eiland retten. Nachdem er viele brauchbare Dinge aus dem in den Klippen gestrandeten Schiff bergen kann, beginnt er sich auf der unbewohnten Insel einzurichten. Er erlernt das Töpferhandwerk, flechtet Körbe, bestellt einen Acker, beginnt mit den wilden Ziegen der Insel eine Viehzucht und erbaut eine wahre Festung. Doch keine Menschenseele betritt seine Insel. Vierundzwanzig Jahre lang lebt er mit sich, seinem Papagei, einem gezähmten Hund und den Ziegen die Insel. Doch eines Morgens sieht er im Sand nahe dem Meer einen Fußabdruck im Sand. Er glaubt verrückt zu werden. Ein einziger Fußabdruck, mitten an einem einsamen Strand, den nie eine Menschenseele außer ihm betreten hat. Voller Angst flieht er in seine Höhle. Er beobachtet monatelang den Strand, ohne eine Erklärung für den Fußabdruck zu finden.
Doch eines Tages, seine Wanderung bringt ihn bis an eine Bucht im Westen der Insel, die er nie betreten hat, ist sein Entsetzen unbeschreiblich. Am Strand liegen hunderte Schädel, zahllose Menschenknochen und die Reste eines Lagerfeuers. Seine einsame Insel ist Festplatz von Menschenfressern. Robinson droht den Verstand zu verlieren. Hat Gott ihn nach fünfundzwanzig Jahren des Exils verlassen?

Den scheinbar dokumentarischen Bericht des Abenteurers Robinson Crusoe, den Daniel Defoe 1719 veröffentlichte, liest Rufus Beck. Dieses große Stück Weltliteratur, unzählige Male in Buchform verlegt, in zahlreichen Filmen adaptiert, vermag er lebendig und mit Verve in die Gegenwart zu holen. Von den ersten Minuten an hat man den Eindruck, dass Robinson Crusoe seine Geschichte erzählt, aus seiner Erinnerung und mit Hilfe seines Tagebuchs. Immer hat man das Gefühl, eine wahrhaftige Geschichte zu hören und den Emotionen des einsamen Mannes unmittelbar folgen zu können. Rufus Beck vermag sowohl das anfängliche Trübsal, das Entsetzen des Einsamen, die Melancholie des Vergessenen und die Pein des von Gott Verlassenen auszudrücken. Crusoe schildert minutiös und äußerst auf Realismus bedacht seine langen Jahre der Einsamkeit und die Jahre, die dem Verlassen der Insel vorgelagert sind.
Der Bericht von Daniel Defoe, inspiriert von den Schilderungen eines Matrosen, der vier Jahre auf einer einsamen Insel zubrachte, ist auch heute noch ein fantastischer Roman über die Menschwerdung eines Gottlosen. Die Entwicklung vom Abenteurer, der ohne Not die Warnungen und Bitten seines Vaters in den Wind schlägt, über lange Jahre der Prüfung, hin zu einem weisen, gottesfürchtigen und sanften Menschen ist zeitlos und ohne Pathos.
Defoes Bericht wird in der vorliegenden Lesung sehr genau und mit vielen Einzelheiten wiedergegeben. Kürzungen fallen nicht auf und sind zu verschmerzen.

Fazit: Dank der Leistung von Rufus Beck wird dieser Roman auch heute noch ein breites Publikum finden, denn in punkto Spannung und literarischer Qualität ist "Robinson Crusoe" bis heute einmalig. Diese Edition liefert auf vier CDs ein wundervolles Hörbuch ab, das in keiner Sammlung fehlen sollte. Einzig die gelegentlich etwas "unmodern" wirkende Sprache Defoes scheint anfangs den Hörgenuss zu trüben. Doch mit der Zeit spürt man, dass sie wundervoll zu dem Bericht dieses Einsamen passt.

Stefan Erlemann
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