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Kundenrezension

am 9. März 2009
Zugegeben: die Erwartungen an den neuen "Bond" waren schon enorm gewesen.
Von der Produktionsfirma natürlich geschürt, hatte der geneigte Seher doch berechtigt zu hoffen wagen dürfen, dieser Streifen würde an das Niveau des Vorgängers "Casino Royale" anschließen können.

Nur leider: damit sollte es nichts werden.

Erster Kritikpunkt: Im Vorgänger hatte man viel Liebe darin investiert, den (nachmaligen) Helden als Menschen erlebbar zu machen und feinfühlig dessen Motivation, Ängste und Hoffnungen herauszuarbeiten. Was dort gelungen war, misslingt hier völlig: Wohl als Folge des entsprechenden Scripts wird die Titelfigur hier oberflächlich, um nicht zu sagen weitgehend lieblos, als kalter Rächer eigener Versehrungen abgefeiert. Jegliche Subtilität ist diesem Film fremd; dies gilt auch für die drastischen, gleichsam unkommentierten Gewaltszenen (die jedoch nicht wie etwa bei Quentin Tarantino aus und durch sich sprechen, sondern hier einen eher voyeuristischen Eindruck hinterlassen).

Leider ist demgemäß Bond auch jener Zug abhanden gekommen, derzuletzt viel für diesen Film versprochen hatte:
Am Ende von "Casino Royale" hatte 007 bekanntlich "Mr. White" eiskalt niedergeschossen und nach erbarmungswürdiger Anfrage desselben mitgeteilt: "Bond, James Bond". Dies jedoch mit einem verschmitzen Lächeln um die markanten Züge, die Brutalität der Szene abmildernd. Dieses bubenhaften Charmes entbehrt dieser Streifen beinahe völlig (was schade ist. Erinnern wir uns an die legendäre Connery-Ära: ein gewisser lakonischer Grundzug machte Bonds Härte doch erst richtig "markable"!)

In diesem Sinne startet auch der Film: mit chaotischer Handkamera (derzeit offenbar schwer angesagt) und hysterisch geschnitten wird ein Car-Chase präsentiert, der kaum Zeit zum Luftholen lässt. Gekonnt, natürlich (Aston vs. Alfa) - nur eben gehetzt, ohne Muße für Fragen zu lassen.
Das gilt im Übrigen für das Gesamtwerk: Ohne Atempause folgt Action auf Action, Schnitt auf Schnitt, Location auf Location. In den wenigen "ruhigeren" Momenten stellen sich jedoch zunehmend Fragen ein: Wie ist Bond auf die Spur des Widersachers gekommen und warum so schnell? Warum rettet er Camille bzw weswegen läßt er sie dann zurück? Logisches Storytelling ist demnach insgesamt nicht die Grundstärke dieses Films.

Stärke ist vielmehr die Action.
Ohne Zweifel meisterhaft in der Konzeption und choreografiert, teilweise kreativ, zieht sie in ihren Bann.

Meisterlich auch zweifellos der Score eines nun schon erfahrenen David Arnold.

Und: ich glaube auch nicht unbedingt, dass QT als "Fortsetzung" von "Casino Royale" funktioniert:
Ja, schon gut, Bond sucht seinen verlorenen Schutzpanzer usw. Aber: hätte man das nicht etwas logischer, weniger hysterisch abfilmen können? Etwas wie "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" mit entsprechendem Charme? Da war ja selbst der unerbittliche (großartige) Timothy Dalton in "Lizenz zum Töten"
noch vergleichsweise gnädig...

Größter Minuspunkt ist allerdings, dass Daniel Craig - er ist Bond!, das wissen wir seit "Casino Royale" - nun keine Möglichkeit mehr geboten wurde, seine Interpretation zu verfeinern.
Der Rezensent hegt nicht den geringsten Zweifel daran, dass Craig sich im nächsten Film zu gewohnter Größe empor schwingen wird - dieser Film jedoch befriegigt insoweit nicht. Völlig außer Atem ist es Craig nicht möglich, seine Schauspielstärke auszuspielen.

Die Leistungen der restlichen Darsteller sind ambivalent ausgefallen:
* Mathieu Almaric ist je nach Facon als farbloser oder zurückhaltender Bösewicht zu charakterisieren. Ich spreche letzterem Verständnis zu: die teilweise Weltentrückheit ist der Story zu danken (und passt auch ganz gut).
* Olga Kurylenko hingegen ist für mich kein Glücksfall: ich neige zur Meinung, dass hier doch schauspielerische Defizite deutlich werden; zumindest hat sie nach meiner Meinung - obwohl höchst attraktiv - nicht jenen Charme, der "Bondgirls" in der Regel auszeichnet. Nach der Topleistung von Eva Green im Vorgänger war allerdings zu erwarten gewesen, dass nun wieder eine eher herkömmliche "Gespielin" präsentiert werden würde.
* Die verbliebene Riege an relevanten Nebendarstellern überzeugt durchwegs; vor allem Gemma Arterton erfreut die Sinne.

Erfrischend sind weiters Zitate an frühere Klassiker der Reihe, etwa der "Heldinnentod" von Agentin Fields (gemahnend an die unsterbliche Shirley Eaton in "Goldfinger").

Insgesamt: Nach dem starken Auftritt von "Casino Royale" doch ein herber Rückschritt (an sich 2 von 5 Punkten; Craig "rettet" den dritten); zu hoffen ist, dass der nächste Bond, befreit von den Fesseln der "Lehrzeit" der Hauptfigur, mit einem locker aufspielenden Daniel Craig zu alter Größe zurück kehren wird.

Zur Blu-Ray: Große Klasse. Hohe Qualität. Kein Vergleich mit der DVD.
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