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Kundenrezension

am 11. Januar 2011
Es ist schon erstaunlich, wie kreativ und impulsgebend die deutsche Musikszene Anfang der 70`er Jahre war, und wie sehr dies offensichtlich in Vergessenheit geraten ist.

Auf den 3 zwischen 1972 und 1975 entstandenen Alben der Gruppe NEU! (Duo aus den Ex-Kraftwerk-Mitgliedern Klaus Dinger und Michael Rother) finden sich bereits Klänge und Strukturen, die später in Musikrichtungen wie Ambient, Punk/New Wave und Progressive-/Postrock Verwendung fanden bzw. immer noch finden. Markenzeichen der Band sind u.a. die oftmals treibenden, sehr gleichförmigen 4/4-Rhythmen, die damals noch mit echten Drums gespielt wurden (dafür wurde der Begriff "Motorik-Beat" erfunden), Rothers filigrane Gitarrenarbeit und elektronische Klangexperimente. Daraus ergeben sich in den besten Momenten geradezu hypnotisch, Matra-artig wirkende Sounds, die schonmal jenseits der 10-Minuten-Grenze enden können, jedoch nie beliebig oder gar langweilig wirken, da Variationen in Tonart, Lautstärke und Geschwindigkeit immer wieder für Abwechslung sorgen. Paradebeispiele hierfür sind ihre wohl bekanntesten Stücke "Hallogallo" und "Für Immer". Die wenigen Stücke mit Gesang sind "etwas abgedrehter", allerdings nicht minder stilbildend, denn hier wird das vorweggenommen, was später gemeinhin als "britische Erfindung" gelten sollte, nämlich "Punk" oder auch "New Wave" (auch einige Sachen der "Neuen Deutschen Welle" hätte es ohne NEU! sicherlich so nicht gegeben -man führe sich nur mal Joachim Witts "Goldener Reiter" oder Rheingolds "Dreiklangsdimensionen" vor Augen bzw. Ohren...-).

Viele Musiker nennen NEU! als Inspirationsquelle (David Bowie, Brian Eno, Oasis, Sonic Youth, Thom Yorke/Radiohead, Iggy Pop, John Frusciante/Red Hot Chili Peppers, John Lydon/PIL etc.). Steven Wilson von der derzeit wohl angesagtesten Progressive-Rock-Band "Porcupine Tree" schreibt gar : "The Neu! Classic "Hallogallo" is one of my top 5 desert island discs".

Was damals den häßlichen Begriff "Krautrock" erhalten hat, gilt heutzutage also immer noch als stilbildend und wegweisend. NEU! hat es allerdings geschafft, damals nicht nur etwas "Neues" sondern gleichzeitig auch "Zeitloses" zu schaffen. Diese Musik kann man auch heute noch (oder gerade heute wieder?) sehr gut hören, da der Anteil dessen, was man gemeinhin wohl mit "Krautrock" assoziiert (etwas eher amateurhaftes, jazzig, frickelig, abgedrehtes) sehr gering ist. Hier ist nichts "Jam-artig" improvisiert sondern alles nachvollziehbar strukturiert und überwiegend sehr melodisch gehalten.

Am zugänglichsten der 3 Alben ist sicherlich "NEU! 75". Am ehesten verzichtbar wohl "NEU! 2" (obwohl darauf das vielleicht beste NEU!-Stück "Für Immer" und das von Tarantino für "Kill Bill" verwendete "Super 16" ist).

Meine persönliche Einstufung wäre "Neu!" (1972) 4 Sterne, "Neu! 2" (1973) 3-4 Sterne, "NEU! 75" 4-5 Sterne (zuzüglich jeweils gedanklich einen halben Stern für den Kultcharakter).

Herbert Grönemeyer (noch ein Neu!-Fan) sei Dank, wurden die Alben 2001 erstmals auf CD veröffentlicht. Die Tonqualität ist dank des Remasterings bei allen CD`s gut. Der Klang ist sauber und schön transparent. Allerdings ist gerade in leisen Passagen doch durchweg ein deutliches Rauschen vernehmbar. Da jedoch die Originalbänder zur Verfügung standen und Dinger und Rother am Remastering mitgewirkt haben, gehe ich davon aus, dass ein noch besseres Klangbild einfach nicht möglich war. Vermutlich liegt das an der damaligen Aufnahmetechnik oder man wollte nicht, dass ein Rauschfilter Details mit wegbügelt.

Empfehlenswert sind auch Rothers Solo-Scheiben (v.a. "Sterntaler" und "Flammende Herzen", aber auch "Traumreisen" und die letzte aus 2004 -mit Herbie als Gastvokalist-) und Dingers Nachfolgeprojekt La Düsseldorf (CD "Düsseldorf" von 1976 -2005 ebenfalls remastered- und der Track "Rheinita" von "VIVA" 1978) sowie als Bandprojekt in der Tradition von NEU! (mit denen Rother auch schon zusammen aufgetreten ist) die Secret Machines (Anspieltipps "First Wave Intact", "Alone, jealous and stoned" und "All at once").
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