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Kundenrezension

am 16. Februar 2010
Niemand wird ernsthaft bestreiten können, dass Helloween ihren Beitrag geleistet haben. Die Klassiker der Hamburger sind zahlreich, der Einfluss auf die Szene groß. Diesen, nach 25 Jahren durch harte Arbeit selbst erreichten Status darf man auch ein wenig verschroben feiern, werden sich die Kürbisköpfe anlässlich dieses Jubiläums-Albums gedacht haben - was dabei herausgekommen ist, sollte man sich zumindest angehört haben. Einiges davon muss man sich aber keineswegs öfter als einmal zu Gemüte führen, zu hart an der Grenze des guten (Metal-) Geschmacks liegt ein Teil des Materials. Wobei man gleich darauf eingestellt sein sollte, dass das Ganze ohnehin nicht mehr viel mit Metal zu tun hat, was aber verständlich ist - ansonsten wäre die Neueinspielung ja sinnlos gewesen. Ein Ansatz wäre (wie schon von einem anderen Rezensenten erwähnt), das Ganze mit Humor zu nehmen. Ob das dem traditionsbewussten Publikum ohne Weiteres gelingt, darf aber bezweifelt werden.

Der Song-Auswahl selbst kann man eigentlich nichts vorwerfen, wenn man davon absieht, dass es kein Stück der großartigen Platte "Walls Of Jericho" auf das Album geschafft hat. Dennoch will der Funke bei mir trotz mehreren Durchläufen einfach nicht überspringen. So halbwegs gelingt das lediglich bei "Future World" (relativ schnelle, akustische Version), "Eagle Fly Free" (sparsame Instrumentierung, guter, zweistimmiger Gesang, der durch die Gastsängerin sehr stark an die Hellsongs erinnert), "Perfect Gentleman" (starker Rhythmus, eignet sich scheinbar als einer der wenigen härteren Songs der Band für eine akustische Umsetzung) und vor allem "The Keepers Trilogy". Letzteres Lied (das natürlich die jeweiligen Herzstücke der drei "Keeper Of The Seven Keys" Platten zum Thema hat) wird durch die Beschränkung auf Orchester, Schlagzeug (mit Doublebass!) und Gesang zu einer dramatischen Achterbahnfahrt, die wirklich exzellent umgesetzt wurde und auch Metal-Normalverbraucher überzeugen könnte. Lediglich auf opernhaften Gesang sollte Andi Deris zukünftig besser verzichten um sich nicht der Lächerlichkeit preiszugeben.

Der Rest der Tracks plätschert in meinen Ohren eher belanglos vor sich hin. Totalausfälle gibt es leider auch zu hören: "Forever And One" ist bereits im Original nicht gerade rasant, die neue Version nimmt aber noch mehr Tempo heraus, was das Stück extrem schmalzig daherkommen lässt. Ebenso ergeht es dem von Haus aus sehr pathetischen "A Tale That Wasn't Right", das durch den "dramatischen" Gesang höchstens unfreiwillig komisch wirkt. Auch nicht empfehlenswert: die zahnlosen und damit schnell langweilig werdenden Pop-Versionen von "If I Could Fly" und "Fallen To Pieces" (in meinen Ohren der schwächste Song überhaupt auf dieser CD). "Dr. Stein" und "Where The Rain Grows" sind hingegen so anders aufgenommen als früher, dass ich einfach keinen Zugang zu diesen beiden Tracks bekomme, die ich im Original sehr gut finde. Vor allem die Bläser-Einsätze bei "Dr. Stein" zerren aus irgendeinem Grund an meinen Nerven, was aber selbstverständlich Geschmacksache ist. Dasselbe trifft auch auf den Kinderchor bei "I Want Out" zu, der allerdings recht gefällig wirkt.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass "Unarmed" tatsächlich ein passender Titel für dieses Album ist. Den grundsätzlich schon sehr eingängigen Songs wurde samt und sonders die Härte entzogen, die Songstrukturen wurden zum Teil bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt und verlangsamt bzw. neu arrangiert. Das alles ist eigentlich eine interessante Idee und wesentlich kreativer als jede normale Best Of CD. Aber: in meinen Ohren fehlt dem Gros der Stücke jegliche Substanz, die sie ursprünglich auszeichnete. Wären sie im Original so aufgenommen worden, hätte es wohl zu Recht keiner der Songs bis zum Klassikerstatus geschafft. Wie erwähnt finde ich auch die Gesangsleistung von Andi Deris, den ich ansonsten sehr schätze, nicht überzeugend; seine Stimme ist wohl besser für die schnelleren Regionen geeignet. Mag aber auch sein, dass das alles nur Gewöhnungssache ist - bei mir reicht es aber trotzdem nicht zu einer hohen Wertung. Fraglich auch, wer dieses Album wirklich braucht. Der "normale" Helloween-Anhänger wird mit dem Großteil der zahnlosen Überarbeitungen wenig bis gar nichts anfangen können, Metal-Romantikern werden die ursprünglichen Balladen der Truppe genügen und für den breiten Pop-Markt sind die Kürbisköpfe sicherlich zu unbekannt/irrelevant. Ich hoffe nur, dass die Band nicht auf die Idee kommt, eine komplett akustische Tour zu spielen... 2 Sterne für eine Platte, die mich - trotzd es Mutes der Band - einfach nicht mitreißen kann und die es bei den Fans sicher nicht leicht haben wird.
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