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Kundenrezension

VINE-PRODUKTTESTERam 4. Juli 2011
Der Autor Joachim Meyerhoff, gefeierter Schauspieler am Wiener Burgtheater, hat als Regisseur und Hauptdarsteller vor einigen Jahren damit begonnen sein Leben auf die Bühne zu bringen, in dem er die Geschichte seiner Kindheit und Jugend niedergeschrieben hat. Jetzt ist mit "Alle Toten fliegen hoch" der erste Teil dieser "Autobiografie" erschienen. Ein ungewöhnliches, wunderschönes Buchcover auf dem die Fotos seiner amerikanischen Mitschüler zu sehen sind, unterstreicht den autobiografischen Buchzyklus.

Sensibel und über weite Strecken unfassbar komisch, voller Selbstironie, pointiertem Witz und erstaunlicher Fabulierkunst erzählt Joachim Meyerhoff in seinem Debütroman von Liebe, Fremde, quälendem Schmerz, schmerzlichem Verlust, plötzlichem Tod, Emanzipation, Stoizismus und Independenz. Es ist zugleich ein großartiges Prosadebüt, dieser Start eines jungen Menschen ins virtuose Leben. Auch wenn der Autor bei seinem Buch von einem "Roman" spricht, geht es doch in erster Linie um eine Selbsttherapie, um ein ständiges "Sich - selbst - durchschauen", denn Meyerhoff und sein Protagonist sind zweifelsfrei deckungsgleich. "Es geht um das Erinnern und das Erzählen des Erinnerns."

In dem Buch wird die Geschichte des in der norddeutschen Provinz geborenen Joachim Meyerhoff erzählt. Der Ich- Erzähler kommt dank der finanziellen Unterstützung seiner Großeltern mit achtzehn Jahren für ein Jahr als Austauschschüler nach Amerika. Für den jungen Menschen ist dieses Amerika der Sehnsuchts- und Zufluchtsort schlechthin. Er versucht einen Platz als Austauchschüler in einer amerikanischen Gastfamilie zu bekommen, kommt aber nicht dahin, wovon viele träumen, nämlich nach New York, Los Angeles oder San Franzisko. Während eines Auswahlgespräches in Hamburg wurde dem Protagonisten klar, dass er mit seiner anfänglichen Großstadtsehnsucht völlig falsch lag. Um sich nun als optimale Kleinstadtbesetzung zu outen, musste er bei der Beantwortung des Fragebogens all seine bisherigen Überzeugungen über Bord werfen, sich um 180 Grad verbiegen. Am Ende war eine Gestalt entstanden die einem absoluten Horror Freak entsprach. So kam er dann schließlich nach einem Aufbruch um die halbe Welt in eine ebenso verlassene Gegend, wie die, aus der er kam. Er landete bei einer Gastfamilie in Laramie, Wyoming, mitten in der Prärie, im staubigen Nirgendwo. Der "Kulturschock", in einem Amerika zu landen das für viele der Inbegriff "Kapitalistischer Kulturlosigkeit" ist, blieb erst einmal aus.

Die beiden Gasteltern waren tief religiös. Mit den Söhnen musste der Ich-Erzähler zwar das Zimmer teilen und die Eltern waren von den ersten Fotos, die sie von der erzkonservativen Familie sahen, geschockt, aber alle Vorurteile waren unbegründet. Die Gasteltern waren unglaublich herrliche und gute Menschen, die den Austauschschüler mit aller Liebe aufgenommen haben. Der Stundenplan in der Schule war sehr abwechslungsreich und dann erfüllte sich auch noch ein lang gehegter Traum, denn er konnte Basketball spielen. Voller Selbstironie schildert Meyerhoff, dass er zwar die Chance hatte auf der Spielerbank zu sitzen, in dem Buch heißt es in diesem Kontext "immer wenn wir haushoch führten oder zurück lagen dann wurde ich eingesetzt. Das war ein außerordentliches Glücksgefühl." In diesem Zusammenhang beschreibt der Autor sehr plastisch und ausführlich wie er dort dann zum Deutschen gemacht wurde. Sein Spitzname war "The German". Im Deutschunterricht war er natürlich Klassenbester. In dem Buch lernen wir auch die Eigenarten des germanophilen Basketball Coach kennen, der mit den beiden Schäferhunden, Wotan und Odin, in einem Schwarzwaldhäuschen lebte. Er war eigentlich eine skurrile Mischung aus Vietnam Veteran und Deutschland Verehrer.

Die weiblichen Mitschülerinnen des Ich-Erzählers und ebenso die vielen Amerikaner, die sich nach den Wurzeln ihrer aus Deutschland eingewanderten Vorfahren sehnten, spielen in dem Buch eine große Rolle. Da trafen dann immer wieder interessante Gegensätze aufeinander, denn die Gasteltern waren daran interessiert die Wurzeln zu ihren Urgroßeltern durch die Erzählungen des Protagonisten frei gelegt zu bekommen, während der Ich-Erzähler selber vehement die Sehnsucht verspürte alle Wurzeln zu kappen.

Ein sensibler, mitreißender Entwicklungsroman, über weite Strecken auch ein heimlicher Bildungsroman und natürlich ein origineller unauffälliger Unterhaltungsroman, der auf den Leser einen erstaunlichen Sog ausübt.
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