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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENTam 10. November 2012
Eine Frau erwacht, desorientiert, voller Angst in einem fahrenden Zug (nach Boston). Sie erinnert sich nicht dort hineingestiegen zu sein. Ihre letzte Erinnerung ist, in ihrem Haus am Sutton Place, NY, einer noblen Adresse gleich neben der Brooklyn-Bridge, friedlich geschlafen zu haben. Alison Courtland ist verängstigt, wie kam sie in den Zug? Zumal es nicht das erste Mal ist, dass sie schlafzuwandeln scheint. Ihr Mann Robert (Dom Ameche) hat bereits die Polizei informiert. Mit Unterstützung der Bostoner Kollegen gelangt Alison sicher am Flughafen an. Dort trifft sie unverhofft ihre alte Freundin Barby und deren Bekannten Bruce Elcott (Robert Cummings), der von der entzückenden Alison sehr angetan ist und ihr das Versprechen abringt ihn in NY auf eine Party zu begleiten.

Der Einstieg ist rasant: ein Zug, eine verwirrte Frau, die Enge des Zuges und die Angst der Frau stimmungsvoll in Szene gesetzt. Die Enge des Ganges und Dunkelheit im Schlafabteil verleihen der zur Düsternis und Verzweiflung der Frau/ der Szenerie weiteren Nachdruck.

Szenenwechsel New York: Man lernt das Haus der Courtlands kennen. Das enge hohe, verwinkelte Treppenhaus, dessen düstere Schatten an ein Gefängnis erinnern. Der Skeptiker des Lichtes vgl. Läufer versteht es, eine bedrückende Atmosphäre stimmungsvoll in Bilder zu kleiden. Genial die Szene, als Alison auf der Treppe zusammenbricht und die Schatten des Geländers sie zur Gefangenen im eigenen Haus machen; in die bedrückende Atmosphäre platzt gleich einem Lichtstrahl die lebenslustige Freundin Barby. Oder aber die Schlingen, am Betthimmel, durch Schatten erzeugt, als ihr Mann ihr Schlafzimmer betritt. Schatten dominieren wie so oft bei Sirk das gesamte Geschehen. Da wird selbst eine angestrahlte Kommode zum konvexen Monstrum.
Dem Treppenhaus folgt ein überladenes Wohnvergnügen, das wenig geschmackvoll in seiner Opulenz anmutet. Als Kontrapunkt zu der Enge der Räume gibt es einen Wintergarten, von Alison liebevoll "Dschungel" genannt, den sie hegt und pflegt. Durch die helle halbrunde Öffnung des Wohnraumes im Gegensatz zur dunklen Überladenheit des Raumes, entsteht zusätzlich Beklemmung. Sogar die Wandbeleuchtung/ die Kerzen erscheinen bedrohlich.
Licht, Heiterkeit und Freude kommt hingegen durch eine chinesische Hochzeit, zu der Robert Alison einlädt, in das triste Leben der betrogenen, aber ahnungslosen Ehefrau. Viel weiß statt schwarz, einschließlich weißer Blumen - Leichtigkeit gegenüber Schwere. Gelungen gesetzter Kontrapunkt!
Auch Sirks Vorliebe für geometrische Strukturen ist allgegenwärtig. Sei es in den geteilten Fenstern, der Schatten des Geländers, oder auch in der Kleidung Colberts: besonders bezaubernd: die Blätter-/Rankenmotive auf Alisons Kleid. Überall finden sich Quadrate und Rauten, auch auf dem Bettgestell.

Gelungen besetzt mit einer naiv-trinkfreudigen (über Ngape bis hin zu heißer Schokolade) Claudette Colbert, die als einzige nicht merkt, was für ein Spiel ihr Ehemann treibt. Don Ameche als recht konturloser Bösewicht, dem man nicht sooo richtig böse sein kann, da er sich in den Fängen einer äußerst lasziven Schönheit namens Daphne (Hazel Brooks) befindet, einer Femme fatale, die ihr Netz um den engelsgesichtigen, ich-kann kein-Wässerchen-trüben Don Ameche spinnt. Er ist ihr verfallen, gar keine Frage. Sie scheint die wahrhaft Böse zu sein, die ihn lenkt.
Die beiden Frauen könnten gegensätzlicher nicht sein. Daphne oberflächlich, berechnend, eiskalt, neidisch, geldgierig und voller Schatten und Unzufriedenheit, dabei aber wunderschön anzusehen. Dagegen die reiche Alison, die zwar nicht so reizvoll ist, dafür fernab allem Bösen, gutgläubig und freundlich, liebenswert aufgrund ihres Wesens.
Robert Cummings überzeugt als der Gute, als aufrechter Freund, der dem Geheimnis rund um Sutton Place nachgeht, nicht ganz uneigennützig, hat er sich doch in Alison verguckt.
Einziger kleiner Kritikpunkt: die "Kunstfigur" Claudette Colbert überzeugte mich nicht so 100%ig, eben weil sie so artifiziell wirkt - ich meine C.C. als Person, nicht ihre Rolle.
Gelungen auch der unechte "Rhinehart" mit seiner Monsterbrille. So stellt man sich den Psychiater doch gemeinhin vor, zumindest anno 1947. All das erinnert an "Gaslight" ist aber zugleich kein Abklatsch, sondern viel mehr. Warum der Meister des Melodrams, der hier einen Ausflug in den Film Noir unternimmt, sein Werk selbst nicht sonderlich schätzte, kann ich nicht so ganz nachvollziehen.

Von mir glatte 5* für eine atmosphärisch sehr dichte und gelungene Umsetzung. Auch die Storyline überzeugt. Gut aufgebaut, mit überraschenden turns and twists, vor allem der Höhepunkt und zugleich das Ende.

Auch die DVD überzeugt voll und ganz. Gestochen scharfes Bild, einen sehe interessanten Audiokommentar. Die dt. UT sind hier ganz nützlich, redet Cummings im O. manchmal sehr schnell und verwaschen, dass ich sonst nicht alles mitbekommen hätte. Die deutsche Synchro hat mir nicht zugesagt, den Colberts Stimme ist hier viel zu hoch und unpassend.
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