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Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weltklasse Hard Rock Made in Germany, 12. April 2014
Von 
Das Erscheinen ihres achten Albums "Blackout" im Jahr 1982 ist für die Scorpions ein entscheidender Karrieremoment. Bereits zu Beginn der Produktion verliert Sänger Klaus Meine nämlich seine Stimme und es ist gute neun Monate lang nicht klar, ob er jemals wieder wird singen können. In dieser Zeit testen die Hannoveraner laut den Erzählungen von Drummer Herman Rarebell den jungen Don Dokken als Ersatz für Meine. Doch letztlich entschließt man sich vor allem auf Initiative von Rudolf Schenker dazu, auf den Sänger zu warten. Mit Hilfe eines Wiener Arztes, der auch Opernsänger betreut, kehrt er dann auch tatsächlich wieder zurück. Ein Glücksfall, denn ob mit dem späteren AOR-King Dokken ein derart heftiges Album gelungen wäre...man mag es bezweifeln.

Vielleicht gerade wegen des gesanglichen Neustarts von Klaus Meine gilt "Blackout" heute als eines der stärken Scorpions-Werke überhaupt. Seine Stimme klingt bissiger und rauer als zuvor. Zudem schraubt die Band den Härtegrad der Songs deutlich in die Höhe. Gibt es auf dem Vorgänger "Animal Magnetism" (1980) mit "The Zoo" nur einen richtig schweren Titel, macht man dieses mal kaum Kompromisse.

Zum Einstieg donnert der Titelsong "Blackout" los, als habe man es hier mit einer Newcomer-Formation zu tun, die allen beweisen will was sie drauf hat. Textlich passt er wie die Faust aufs Auge zur Situation um Klaus Meine. Tatsächlich aber lässt sich Rarebell durch ein Alkoholabsturz von Gitarrist Rudolf Schenker zu dieser Nummer inspirieren. Wie dem auch sei - "Blackout" ist einer der größten Hard Rock Klassiker, die je geschrieben wurden. Lospreschendes Power-Riff und ein schweißtreibender Refrain, den man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Hat über all die Jahre nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt.

Wohlgemerkt: die Konkurrenz auf dem melodischen Hard 'n' Heavy Markt ist in den damaligen Tagen deutlich härter unterwegs (siehe u.a. Black Sabbath, Iron Maiden, Accept, Ozzy Osbourne, Judas Priest, Saxon, selbst AC/DC). Solch einen charakteristischen und massentauglichen Sound wie die Scorpions bekommt aber kaum einer von ihnen hin. Sie werden gleichsam von den Metallern wie auch dem Mainstream-Markt akzeptiert. Das schlägt sich in den Chartplatzierungen der LP nieder. Platz 10 in Deutschland und den USA und somit das erste Platin-Album - der endgültige Durchbruch ist geschafft. Ab jetzt geht es als Headliner auf Welttournee. Nix mehr mit Vorprogramm, die "wir spielen überall wo es eine Steckdose gibt"-Mentalität hat sich ausgezahlt. Ein Meilenstein für eine deutsche Band.

Der Einstieg also gelungen. Die erste Single "Can't live without you" bietet anschließend zwar nichtmal ansatzweise den Metal-Spirit des Openers, ist aber dennoch stark. Wenngleich der Chorus etwas einfallslos geraten ist, zählt das Stück bis heute zu den Live-Lieblingen. Kommt im Stadion und aus mehreren tausend Kehlen gesungen wesentlich eindrucksvoller rüber.

"No one like you" ist 1982 zwar der meistgespielte Song im US-Radio, wirklich gepackt hat er mich (bis auf das furiose Solo) aber noch nie. Klingt wie eine schwächere Urversion von "Rock you like a Hurricane". Trotzdem ist diese Nummer ganz entscheidend dafür verantwortlich, dass die Scorpions seither in einer Reihe mit den ganz großen Rockbands des Planeten stehen. Es sei ihnen gegönnt, auch wenn ich wenig damit anfangen kann.

Die Halb-Ballade "You give me all I need" gefällt mir wesentlich besser. International vorzeigbar und edel aufgemacht. Einzigartiger Melodic Rock, der aufhorchen lässt.

Bevor das Album jetzt aber zu sehr in gediegenere Bahnen abdriftet, zieht das kompakte "Now!" wieder ordentlich an. Herrlich ungeschliffen, mit einem ausrastenden Meine und dem entfesselten Leadgitarristen Matthias Jabs. Von späteren Balladentagen ist das hier Lichtjahre entfernt. Ja, man kann es getrost als Heavy Metal bezeichnen. Einfach nur geil.

Dieses Prädikat hat auch das mitreissende "Dynamite" verdient. Der vom Gesamteindruck wildeste Song ihrer gesamten Laufbahn. Perfekter Einstieg für jeden Live-Gig. Unfassbar, diese Power! Und dann noch das zügellose Solo. Macht seinem Titel alle Ehre. Einer meiner fünf Scorpions-Favoriten überhaupt. Hier geht es richtig aggressiv zur Sache. Rock-Geschichte hautnah! Zusammen mit "Blackout" und "Now!" ist dieses Stück für den retrospektiv sehr harten Gesamteindruck der Platte verantwortlich. Tatsächlich gibt es für mich aber mit "Face the Heat" (1993) und "Unbreakable" (2004) noch deutlich brachialere Alben der Band.

Auch "Arizona" liefert zu Beginn eine "Hurricane"-Blaupause, ansonsten ist es aber eher ein etwas zupackenderer AOR-Titel. Gefällt mir gut. Sehr melodisch und mitsingbar.

Die schwerfällig drückende Gesellschaftskritik "China White" dagegen weist progressive Züge auf und ist nicht leicht zugänglich, was jedoch positiv zu vermerken ist. Macht deutlich, dass hier nicht irgendwelche Stümper am Werk sind, sondern hochgradig versierte Musiker, die mit jeder anderen Band weltweit locker mithalten können.

Der Rausschmeißer "When the Smoke is going down" erzeugt dann abschließend dieses einzigartige Flair, wie es nur die Scorpions umgibt. Kaum eine andere Truppe aus dem Hard Rock Sektor schafft es so wie sie, Balladen als Großereignis zu inszenieren. Man ist nicht um tiefe Gefühle verlegen und spricht dabei eine internationale Sprache, die jeder Musikfan bis in die entlegendsten Winkel der Erde versteht. Ein Meisterstück, das auch noch im 21. Jahrhundert für Sprachlosigkeit und Tränen der Rührung sorgt.

Mit "Blackout" gelingt ein unantastbarer (allerdings nicht durchgängig atemberaubender) Hard Rock-Klassiker, der bisher rund sechs Millionen Mal verkauft wurde. Das Cover des diskussionswürdigen Gottfried Helnwein gehört heute wohl zu den bekanntesten LP-Motiven aller Zeiten. Lediglich die etwas dumpfe, schon für damalige Verhältnisse unzeitgemäße Produktion von Dieter Dierks trübt etwas das Hörvergnügen.

Die Besetzung mit Klaus Meine (Gesang), Rudolf Schenker (Rhythmus-Gitarre), Matthias Jabs (Lead-Gitarre), Francis Buchholz (Bass) und Herman Rarebell (Schlagzeug), die von 1979 bis 1992 zusammenspielt, zeichnet für die kommerziell erfolgreichste Phase der Scorpions verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass deutsche Musik auch über die Grenzen hinaus wahrgenommen wird. Dabei ist die teilweise dilettantische Aussprache des Englischen mehr Segen als Fluch. Man mag die positive, charmante Ausstrahlung der Truppe, die selten durch Exzesse auffällt. Hierzlande eher belächelt, gehören sie mit über 100 Millionen verkauften Tonträgern vollkommen berechtigt zu den erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten. Wer weiß, was man heutzutage über sie sagen würde, wenn Klaus Meine anno dazumal tatsächlich nicht mehr hätte weitermachen können. Es wäre uns auf jeden Fall eine der markantesten Stimmen die es je gab entgangen.
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