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Kundenrezension

VINE-PRODUKTTESTERam 24. September 2010
In der Original-Synchron-Version und vom Zeichnerischen ist "Asterix in America" der vielleicht beste Beitrag der Serie. Die Synthie-Musik von Harold Faltermeyer klingt zwar ein bißchen steril, aber ansonsten stimmt alles. Unter Verwendung von Teilen des Comics "Die große Überfahrt" entstand eine im Asterix-Kosmos konsequente Idee: Wenn man schon die Gallier nicht besiegen kann, müssen die Pläne zur Vernichtung des Zaubertranks und des ihn brauenden Druiden immer ausgefallener werden. Was läge im Jahre 50 v. Chr. also näher, als ihn von der Erdscheibe zu werfen? Das führt zu zeichnerisch hübschen Ideen. Zu Beginn sehen wir eine Erde im All, auf der sich die uns bekannten Kontinente und Meere zwar finden, aber am Rand wie Pizzakruste aussehen, und an manchen Ecken tröpfeln die Ozeane ins Nirwana. Caesar hat - was für eine herrlich blödsinnige Paradoxie - einen "Globus", in dem eine Erdscheibenminiatur wie in einer Vorrichtung für runde Gegenstände befestigt ist. Als er sie wütend zum Rotieren bringt, zeigen die (diesmal deutschen) Macher, dass sie die Grundgesetze von Cartoon-Bewegungen verstanden haben: Das schnelle Rotieren lässt die Erde rund erscheinen...

Daneben gibt es das Übliche: Dusselige und/oder cholerische Römer, sich auch untereinander kloppende Gallier sowie das große Abenteuer in einem diesmal sehr fernen Land (Goscinny und Uderzo hatten von Anfang an Wert darauf gelegt, dass das gallische, uns wohlbekannte Dorf am Meer liegt, damit man von dort aus große Reisen unternehmen könne). Zeichnerisch hat dies zu einigen wunderschönen Panoramen geführt. Auch sind die Bewegungen gegenüber den früheren Filmen so flüssig wie nie. Ein bißchen mag der vormalige Erfolg von "Der mit dem Wolf tanzt" Pate gestanden haben, wenn es ein Mal um eine Büffelherde geht, die alles niederzutrampeln droht. In einem herrlichen ur-Obelix-typischen Gag hält Obelix alle Tiere mit einer Hand an, wobei wir nicht die Tat sehen, sondern im Anschluss einen riesigen Berg übereinandergetürmter Tiere. Hierdurch verliebt sich eine knackige Indianerin in Obelix, die er gerettet hatte - eine Abweichung vom Comic, bei dem eine eher unvorteilhaft gebaute Indianerin Obelix anhimmelte (obwohl der doch gar nicht dick ist). Indes verkitschen die Filmemacher das nie, zumal diese Frau deutlich knappere Kleider und deutlich prallere Brüste hat, als sich Disneys Pocahontas je träumen ließe.

Und einen solchen Film, bei dem Otti Fischer schon physiognomisch der perfekte Synchronsprecher für Obelix ist, meint man nun, von Erkan und Stefan neu synchronisieren zu müssen. Vielleicht bin ich ja zu alt für so 'nen Schei*, der ich auf die Frage "Was geht?" nur die Antwort wüsste: "Alles, was Beine hat." Aber bei mir trat sehr schnell ein Ermüdungseffekt ein. Erkan und Stefans Humor fährt durchgängig auf derselben, leicht durchschaubaren Schiene. Sie meinen, dass schon die Tatsache der Diskrepanz zwischen Erwartung und tatsächlich gesprochenem Text witzig genug sei, so dass sie sich darauf ausruhen und nur noch selten aus sich heraus witzig sind. Damit aber bleibt ihnen nur der Überraschungsgag. Das war bei ihren kurzen Synchronrollen in "Findet Nemo" gerade richtig, über die volle Spielfilmlänge trägt es jedoch nicht. Wenn man - also nach höchsten fünf Minuten - erst einmal weiß, dass jetzt ein antiker Stoff im Gossenjargon dargeboten wird, kommt nichts Neues und ergo auch nichts Witziges mehr. Man mag ab und an über Schnoddrigkeiten wie die "voll korrekten Teile" der besagten Indianerin sowie über die Bezeichnung der Wildschweine als "Dönertiere" lachen. Auch ist die Idee hübsch, sich bei den Eckdaten am Islam statt am Christentum zu orientieren (Nicht "Im Jahre 50 vor Christus", sondern "Im Jahre 650 vor Mohammed, verstehst Du?", beginnt die Geschichte, und am Ende blicken die Sprecher auf den Niedergang Roms und den Aufstieg Istanbuls hinaus.). Doch Gossenjargon wäre höchstens als Effekt statt als Dauerzustand brauchbar gewesen, denn dazu braucht man sich keine Filmkomödie anzusehen, sondern kann sich auf der Straße umhören (wo man selten 90 Minuten dauerdialogbeschallt werden dürfte, was untermauert, wie nervig die neue Synchronversion mit der Zeit wird). Als äußerst störend habe ich empfunden, dass das Wort "schwul" durchgängig eine abwertende Bedeutung für alles und jeden hat - ein Synonym für "beschi**en", bar jeglichen Bezuges zur Homosexualität. Zum Beispiel regt man sich über den "schwulen Fisch" von Verleihnix auf - schwuler Fisch??? Zwar habe ich ein gewisses Vertrauen, dass Kinder dadurch nicht zu Schwulenfeinden werden, aber es ist doch bezeichnend, wie sich ein Wort hier gewandelt hat und welche Geisteshaltung daraus spricht. Das Potenzial, ohne jegliches Wissen über Homosexualität alles abzulehnen, was man für "schwul" hält, ist jedenfalls durch solchen Sprachgebrauch vorhanden, und bei der Spitze des Eisberges bleibt es nicht beim Potenziellen, sondern geht über zu offenen Anfeindungen und tätlichen Übergriffen. Dieser Bogen mag ein bißchen weit gespannt sein. Komödie darf sehr viel, fast alles. Natürlich dürfen auch Erkan und Stefan so sprechen. Aber was ist damit eigentlich gewonnen? Ist es witzig? Oder bedenklich, wenn man hofft, mit der Bezeichnung "schwul" im genannten Sinn zustimmendes Gejohle zu ernten? Entscheidet selbst! Über Humor lässt sich nur bedingt streiten...
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