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Kundenrezension

am 29. August 2004
Nimmt man den Titel dieses Buches für bare Münze, dann hat Esser eindeutig das Thema verfehlt. Mitnichten handelt es sich hier um eine Einführung in die allgemeinen Grundlagen der Soziologie. Esser - latente oder manifeste? - Absicht, die nicht nur zwischen den Zeilen zu erahnen ist, sondern aus jedem einzelnen Absatz hervor geht, ist die Verengung der soziologischen Theorie auf ein einfaches, utilitaristisches und rationalistisches Modell. Man muss hier wirklich von „Absicht" sprechen. Esser liefert stellenweise eine leicht zu durchschauende und dazu noch: lächerliche Polemik - vor allem gegen Niklas Luhmann und Talcott Parsons - ab, die jedem „toleranten" Soziologie-Theoretiker die Haare zu Berge stehen lassen. Die gesamte struktur-funktionalistische (und umgekehrt) als auch die systemtheoretische Spielart der soziologischen Theorie wird in diesem Buch in der Art von „Wie kann man nur?!" als unbedeutend und noch viel krasser: als falsch zurückgewiesen. Statt einer fundierten Einführung in die soziologische Theorie, von der ich persönlich erwarte, ALLE vorhandenen Richtungen, zumindest unter dem ANSPRUCH wissenschaftlicher Objektivität dargestellt zu bekommen, ergeht sich Esser in einem individualistischen Reduktionismus, der einfach nur ärgerlich ist. Dazu gesellt sich noch theoretische Inkonsistenz. So stellt er zum Beispiel Gesellschaft EINZIG als das Ergebnis der Aggregation individuellen Handelns dar, bestreitet dagegen die Möglichkeit der Rückwirkung von Makrophänomenen auf das Handeln von Individuen. Und dass, obwohl er selbst im ersten Kapitel Michels ehernes Gesetz der Oligarchie darlegt, welches nur ein Beispiel für den Einfluss makrosozialer „Strukturphänomene" auf das individuelle Handeln ist. Es wäre nichts dagegen einzuwenden, schilderte Esser kritisch die von einigen (vielen?) Soziologen aufgestellte Behauptung von kollektiven Institutionen als „Wesen sui generis". Allein, er bestreitet dies, entfernt sich also mthin vom eigenen Anspruch einer „objektievn" Darstellung und ergreift im Gegensatz dazu Partei für ein eigenes (?), individualistisches Programm. Soziologie scheint für Esser vor allem Statistik und dabei Gesellschaft über 4-Felder-Matrizen erklärbar. So hält er etwa das Verhalten eines Mückenschwarms mit dem einer menschlichen Gesellschaft für vergleichbar. Das ist einfach nur lächerlich. Jedes individuelle Handeln ist laut Esser rational, ob intendiert oder nicht. Was Esser nicht berücksichtigt sind so basale soziologische „Kategorien" wie Kultur, Institution, Organisation, Sozialisation etc. Diese werden entweder als unbedeutend beiseite geschoben oder aber der für Esser wichtigsten Kategorie zur Erklärung von Gesellschaft, der Rationalität, untergeordnet. Das damit nur eine der vier Weberschen Arten des Handelns, des zweckrationalen nämlich „gehuldigt" wird, scheint ihn nicht zu stören. Weiteres Beispiel: auf der einen Seite ist ihm der radikale Konstruktivismus eine „Modeerscheinung", andererseits hält er Berger/Luckmanns „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" für das grundlegende soziologische Einführungsbuch usw. usf. Wer sich als junge Soziologie-StudentIn über alle Richtungen soziologischer Theorie informieren möchte oder muss, dem empfehle ich z.B. die Einführungsbücher von Morel, Kiss oder Kaesler. Gemessen an seinem Anspruch (Siehe Titel): Ein schwaches Buch!
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