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Kundenrezension

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Temperament und Gefühl, 7. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: The 6 Partitas (Audio CD)
~
So unverhofft dieses Werk in meinen Besitz gelangte, so eindrucksvoll erstürmte es mein Herz.
Aber eins nach dem anderen: Zunächst war da die Neugier auf die Neueinspielung Bachs Partiten von András Schiff für ECM 6 Partiten Bwv 825-830. Nach einer Hörprobe derselben war der Jagdinstinkt doch erst richtig geweckt. Es schloss sich ein erbitterter Vergleich mit der zweiten ebenfalls noch frischen Aufnahme von Murray Perahia Partitas 1,5 & 6 passend zu Bach: Partitas Nos. 2, 3 & 4 an.
Das Ergebnis ist nun dieser Kauf, nachdem plötzlich beide nicht mehr ganz zufrieden stellen wollten und ein segensreicher Tipp diese, durchaus seltener zu findendende, Aufnahme bescherte.
Schiff hat eine großartige Neuinterpretation geschaffen, im Gegensatz zu seiner Einspielung von 1983 bei DECCA, die sehr gefühlvoll, etwas zurückhaltend aber angenehm neutral war, scheint er die Werke nun neu durchdrungen, scharf analysiert und reifen gelassen zu haben, um sie mit unvergleichlicher Exaktheit neu zu fassen und wiederzugeben. Er spielt die Anschläge auch bei höchstem Tempo so sauber, fast hintereinander als wären sie auf eine Schnur gereiht. Das ist beeindruckend und eine Meisterleistung, aber muss unweigerlich Fragen aufwerfen, insbesondere für jeden, der noch keine Aufnahme der Werke besitzt.
Im Vergleich macht Perahia wahre Mätzchen mit den Stücken. Mit ungleich viel mehr Emotion, lässt er keinen Zweifel daran, dass Bach die Partiten als Tänze schuf, was bei ihm jedoch auch auf Kosten von Stringenz und Stetigkeit geht.
Wo liegt jetzt die Lösung? Bach können wir nicht mehr Fragen.
Nun vielleicht lässt sich das verschmerzen, denn was Angela Hewitt mit ihrer Einspielung von Juni 1996 (Partiten 1,2 und 4) und Januar 1997 (Partiten 3, 5 und 6) darbietet, die hier als Doppel CD erhältlich sind, das könnte wahrlich die Antwort sein. Jedenfalls klingt ihr Spiel wie die logische Konsequenz aus den beiden vorerwähnten. Wo sich zwei Herren meisterlich und mit hohem eigenen Stellenwert vergleichsweise abmühen, da fliegt Frau Hewitt scheinbar mit Leichtigkeit an ihnen vorbei.
Ihr Spiel ist so flink und temperamentvoll, dass das Staunen schon fast kein Ende findet. Schier unglaublich noch dazu, wie sie es schafft, dabei auch so exakt und akzentuiert zu bleiben. Sie fegt prächtig dahin um gleich wieder ein unvergleichliches Gespür für Ruhe und Pause zu haben. Selten wurden Pausen mit einem Klavier schöner gespielt. Das Ganze wirkt so schlüssig und wie aus einem Guss, dass es gar nicht anders vorstellbar scheint. Das ist Temperament und gleichzeitige Beherrschung. Das lässt sich auch vielleicht gar nicht lernen oder erarbeiten. Vielleicht ist der Schlüssel etwas, über das die beiden Herren in dem Maß einfach nicht verfügen. Etwas zu dem es einer Frau bedarf, dieser Frau! Vielleicht ist es einfach ein unbeschreibliches Gefühl.
Gefühl für die Leichtigkeit der Tänze, Gefühl für die Pausen und Wendungen, Gefühl für den Fluss der Emotionen. - Weh dem, der jemals in Verlegenheit gerät, beim Tanz mit Frau Hewitt, sie angemessen zu führen.
In der scheinbaren Leichtigkeit von Bewegungen offenbart sich erst ihre Fertigkeit, die absolute Beherrschung und das Erreichen eines Niveaus, das wahre Akzentuierung erlaubt. Hewitt beherrscht dieses Instrument und diese Stücke, dass es eine riesige Freude ist und schickt die beiden Herren förmlich in die zweite Liga. Eine wundervolle Einspielung.

Der Klang der Aufnahme aus dem Beethovensaal in Hannover ist ausgezeichnet. Sauber direkt und sicher nicht zu hart. Fast wirkt es anfangs so, als stünde der Flügel auf einem riesigen Teppich, das spricht für eine durchdachte Positionierung der Mikrofone, die sich auf das Instrument und nicht den Widerhall des Raumes konzentrieren.
Das beiliegende Heftlein enthält darüberhinaus eine interessante Abhandlung von Frau Hewitt zum Werk im Zusammenhang mit Bachs Leben und Wirken, sowie Analysen zu den Tanzsuiten im einzelnen (Englisch, Französich und Deutsch).

Wer eine meisterhafte vielleicht etwas akademische Neuinterpretation der Partiten, Bachs erster selbstveröffentlichter Werke (Gesamtveröffentlichung 1731) zur Abwechslung sucht, der möge sich alternativ auch die Schiffsche zu Gemüte führen, aber an dieser Einspielung von Angela Hewitt kommt im Grunde erst einmal niemand vorbei.
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1-10 von 17 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.12.2009, 10:22:49 GMT+1
V-Lee meint:
wunderbar bildhaft und detailliert formulierte rezi. selbst ich als 'klassik-banause' kann mir vorstellen wie das spiel von frau hewitt hier klingt. mein lieblingssatz: 'Selten wurden Pausen mit einem Klavier schöner gespielt'.
da fällt mir eine anekdote von miles davis ein: angeblich antwortete dieser mal, nachdem er gefragt wurde, warum john coltrane in seiner band spielte, der damals bei seinen solis sehr wenige töne spielte, sinngemäß: genau das mach sein können aus - das was er NICHT spielt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.12.2009, 10:49:12 GMT+1
Andreas S. meint:
Danke, danke, schönes Lob.
Das Zitat ist gut, das Thema gibt es auch öfter in Zitaten. In der Kunst ist ja Weglassen sowieso ein großes Thema.
Mir fällt da auch noch etwas ein, zu Furtwängler, der als Dirigent für sein Zögern vor Beginn bekannt war und Karajan auf die Frage, was er von ihm hielte sagte, dass seine Zurückhaltung ihn ausmache. Das hatte aber wohl auch den Hintergrund, dass er oft bestimmte Passagen bewusst unspektakulär inszenierte, was dann wiederum (im Vergleich zu anderen) fast auffällig akzentuiert wirkte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.12.2009, 11:02:19 GMT+1
V-Lee meint:
das pefekte spiel mit der spannung beherrschen ja nur ganz wenige - es wird vor allem im new new rock immer mehr vernachlässigt - also arrangements während eines songs zurückzunehmen, bzw. lauter und dann wieder leiser zu werden, ist heute bei den jungen rock acts größtenteils nicht anzutreffen. wahrscheinlich weil das dann zu wenig radio kompatibel wäre...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.12.2009, 11:10:35 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 09.12.2009, 11:19:19 GMT+1
Andreas S. meint:
Da hast Du recht, auch mit Deiner Vermutung zum Radio. Das stelle ich auch häufig fest. Die typische Popbesetzung wie zB Police oder Fischer-Z aus den 80ern, schön luftig, aber trotzdem breitbandig und vollständig, das trauen sich heute viele nicht mehr. Und was Du ansprichst, sich später wieder zurückzunehmen im Stück, das kann eine wahre Pracht sein - vielleicht, weil es selten vorkommt?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.12.2009, 12:28:55 GMT+1
V-Lee meint:
nicht nur deswegen. es muß natürlich auch zum song passen. bei prototypischen punk stücken wäre das ja eher fehl am platz, aber im blues, hardrock, funk und auch soul und jazz ist das ganz wichtig um den hörer zu fesseln. genauso wie das stilmittel des 'tension and suspense' (das eigentlich ja aus literatur und film kommt) auch von den ganz großen arrangeuren gern angewendet wurde und wird.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.12.2009, 12:16:39 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 14.12.2009, 17:01:42 GMT+1
Stephan Urban meint:
danke für den tipp andreas!
den schiff halte ich sowieso für überschätzt, aber klassische pianisten haben's ganz hart bei mir. eigentlich mag ich nur gould und dann zur not noch gulda und brendel, vielleicht noch frau schirmer...
die von dir erwähnten perahia-aufnahmen kaufte ich und war enttäuscht. das beste daran ist der klang. ganz lang-langweilig finde ich lang-lang...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.12.2009, 23:30:52 GMT+1
Andreas S. meint:
Oha, dann weiß ich nicht, ob Dir Frau Hewitt genügend Druck macht. Sie spielt schon auch sauber und ist nicht auf den letzten Effekt und Beeindrucken aus. Aber ein toller Fluss, da will man nur Mitgleiten ...
Dass Dir der Perahia auch nicht zusagte, beruhigt mich, da ist man ja nicht ganz ohne Gegenwind bei so einer Diagnose.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.12.2009, 15:41:29 GMT+1
Stephan Urban meint:
naja, ich bin ja gould geschädigt. immer, wenn ich einen pianisten höre, stelle ich mir vor, wie der alte glenn das wohl spielen würde (hör dir mal seine mozart klavierkonzerte an, das ist zum hinknien, dabei mochte er die gar nicht).
der perahia spielt viel korrekter, aber bringt - für mich - keinen flow rein und ist an unpassenden stellen zu verspielt. kann aber verstehen, warum er gute kritiken bekommt,

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.12.2009, 18:52:37 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 15.12.2009, 19:06:09 GMT+1
Andreas S. meint:
Fand den P hier vor allem zu heterogen, vielleicht erst einerseits zu verspielt, bringt er sich anschließend in Nöte!?
Das Klavierkonzert vom Gould kenn ich nicht, mal nachhören.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.12.2009, 10:25:43 GMT+1
Stephan Urban meint:
da gabs mal eine sehr günstige box von sony music mit 8 CD's + einer DVD, in blau gehalten, wo - in ordentlich restaurierter tonqualität das wesentlichste von ihm drauf ist, die scheint es aber nicht mehr zu geben (vielleicht ebay?)
ansonsten: The Glenn Gould Edition: Mozart, The Complete Piano Sonatas, Fantasias
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