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Kundenrezension

am 30. August 2004
Ein neues Album von Alan Parsons verspricht meist wenig Evolution. Die Neuerungen finden sich meist im Detail. Dies war schon zu Zeiten des Alan Parsons Project so und dauerte auch während seiner drei Solo-Alben an. Seit dem 30.08.04 liegt jetzt der vierte Longplayer von Herrn Parson in den Händler-Regalen und wartet auf Käufer. Und gerade dort scheint eine Neuorientierung stattgefunden zu haben, denn durch den Bruch mit seinem bisherigen Ensemble und der Kollaboration mit größtenteils jungen Kübstlern aus der Electronica-Szene wird der Gesamtkomposition ein moderneres Gewand verliehen, das zwar hier und da alte Erfolge und Sequenzen zitiert, sie aber so sehr weiterentwickelt, dass sie auch ohne Kenntnis der Originale durchaus Stehvermögen zeigen. Mit "nur" neun Stücken und gerade mal fünfzig Minuten Musik bietet diese CD viel neues und ungewohntes, dass nicht immer nur einen guten Geschmack hinterlässt.
1. Return to Tunguska (Instrumental)
Klingt als hätten sich Alan Parson und David Gilmour getroffen um eine finstere Hommage an den "Blade Runner"-Soundtrack zu schreiben. Fängt sehr ruhig und elektronisch mit Voice-Samples als Melodieelement. Es gesellt sich ein Hammer-Bass dazu, der die finstere Note gut unterstreicht. Das Tüpfelchen auf dem i ist definitiv Gilmours Gitarren-Spiel. Das Stcük steigert sich zu einem großen Finale. Sehr empfehlenswert auf einer guten Anlage mit Subwoofer oder im Auto (auch mit Subwoofer... ;-) ).
Kleiner Exkurs: Tunguska ist eine Region in Sibirien, in der vor hundert Jahren ein großer Meteorit eingeschlagen ist. Dieser hat ganze Wälder in Brand gesetzt und einen Berg geköpft. War ein richtiges Monster.
2. More lost without you
Sehr melodisch, sehr straight forward, keine Schnörkel. Und, wer hätte es gedacht, sehr charttauglich. Klingt wie seichter Gitarrenpop in Richtung Dave Matthews und Maroon 5 mit leichtem (fast nicht wahrnehmbarem) elektronischen Einschlag.
3. Mammagamma 04 (Instrumental)
Ein Klassiker im neuen Gewand. Die gute Nachricht vorweg: man erkennt es noch als Mammagamma. Es wurde mit einem "frischeren" Beat unterlegt und ein paar Vocoder-Samples sind mit eingeflossen. Letztere stören mich am Gesamtbild ein wenig, aber da sist sicherlich Geschmackssache.
4. We play the game
Vom Melodielauf sehr ähnlich zu alten APP-Stücken aus der Zeit von "Stereotomy", der Sänger klingt ein wenig wie Peter Gabriel in den 80ern. Das Rahmenwerk ist aber definitiv von heute und geht sehr in Richtung Electronica. Es hört sich auf jeden Fall interessant an. Auch dieses Stück erscheint mit einer ertwas düsteren Note.
5. Tijuaniac (Instrumental)
Chill-Out Musik hat Pate gestanden für diesen Titel. Sehr ruhig, sehr relaxt. Klingt fast ein wenig wie ein monotoneres Stück von Schiller. Das Drum-Kit scheint Live eingespielt worden zu sein und stammt nicht aus der Retorte. In der Mitte wird es dann ein wenig schräg und driftet mehr ab in Richtung Twin Peaks-Soundtrack. Das bis dahin untypischste Parson-Stück.
6. L'Arc En Ciel (Instrumental)
Klingt sehr nach Alan Parsons, wie man ihn auf der "On Air" hören kann. Vergleichbar ist es mit "Apollo" von genanntem Album. Der Electronica-Einfluß ist auch hier wieder hörbar, hält sich aber dezent im Hintergrund. Was dem Stück ganz klar fehlt ist Abwechslung. Die epischen Konstrukte von "Apollo" oder "Cloudbreak" fehlen hier einfach, um dem Titel den letzten Schliff zu geben. Ansonsten gelungen.
7. A recurring dream within a dream
Ein Zusammenschnitt der Titel "A dream within a dream" und "The raven" von der "Tales of mystery an imagination". Das Orson Welles-Intro wurde fast komplett gekürzt. Auch die gesamte Struktur wurde zusammengeschnitten, so dass beide Titel in gut 4 Minuten passen. Die Vocals in "The raven" kamen früher auch schon aus dem Vocoder, dafür ist der Refrain jetzt nicht ganz so wild gesungen sondern dezent und etwas dunkler. Das gilt für das gesamte Stück. Es ist etwas spärlich instrumentiert und verleiht dem Zusammenschnitt dadurch ein etwas moderneres Gewand. Als Eigencover passabel, das aber lange nicht die Qualität des Originals erreicht.
8. You can run
Ein sehr elektronisches Gesangsstück, dass mitunter parallelen zur "Ultra" von Depeche Mode aufweist, auch wenn es dessen Klasse verfehlt und nicht so konsequent umgesetzt wurde. Für Alan Parsons ein sehr ungewöhnliches Stück.
9. Chomolungma (Instrumental)
Der letzte Track knüpft an den Opener "Return to Tunguska" stimmungsmäßig an. Viele Samples wurden in Kleinarbeit zu einem Klangteppich verwebt, der mal nach Schiller, mal nach Yello und dann wieder nach Jean Michel Jarre ("Metmorphoses") klingt. So habe ich mir eigentlich das gesamte Album erhofft.
Fazit: Das Album bewegt sich weit ab der bisher beschrittenen APP-Pfade. Zeigte das letzte Album "The Time Machine" nur ein Mindestmaß an künstlerischer Evolution und wirkte streckenweise überproduziert so geht das neuste Werk von Alan Parson den genau entgegengesetzten Weg. Durch die Kooperation mit jungen Künstlern aus den Bereichen Electronica und Trance ist ein interessantes Album entstanden. Der Vergleich mit dem bisherigen Schaffen Alan Parsons fällt schwer, da der "Stilbruch" sehr markant und für den Hardcore-Fan evtl. störend wirkt. Auf jeden Fall lohnt sich der Kauf, wenn man nicht noch ein "klassisches" Parson-Album erwartet. Die neu aufgenommenen Klassiker (Mammagamma & The raven) klingen frisch, die wirklich neuen Titel wird man sich öfter zu Gemüte führen müssen bevor der Funke überspringt. Alles in allem nicht das beste Album von AP aber ganz sicher auch nicht das schlechteste. Nur Zeit muß man sich nehmen, wenn man diesen Pfad beschreiten will...
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