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Kundenrezension

am 4. März 2009
Romantisiert verklärt ist unser Blick zurück auf die "wilden 20er" und 30er Jahre. Gangster wie a Al Capone oder John Dillinger erscheinen vor unserem geistigen Auge wie Gentleman im Tuxedo mit Nelke im Knopfloch.
Mit Sicherheit hat vor allem Hollywood in späteren Filmen, die in dieser Ära spielen, dafür gesorgt... 1932 jedenfalls war von dieser verklärten Romantik bei den Menschen wohl noch kaum was zu spüren, und gerade das macht "Scarface" so interessant: Er ist ein Zeitdokument und entstand genau in der Zeit, in der er auch spielt.
Er sollte sicherlich auch frühes "Popkorn-Kino" sein, aber eben auch eine Warnung vor dem, was in einem aufregenden, aber auch oft kurzen Gangsterleben passieren kann. Die Menschen damals waren diesen Banden ja noch real ausgesetzt, und irgendwelche Symphatie war bestimmt nicht vorhanden, auch wenn sich Al Capone schon damals für die Medien in Szene zu setzen verstand.

Besonders interessant ist der Film auch, da er die Geburt einer Hollywood-Ikone einläutete: Zum ersten Mal wurde das Publikum filmisch mit der verheerenden Feuerkraft der Thompson Submachine-Gun (TSMG) konfrontiert. Von da an war die "Tommy Gun" in Mafiafilmen nicht mehr wegzudenken und gab den "Roaring Twenties" ihren Namen. Wenn die "Film-Tommy Gun" sich auch im Laufe späterer Jahre durch unzählige Übertreibungen, Verzerrungen und Falschdarstellungen immer weiter von ihrem realen Vorbild entfernte und so erst recht zum schaurig-schönen Mythos wurde... die noch absolut realistische Darstellung (verwendet wurden übrigens nicht nur echte TSMG der frühen Mod. 1921-Variante, sondern es wurde auch mit scharfer Munition geschossen, da noch keine Film-Platzpatronen verfügbar waren) in "Scarface" reicht bis heute aus, um einen Eindruck zu vermitteln, wie brutal die Gangsterkriege geführt wurden und was passiert, wenn man sich unvermittelt am "falschen Ende" einer Thompson wiederfindet. Sicherlich ist auch deswegen der Film bis heute erst ab 16 Jahre freigegeben, während eigentlich für alle anderen alten Filme dieser Zeit die Altersfreigabe später auf 12 oder gar 6 Jahre gesenkt wurde.

Doch "Scarface" legte nicht nur das "womit", sondern auch gleich das "wie" für nahezu alle danach kommenden Mafiafilme die in den 20er/30er-Jahren spielen, fest. Unvergessen und bis heute immer wieder verwendet z.B. die Limousine, die langsam mit offenene Seitenfenstern vorfährt, und aus der unvermittelt das verheerende Feuer der Tommy-Guns und Repetierflinten auf die Mafia-Konkurrenz niedergeht... der "Body Count" in "Scarface" braucht sich hinter heutigen Gangsterfilmen wie z.B "Last Man Standing" oder "Road to Perdition" wirklich nicht zu verstecken!

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch ein trickreiches, filmisches Stilmittel... unmittelbar bevor jemand sterben wird, sieht man irgendwo im Bild immer ein oder mehrere X. Entweder als Gegenstand als Schattenwurf, als Bild etc.... die Anzahl der X gibt die Anzahl der Opfer wieder, die es gleich geben wird...!
Al Capone soll der Film übrigens so gut gefallen haben, dass er eine eigene Kopie erwarb; schliesslich war es ja eine freie Verfilmung seiner Geschichte... die übrigens fast genau so böse für ihn endete, wie für Tony Camonte im Film.

Die DVD:
Für das Filmalter sind Ton- und Bildqualität recht gut. In hellen Bildbereichen ist aber oft ein leichtes "Überglühen" feststellbar, während dunkle Bereiche hin und wieder "absaufen". Eine den heutigen Standarts entsprechende digitale Überarbeitung würde dem Film jedenfalls nochmals gut tun.
Extras: Damals mussten Filme in den USA noch durch eine Art "moralisches Gremium" freigegeben werden. Da man Camontes Ende im Originalende für evtl. zu "heroisch" für einen Gangster hielt, wurde noch ein weiteres Ende gedreht, sollte das Originalende nicht freigegeben werden. Das Originalende "ging aber durch", das alternative Ende wurde nicht benötigt, ist aber nun auf der DVD beigegeben.

Kaufempfehlung? Ja! Auf jeden Fall! Zusammen mit "Der kleine Cäsar" der beste zeitgenössische Gangsterfilm! Und die eigentliche "Queen" des Films, Tony Camontes "one thing that gets orders and give orders", wiegt ca. 4,5 Kg, hat 29 Kühlrippen um ihren Lauf und eine Kadenz von gut 600 Schuss pro Minute ;-)
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