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Kundenrezension

Gerade in der ersten Hälfte traut sich der Film zu wenig, insbesondere traut er der Kraft der eigenen Bilder nicht. Er leidet an der nicht untypischen Schwäche einer Literaturverfilmung: Szene für Szene wird die Vorlage abgearbeitet, dabei darf keines der Bonmots des wunderbaren Buches von Thomas Mann vergessen werden. Doch das Buch bietet so viel Stoff, dass diese Szenen kurz bleiben müssen, also abgebrochen werden, bevor die Konflikte zwischen den Protagonisten ausdiskutiert oder ausgelitten sind. Das raubt dem Zuschauer die emotionale Nähe zur Geschichte und zu deren Personen. Darüber hinaus ist Kino ja ein Ort, wo man Geschichte und Gefühle auch ohne Dialoge - nur mit Bildern - vermitteln kann und muss. Der Film hat sich deshalb durch diesen Anfang viel berechtigte und unberechtigte Kritik eingehandelt.

Ein erster Höhepunkt des Films beruht dann auch auf der Kraft eines Bildes. Ein Paar nackter Füße darf mit dem Strand der Ostsee spielen und so zeigen, dass es auch innerhalb der Patrizierfamilie des reichen Lübeck Raum für persönliches Glück und für leidenschaftliche Gefühle gibt. Das ist gut gemacht, und man würde sich wünschen, dass der Film diesen Weg öfters beschreitet. Ein bisschen weiter im Film darf die Kamera beim Streit der zwei Brüder die Wagerechte verlassen und so nicht nur die wachsende Geisteskrankheit des einen Bruders sondern auch das Scheitern der Welt dieser Familie illustrieren. Endlich, das war der Gedanke, der mir im Kino kam. Kann es sein, dass die Regie erst im Laufe der Filmarbeiten zu genug Mut fand, ihre eigenen Ideen in den berühmten Stoff einzubringen?

Eine weitere Szene ist sehr gut gelungen. Aus Bayern kommt irgendwann ein weiterer Bewerber um die Hand der schönen Tony. Wie die Buddenbrooks gegenüber der alteingesessenen Familie aus Amsterdam noch Wilde sind, ist es dieser Hopfenhändler gegenüber den Buddenbrooks. Und diese Begegnung dieses bodenständigen Mannes mit der statusbewussten Familienmutter ist als kleine Komödie im Film großartig in Szene gesetzt, so dass man endlich auch mal etwas zu lachen hat. Auch in der Tragödie ist das Komische nicht fern. Und jetzt plötzlich ist man von der Handlung berührt, man kann mitfühlen mit dem äußeren Aufstieg und dem inneren Abstieg der Familie, dem das Scheinbild des Unternehmens und der Position in der Gesellschaft aber am Ende doch folgen muss.

Entgegen der meisten Kritiken finde ich die Schauspielerleistungen fast durchweg großartig. Eine wie immer sehr süße Jessica Schwarz darf in ihr Unglück rennen, erst getrieben durch den Vater, dann durch die eigenen Entschlüsse. Iris Berben hat den Mut, endlich mal eine wirklich alte Frau zu spielen. August Diehl verliert als Lebemann überzeugend den Verstand an eine Tropenkrankheit. Der Höhepunkt ist aber wohl die Darstellung von Thomas Buddenbrook durch Mark Waschke, der nicht nur überzeugend altert, sondern auch zeigt, wie sich seine Figur durch die Wahrnehmung der Familienpflichten zerreibt, die ihm doch eigentlich fremd sind. Hier wird dann auch die eigentliche Botschaft des Buches klar. Abstrakte Ideen sind es, die Menschen hier ins Unglück reißen. Lebt man nur für die Tradition der Familie statt für sich selbst, verliert man am Ende alles.

Daneben gibt es dann noch wunderschönes Ausstattungskino. Nicht nur das 19. Jahrhundert, sondern auch die Stadt Lübeck feiert in den Bildern des Films seine Auferstehung. Im Zentrum der Handlung steht nicht zuletzt ein Haus, welches hier großartig in Szene gesetzt ist. Am Ende ist es vielleicht nicht so sehr der Verlust der Firma, der zählt. Mit dem Haus geht die Heimat der Familie verloren, und als dieses Haus seiner Möbel und der meisten seiner Bewohner beraubt ist, sind es erneut die Bilder, die den Film spannend und berührend machen.

Also bitte nicht zu früh vom Film enttäuschen lassen. Es kommt halt noch was.
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