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Kundenrezension

am 9. Januar 2010
Das Konzept des Buches entspricht einem klassischen Katechismus im Frage-Antwort-Stil: Der Fotograf schildert die Streitfälle, die er aus der eigenen Praxis oder von Kollegen kennt, ein Anwalt für Bildrecht beantwortet sie. Beide schreiben klar, flüssig und so, dass man hinterher den Fall etwas besser einschätzen kann. Wirkliche Klarheit gibt es leider in sehr vielen Fällen nicht, und die Antworten verweisen dann auf die ausstehende Rechtsprechung zur Klärung von Einzelfällen. Wäre hier nicht mehr Klarheit möglich gewesen? Zumindest werden auch die zugrundliegenden Prinzipien oft nicht so ganz deutlich und der Blick in den Gesetzestext ist oft intuitiv klarer verständlich als die Aufzählung von drei Urteilen, ohne eine übergeordnete Erklärung - so praxisorientiert das auf den ersten Blick auch erscheint.

Die Themenschwerpunkte sind neben den Basics wie Urheberrecht mit allem, was dazu gehört, der Panoramafreiheit etc...vor allem die Akt- und Erotikfotografie, weil das ein Schwerpunkt von einem der Autoren ist. Das zeigt sich nicht nur in den Fragestellungen, die immer wieder um die Fragen kreisen, wen er wie bestrafen kann, wenn seine Bilder unrechtmäßig gebraucht wurden, sondern vor allem in vielen eigentlich völlig sinnfreien erotischen Abbildungen neben den Texten. Allein dafür habe ich zwei Punkte abgezogen, weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass jemand, der sich für Bildrecht interessiert, ein Soft-Erotik-Buch ansehen will. Das ist einfach ärgerlich und völlig überflüssig.
Stattdessen wären themenbezogene Fotos sehr hilfreich, etwa wenn veranschaulicht werden soll, über welche Fotos wie entschieden wurde, oder vermutlich entschieden würde.

Es empfiehlt sich, das Buch nicht nur als Nachschlagewerk zu verwenden, sondern viele Fälle durch zu lesen, um ein Gespür für die Rechtspraxis zu bekommen. Immerhin für diese Grundlagen ist das Buch eine große Hilfe. Z.B. erfährt man, dass man keineswegs Gruppen ab 5 Personen ohne deren Einwilligung fotografieren darf, auch wenn man das immer wieder von Fotografen hört!

Die Schwäche des Buches ist seine inhaltliche Zuspitzung auf die Fragen eines Spezialisten für Nacktbilder. Hochzeits-, Presse-, Produkt- oder Architekturfotografen haben wohl teilweise noch andere Fragen. Die Fragen, wie man seine AGBs gestaltet, was man bei Verträgen beachten muss (außer bei Model-Verträgen), werden überhaupt nicht behandelt.

Sehr gut gefallen hat mir der Anhang mit den Gesetzestexten und den Vetragsmuster für Release-Verträge, die außerdem gut kommentiert sind.
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