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Kundenrezension

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "... mit Stacheln bewehrt", 16. November 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: GeistErfahrer EP (Audio CD)
Die mittlerweile auf 2 „Stammmitglieder“ geschrumpften Frankfurter Gothic Novel Mannen von ASP bescheren dem geneigten Freund ihrer Kunst mit der „GeistErfahrer EP“ den ersten musikalischen Nachschlag (in Form von gänzlich neuen Liedern) seit letztes Jahr das Meisterwerk „fremd“ Kritiker und Fans begeistert hatte. Verdienter Erfolg, einiger missmutiger Stimmen zum Trotz, bewies, dass die Trennung von Matze (und später auch Himmi) keine tieferen Spuren im Felse ASP hinterlassen hat.

Aber ASP wären nicht ASP, wenn sie sich auf schnöden Lorbeeren ausruhen würden, denn schließlich gibt es noch so viel zu sagen, so viel zu schreiben und so viel zu veröffentlichen. Und vor allem zu sagen hat Bandkopf Asp scheinbar viel, denn die GeistErfahrer EP ist ein Weckruf, gerichtet an eine Gesellschaft, die sich scheinbar immer mehr einem Abgrund nähert, der selbige unweigerlicher verschlucken wird – wenn wir nicht endlich damit beginnen gegen den Strom zu schwimmen…

Entstehen bei diesen Worten Bilder im Kopf? Mit Sicherheit. Und genau diese Vorstellung hat der renommierte Künstler Timo Würz, der auch schon das Cover der „fremd“ Platte entworfen hatte, in einem wunderbaren Artwork umgesetzt, welches die limitierte Edition der 40 minütigen EP ziert. Bedrohliches Rot, Blitze, Sturm – eine apokalyptische Szenerie umgibt die Menschenmassen, die eine Klippe hinauf marschieren, von der sie am Ende in die Tiefe stürzen. Fast schon unscheinbar erkennt man mitten unter ihnen einen verängstigten Asp, der gegen die Massen, fort vom Abgrund, rennt. Besser hätte das Cover nicht ausfallen können, aber auch das normale Coverartwork (unter dem Schuber der ltd. Edition) untermalt die Botschaft und den Titel der EP passend.
Aber gut, anspruchsvolles Artwork und eine tolle Verpackung – gewohnte ASP Kost (im positiven Sinne!), doch sobald die ersten Töne des doppeldeutigen Titeltracks ertönen könnte der ein oder andere Fan denken, er habe eine Eisbrecher- oder gar Rammsteinplatte erwischt. Kräftige, abgehackte Gitarrenriffs und verzerrter (oder tatsächlich gegrowlter, man weiß es nicht) Gesang empfangen und packen den Hörer. Doch schon kurz danach entfaltet das Lied unverkennbare ASP Stimmung, wenn auch härter und direkter, als man das gewohnt ist. Dies ist aber nicht nur passend zum roten Faden der EP, es ist auch ein Teil der positiven musikalischen Entwicklung, die die Band seit „fremd“ zu durchleben scheint. So düster, hart und bisweilen gar metallisch wie auf der GeistErfaher EP war die Band noch nie. Während man auf „fremd“ mit der Angstkathedrale gar Doom Atmosphäre versprühte, fehlen auf der EP bei manch einem Titel nur noch mehr Growls und Double Bass und man hätte wunderbarsten deutschen Metal mit herrlichen Texten. Also schon an dieser Stelle die Bitte an Asp: MEHR davon und ruhig noch etwas härter (natürlich nur, wenn es passt, man muss sich ja niemandem anbiedern)! Doch zurück zum Lied: Ein mahnender Text (auf den ich nicht viel näher eingehen will, da die Botschaft hier eindeutig ist und man über ASP Texte alleine schon ganze Aufsätze verfassen könnte, die jeglichen Rezensionsrahmen sprengen würden), treibende Gitarren und eingängige Melodiebögen zaubern einen der besten ASP Songs der letzten Jahre hervor, der besonders live eine unglaubliche Energie an den Tag legt.

Aus der Mitte der Gesellschaft hinein in des Poeten ängstlichen Kopf geht es mit „In Sack und Asche“. Laut Asp handelt der teilweise recht kryptische Text von Schreibblockaden und anderen Ängsten, die wohl jeder kennen dürfte, der selber Gedichte oder ähnliches verfasst. Begleitet von einem der tollsten Refrains der Bandgeschichte arbeitet sich der Song über gut 7 Minuten hin zu einer fulminanten Klimax, weshalb ich hier auch noch darauf aufmerksam machen möchte, wie schön lang fast alle Lieder auf der EP sind. Klar, ASP müssen hier auch extrem viel Text verarbeiten, aber lange Lieder waren schon immer eine Disziplin, die die Band extrem gut beherrscht hat und so freut mich das persönlich sehr, dass man hier mit einem langen Lied nach dem anderen belohnt wird. Wer sich von der Magie des Liedes losreißen kann, entdeckt nebenbei ein Artwork, das wie bei jedem Titel der EP genau auf das Lied zugeschnitten ist. Im Fall von „In Sack und Asche“ sind dies äußerst reizvolle Musen, ein gequälter Asp und einfach unglaublich stimmige Fotos, die jeder selbst begutachten muss, um nachvollziehen zu können, wie gut diese zum Stück passen.

Nach den letzten ruhigen Tönen zeigt Bassmeister Tossi auf "ÜberHärte" wie eine fette Bassline auszusehen hat und schon ist man wieder umhüllt von (für Gothic Rock Verhältnisse) harten Gitarrenklängen und treibendem Schlagzeugspiel. Die Musik und der Text ergänzen sich hier wunderbar, geht es doch um die Härte, die man an den Tag legen muss, um in einer Ellenbogengesellschaft bestehen zu können.

„Niemand teilt mehr deine Werte,
deshalb wirst du so menschenscheu.
Darum die Wut, die in dir gärte
so wie ein giftiges Gebbräu.“

Als gute Lösung wird diese Konsequenz jedoch nicht angesehen, im Gegenteil. Spätestens hier sollte jeder erkennen, dass die EP einen eindeutigen roten Faden hat und die verschiedenen Facetten des Niedergangs der angeblichen Krone der Schöpfung misstrauisch begutachtet.

Damit man aber nicht völlig der negativen Seite des Lebens erliegt, spendet die Band mit „Carpe noctem“ etwas Trost. Denn wenn alles im Licht des grellen Tages trist und deprimierend aussieht, „Dann bleibt dir immer noch die Nacht!“. Eine fast schon träumerische Melodie umhüllt den wohl klassischsten ASP Song der EP. Auch textlich ist man hier wiedermal ganz oben dabei, was deutsche Lyrik angeht, aber das braucht man bei ASP eigentlich schon nicht mehr erwähnen, da diese seit jeher zusammen mit Adversus, Samsas Traum und Das Ich der Szene zeigen, wie anspruchsvolle, gehaltvolle Texte auszusehen haben. Dem ein oder anderem könnten ein, zwei untypisch „einfache“, direkte Zeilen auffallen, dies passt aber einfach besser zum Konzept (Stichwort klare Ansagen/Aussagen treffen) der EP und ebenso zur musikalischen Untermalung.

Vor dem letzten Lied spannt „Weichen[t]stellung (GeistErfahrer Reprise)“ nochmal den Bogen zum Titelstück und bietet einen weiteren Live Kracher mit viel Energie und einer wichtigen Botschaft. Lass dich nicht lenken, übernehme selbst das Steuer.

Doch jeder Kampf ist einmal verloren, jede CD einmal am Ende und (fast) immer wird es ein „Danach“ geben… Wie das laut Asp in unserem Fall wohl einmal aussehen wird, das mag nicht jedem gefallen… Was zuvor geschehen ist überlässt der Text dem Leser, jedoch dürften hier die meisten zum selben Schluss kommen: Die Menschheit hat sich selbst besiegt, die Konsequenz unseres Handelns erleben nur noch wenige und genau diese Situation greift das Lied äußerst stimmungsvoll auf. Winterhauch, Akustikklänge, Asps unvergleichliche Stimme und gegen später sogar ein waschechtes Gitarrensolo der atmosphärischen Oberliga kreieren einen melancholischen Abgesang auf das Ende der Menschheit und die Reinigung der geplagten Mutter Erde. Auf einer Stufe mit Klassikern wie „Die Ruhe vor dem Sturm“ oder „Fading away (a Vision)“ entlässt die Band ihre Hörerschaft zurück in die eisige Wirklichkeit (wahrscheinlicher ist jedoch der Druck auf die Replay Taste), vielleicht mit der Hoffnung, dass die Botschaften der Lieder so manchen doch noch zu einer Kehrtwende bewegen können und andere merken, dass sie nicht allein sind.

Als Rezensent und Fan bleibt mir nur ein ehrliches „Danke!“ für diese unglaublich wundervolle CD. Egal ob die Botschaften, die man nur mit einem lauten „JA!“ bekräftigen kann, das tolle Artwork oder die umwerfende Musik: ASP haben einmal mehr gezeigt, warum sie mit zum Besten gehören, was die deutsche Musiklandschaft zu bieten hat. Außerdem beweisen sie, dass sie trotz einer so langen und erfolgreichen (auch wenn man sich immer gern schlechter darstellt, als man ist) Karriere nicht auf der Stelle treten, sich weiterentwickeln und gleichzeitig treu bleiben. Ganz im Gegensatz zu so manchem Kollegen…

Noch zu erwähnen sei die tolle Bonus CD, die einige mit der wunderschönen und talentierten Ally dargebotene Stücke der „fremd“-Tour II bereithält. Produktionstechnisch ist die EP glasklar, ohne künstlich zu wirken, jedoch verbleiben ASP dabei, ihre Stücke, Gott weiß wieso, unnötig laut abzumischen (Stichwort Loudness War). Und an der ein oder anderen Stelle ist der Gesang für meinen Geschmack etwas zu weit im Hintergrund, Wörter werden von der Musik „geschluckt“. Das ist aber nun wirklich Kritik auf schwindelerregendem Niveau und stößt kaum sauer auf.

Wer auch immer ASP Fan ist, der braucht diese CD sowieso – allen anderen kann man das schmucke Stück aber ebenso empfehlen, denn viel besser wird deutsche Musik nicht, liebe Leute, also: KAUFEN!
PS: Asp, bitte, wirklich, ich warte auf den Double Bass und echte Growls! :D
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P. Timo
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