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Kundenrezension

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum daddeln dumm macht oder Was wir wirklich tun, wenn wir Multitasking betreiben, 24. März 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen (Gebundene Ausgabe)
Kürzllich habe ich einen Vortrag von Manfred Spitzer an unserer Universität gehört und zeitgleich sein Buch "Digitale Demenz" gelesen, dessen Inhalt natürlich auch in seinen Vorträgen eine maßgebliche Rolle spielt. Wenn man den Autor noch nicht kennt, empfehle ich einen Vortrag auf youtube anzusehen - oder live, denn Spitzer ist nicht nur Wissenschaftler, sondern auch ein brillanter Unterhalter (mit geschlossenen Augen meint man übrigens Stefan Raab sprechen zu hören ;).
Worum geht es Manfred Spitzer? Sein aktuelles Buch “Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen” ist ein Bestseller - und bei vielen umstritten. Warum ist es umstritten? Weil Spitzer sich unter anderem des Stilmittels der Polemik bedient. Bei der Brisanz des Themas muss aber auch eingeräumt werden, dass es ohne wissenschaftliche Fehde eigentlich nicht geht, denn der Gegner - die mächtige Medienindustrie - ist durchaus nicht gewillt, etwas an ihrem Kurs zu korrigieren, immerhin geht es um Unsummen. Welche Konsequenzen Spitzer als Wissenschaftler zu spüren bekommen hat, erfährt man im Buch: Die Streichung von Forschungsgeldern ist hier nur ein Stichwort.
Zum Aufbau des Buches: Zu Beginn ist es dem Autor wichtig Aufbau und Funktionsweise des Gehirns zu erläutern. Und er vermag dieses faszinierende Organ so großartig zu erklären. Die Plastizität des Gehirns ist eine Fähigkeit, die kein anderes Organ in diesem Ausmaß besitzt. Querschnitte von Gehirnen, die großteilig zerstört scheinen, zeigen auf, was das bedeutet. Die Besitzer dieser Gehirne haben eine Gemeinsamkeit, nämlich keinerlei Symptome, die darauf hindeuten würden, dass es in ihren Köpfen so aussieht, wie es eben aussieht. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn die Beschädigung der Strukturen schon sehr früh stattfindet. Und damit kommt Spitzer auch auf sein größtes Anliegen zu sprechen: Die enorme Bedeutung der Gehirnentwicklung im Kindesalter. Wenn der Mensch in dieser Zeit nicht gewisse Strukturen aufbaut und permanent lernt (und genau das tun Babies und Kinder im Allgemeinen die ganze Zeit!), hat das schreckliche Konsequenzen. Was es dann für die Gehirnentwicklung bedeutet, ein Kind mit digitalen Medien zu berieseln, wird z.B. dann klar, wenn man sich vor Augen führt, wie bedeutungslos und arm die Wischbewegung ist, die wir auf iPad und Co machen, um an Inhalte zu gelangen. Wie vielfältig sind hingegen Bewegungen, die Kinder vollführen, wenn sie einen echten Gegenstand erkunden! Natürlich widmet sich Spitzer auch dem Thema Google. Der Generation der “Digital Natives” (alle, die nach dem Jahr 1980 geboren sind und damit von Anfang an mit den Errungenschaften des digitalen Zeitalters aufgewachsen sind) werden häufig besondere Fähigkeiten unterstellt. So wird zum Beispiel gerne behauptet, dass sie sich viel schneller im großen Wissensdschungel orientieren und blitzartig alle wichtigen Infos aus dem Netz besorgen könnten. Diese These dekonstruiert Spitzer ebenso schnell wie verlässlich, denn Studien belegen eindeutig, dass das Wissen, über das die “Generation Google” verfügt, kein echtes Wissen ist. Es wird viel zu oberflächlich abgespeichert, als dass es überhaupt möglich wäre, Inhalte wirklich zu durchdringen. Zudem geht damit auch die Kritikfähigkeit verloren. In der Beliebigkeit der bunten Netzwelt kann man ohne solides Vorwissen nicht unterscheiden ob etwas wichtig oder unwichtig ist - manchmal ist es sogar schwierig festzustellen, ob es sich überhaupt um die richtigen Informationen handelt. Berühmt ist schon die Verwechslung einer amerikanischen Schülergruppe, die ein Referat über das Land Georgien machen sollten und einen ausgefeilten Powerpoint-Vortrag über den US-Bundesstaat Georgia hielten.
Ebenfalls ein wichtiger Punkt, dem sich Spitzer widmet, ist das vielgepriesene Multitasking. Dass unser Gehirn dazu überhaupt nicht in der Lage ist, scheint viele Verfechter der These, Multitasking wäre eine besonders wünschenswerte Fähigkeit, gar nicht zu kümmern. Stattdessen plädieren sie dafür, dass man Multitasking trainieren solle - was aber nichts anderes bedeutet, als sich eine Aufmerksamkeitsstörung anzutrainieren.
Manfred Spitzer widmet sich vielen aktuellen Themen und er argumentiert leidenschaftlich und auf Basis zahlreicher Studien, die ihm Recht geben. Sowohl Vorträge als auch das Buch sind verständlich und didaktisch brillant. Für Eltern und Pädagogen eine Pflichtlektüre!
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