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Kundenrezension

am 21. September 2010
Erich Kästner erzählt in einem liebenswerten Stil von seiner Kindheit in Dresden. In seiner heilen Welt vor dem ersten Weltkrieg gab es noch keinen Fernseher, keine Computer und trotzdem war ihm nie langweilig. Mit ihm ist es möglich, in eine längst vergangene Zeit einzutauchen. Man lernt die Stadt Dresden und ihre Umgebung kennen. Schließlich ist noch heute sein vor über 50 Jahren entstandenes Buch Grundlage für eine ganz besondere Stadtführung durch die Dresdener Neustadt von der Königsbrückerstraße zum Albertplatz. Doch das sei nur am Rande erwähnt. Erich Kästner würde hier wieder einmal schreiben: "Aber das gehört jetzt nicht hierher."

Was gehört dann hierher? Das Leben seiner Eltern, die Gesellschaft um die Jahrhundertwende und die Sorge ums Überleben zum Beispiel. Hierzu schreibt er im zwölften Kapitel: "Das Leben ist nicht nur rosafarben und nicht nur schwarz, sondern bunt. Es gibt gute Menschen und böse Menschen, und die guten sind mitunter böse und die bösen manchmal gut. Wir können lachen und weinen, und zumal weinen wir, als könnten wir nie wieder lachen, oder wir lachen so herzlich, als hätten wir nie vorher geweint. Wir haben Glück und haben Unglück, und Glück im Unglück gibt es auch."

Kästner preist die Schönheit seiner Heimatstadt, die er zu der Zeit, als das Buch entstand, schon verloren glaubte. Heute hätte er sicher seine Freude daran, wie schön sie wieder geworden ist. Er musste sich an seine Erinnerung halten oder sich mit dem Lesen zufrieden geben, das er folgendermaßen beschreibt: "Wenn ein Kind lesen gelernt hat und gerne liest, entdeckt und erobert es eine zweite Welt, das Reich der Buchstaben. ... Aus Druckerschwärze entstehen Dinge, Menschen, Geister und Götter, die man sonst nicht sehen könnte. Wer noch nicht lesen kann, sieht nur, was greifbar vor seiner Nase liegt oder steht: den Vater, die Türklingel, den Laternenanzünder, das Fahrrad, den Blumenstrauß und, vom Fenster aus, vielleicht den Kirchturm. Wer lesen kann, sitzt über einem Buch und erblickt mit einem Male den Kilimandscharo oder Karl den Großen oder Huckleberry Finn im Gebüsch oder Zeus als Stier, und auf seinem Rücken reitet die schöne Europa. Wer lesen kann, hat ein zweites Paar Augen, und er muß nur aufpassen, daß er sich dabei das erste Paar nicht verdirbt."

Genauso, wie er es beschrieb, öffnet er uns die Augen für seine Kindheit in den Jahren 1907 bis 1914. Auch wenn ich anfangs Probleme hatte, in sein Buch hineinzukommen, bin ich nach der Lektüre vollends begeistert und kann es Erwachsenen mindestens so sehr ans Herz legen wie Kindern, die wissen wollen, wie ihre Ur- und Ururgroßeltern gelebt haben.
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