find Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Storyteller PrimeMusic AmazonMusicUnlimited Fußball longss17

Kundenrezension

am 2. Februar 2014
Was soll man zu einem unsterblichen Metal-Klassiker wie "Paranoid" im Jahre 2014 noch neues schreiben? Richtig, nichts. Und trotzdem macht es irrsinnig Spaß, dieses Album zu feiern, das so viele Musiker nachhaltig geprägt und beeinflusst hat. Also ab dafür!

Im September 1970, nicht einmal ein halbes Jahr nach Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debutalbums, erscheint bereits die zweite Black Sabbath-LP mit dem Titel "Paranoid". Ob Ozzy Osbourne (Gesang), Tony Iommi (Gitarre), Geezer Butler (Bass) und Bill Ward (Schlagzeug) von Beginn an wissen, was sie für einen Megakracher im Ärmel haben, darf bezweifelt werden. Fakt ist, dass "Paranoid" fast 44 Jahre später immer noch als die Blaupause sämtlicher nachfolgender Hartwurst-Scheiben gilt. Den Metal-Urknall haben sie am 13. Februar des selben Jahres (wie könnte es anders sein - ein Freitag!) höchstselbst in Gang gesetzt. Mit ihrem Zweitling geht es dann Schnurstracks in die Unsterblickeit.

Gerade einmal fünf Tage sind Black Sabbath für die Aufnahmen im Studio. Trotz Geldmangel und Zeitnot ist dabei ein Monument entstanden, dem heute sowohl Neueinsteiger als auch Alteingesessene frenetisch huldigen. Die acht Songs sind perfekt aufeinander abgestimmt und bieten alles, was sich der Hard'n'Heavy Fan wünscht - wüste, ungezügelte, rohe Power. Aus heutiger Sicht vielleicht etwas Blueslastig und noch nicht vollständig das, was man im 21. Jahrhundert unter "reinem" Metal versteht. Damals allerdings das Härteste und vor allem Düsterste was es gibt. Noch weit vor Led Zeppelin und Deep Purple.

Ursprünglich soll das Werk "Walpurgis" heißen. Gegen diesen Titel sträubt sich allerdings die Plattenfirma und man schreibt den Text der Nummer kurzerhand in "War Pigs" um. So wird aus einer okkulten Hexen-Vision plötzlich ein Anti-Kriegssong. Letztlich heißt das Album dann aber "Paranoid", um jeglichen politischen Bezug zu vermeiden.

Sobald das Eingangsriff von "War Pigs" aufschlägt, ist klar, was einen in den nächsten 42 Minuten erwartet. Es ist die Geburtsstunde des Doom, jener nihilistisch-fatalistischen Spielart des Metal, die später so viele Anhänger finden soll. Doch der Opener ist noch mehr als das. Die einfachen, aber unglaublich charismatischen Gesangslinien des 21-Jährigen Ozzy Osbourne fressen sich unauslöschbar ins Gehirn einer ganzen Generation und die vertrackte Rhythmus-Struktur des Stücks ist einfach nur genial. Hier zeigt sich virtuose Spielfreude gepaart mit dumpfer Brachialität - DAS Erfolgsrezept der frühen Black Sabbath. Es gab und gibt sicher technisch anspruchsvollere Bands. Eine ähnlich dichte und packende Atmosphäre vermag aber keine andere zu erzeugen. Vielleicht ist es die unbändige Wut auf das Leben, die die Arbeitersöhne aus dem trostlosten Aston, Birmingham zu derartigen Höhenflügen verleitet. Auf jeden Fall bleibt das achtminütige "War Pigs" für immer ihr wohl stärkstes und eindrucksvollstes Vermächtnis. Die Zeilen "Generals gathered in their masses - just like witches at black masses" gehören zur Grundbildung jedes Metal-Fans. Ein auch heute noch aktuelles, energisches Statement gegen den Krieg.

"Paranoid" mutet im Vergleich dazu recht einfältig an. Pumpendes Riff, psychopathischer Gesang, straight in your face. Nicht mal drei Minuten, die Geschichte schreiben sollen. Angeblich wird die Nummer in Windeseile im Studio geschrieben, um noch ein schnelles Stück im Petto zu haben. Es geht durch die Decke. Platz 1 in den deutschen Singlecharts und Platz 4 in England. Ab jetzt sind Sabbath internationale Topstars. Und "Paranoid" steht fortan in einer Reihe mit zu Tode gespielten, aber unsterblichen Rock-Evergreens wie "Smoke on the water", "Highway to hell" oder "Kashmir". Ein Jahrhundertwurf, den sie später nie wiederholen können, weil er einem nur einmal im Leben gelingt.

Nach dem krawalligen Einstieg setzt "Planet Caravan" einen unerwarteten Kontrapunkt. Begleitet von jazzigen Bongos singt Ozzy verwaschen durch einen Leslie von der Schönheit des Planeten und der Unendlichkeit des Universums. Ob Kiffer-Hymne oder nicht - hier zeigt sich die Vielseitigkeit der angeblichen Rüpel-Rocker. Eine tiefenentspannte, irgendwie magische Nummer. Findet 2013 auf dem Album "13" mit dem Lied "Zeitgeist" eine nicht minder gekonnte Neuauflage.

Mit "Iron Man" geht es anschließend wieder zurück auf die von Niederträchtigkeit gepeinigte Erde. Schwerfällig walzend entfaltet sich eines der bekanntesten Riffs der Rockgeschichte. Tausendfach gecovert und wohl der einzige "echte" Metal-Song der LP. Bei Livekonzerten bis heute unverzichtbar. Pure Perfektion.

Das mit Wah-Wah Effekten unterlegte "Electric Funeral" beschäftigt sich textlich mit der Angst vor den Folgen einer drohenden Atombombenkatastrophe. In Zeiten des kalten Krieges spricht das vielen Menschen aus der Seele. Optimismus geht anders, aber genau das macht ja den Charme der gesamten Platte aus. Hübscher Tempowechsel im Mittelpart. Nicht ganz so überragend wie die vier Titel davor, aber nichts desto trotz hochklassig.

Selbiges gilt für "Hands of doom". Als Rezept zur Bewältigung der nahenden Apokalypse wird hier die Einnahme gewisser Pillen genannt. Es ist kein Geheimnis, dass alle Bandmitglieder vor allem in den 70ern stark Drogenabhängig sind. Ein wiederkehrendes Thema in ihren Texten und 1978 schließlich der Grund für die Trennung dieser Besetzung.

Mit der holpernden Instrumental-Intermission "Rat Salad" darf der stets unterbewertete Schlagzeuger Bill Ward sein Können zeigen. Aus heutiger Sicht etwas altmodisch und trotzdem hörenswert.

Den Abschluss bildet anschließend die durchgeknallte Drogen-Fantasie "Fairies wear boots". Man kann sich bildlich vorstellen, wie der schon damals brotfertige Ozzy nach einer durchzechten Nacht beim Arzt aufschlägt und ihm irgendwas von Feen in Stiefeln erzählt, die mit Zwergen durch die Nacht tanzen. Groovender, hypnotischer Boogie über die Ausweglosigkeit der eigenen Situation. "Smokin' and trippin' is all that you do". Erstaunlich klare Sicht auf die individuellen Verfehlungen, zu denen jedoch keine Alternative aufgezeigt wird.

Das also ist es, jenes wegweisende Song-Konglomerat, mit dem Black Sabbath auf Ewig in Verbindung gebracht werden. Sie haben im Laufe ihrer Karriere einige ähnlich starke, wenn nicht sogar noch bessere Alben herausgebracht (u.a. "Heaven and hell", "The Mob rules", "Dehumanizer"). Erfolgreicher und Öffentlichkeitswirksamer war bis auf "13" aber kein anderes. Platz 1 in England, 2 in Deutschland und 12 in den USA, über die Jahre vier Millionen verkaufte Exemplare - die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Solch ein Erfolg ist Fluch und Segen zugleich. Ozzy, Tony, Geezer und Bill leben auch mit Mitte 60 noch von "War Pigs", "Paranoid", oder "Iron Man" und das vollkommen zurecht. Der Sound ist für damalige Verhältnisse erstaunlich heavy und transparent gehalten. Dass man auch mit einem Remaster dennoch keine Hochglanz Digitalproduktion erwarten kann, versteht sich von selbst und wäre den Songs auch nicht zuträglich. So wie sie sind, sind sie einmalig. Genau deshalb werden auch noch in hundert Jahren hell erstrahlen, denn wahre Kunst vergeht niemals. Erst recht nicht, wenn sie dermaßen unverfälscht und spontan aus den Erschaffern hervorbricht.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.

Bitte geben Sie mindestens ein Wort ein
Sie müssen mindestens einen Artikel von Amazon kaufen, um eine Rezension zu verfassen
Beim Absenden Ihres Kommentars ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Derzeit tritt ein Problem beim Laden der Kommentare auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.


Produktdetails

4,5 von 5 Sternen
76
4,5 von 5 Sternen
16,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime