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Kundenrezension

am 6. April 2002
"Think limbic!" ist der geniale Titel des Werks. Der Untertitel "Die Macht des Unbewußten verstehen und nutzen für Motivation, Marketing, Management" verlockte mich schließlich zum Kauf, ganz im Sinne der Kaufentscheidung aus dem limbischen System (Stimulanz!) heraus. Denn darum geht es in diesem Buch: "Der Thronsturz des Großhirns" (Titel des 2. Kapitels).
Der Autor legt in flüssig-flotter und damit lesbarer (verführerischer?) Schreibe dar, warum wir Porsche kaufen, katholisch sind und warum innovative Maßnahmen in traditionellen Unternehmen, die Marktanteile verlieren, für die Katz sind ("Die Ratten, die am besten schwimmen können, verlassen das sinkende Schiff als erstes"). Das ist interessant. Oder zumindest interessant verpackt. Denn so ganz neu ist weder zentrale Botschaft (Der Verbraucher glaubt an rationale Gründe für seine Kaufentscheidungen, während er eigentlich tieferen, "unbewußten" Kräften ausgeliefert ist) noch die Schlußfolgerung: "Machts wie die katholische Kirche: Sprecht gezielt die älteren tieferen Hirnschichten an, um Euer Zeug loszuwerden." Ich erinnere an den alten Buchtitel: "Die geheimen Verführer" aus den 70ern, in dem ähnliche Kernbotschaften schon publiziert wurden. Damals allerdings - zeitgeistgemäß - mit kritischem Unterton dem hemmungslosen Konsum gegenüber, wertend eben, wie es zur Zeit gar nicht trendy ist.
Nun ja, wenigstens die Fakten stimmen: Der Aufbau des Hirns in seinen drei Hauptabteilungen wird recht launig mit Graphiken eingängig gemacht. Und von wo aus wir wirklich gesteuert werden, ist ja auch wichtig zu wissen...
Leider stimmen diese Fakten zumindest nicht mit der gängigen Nomenklatur überein: Herr Häusel spricht vom limbischen System und postuliert, es würde "umgangssprachlich auch Reptilienhirn genannt" (S. 42), was falsch ist. Das limbische Hirn wird etablierterweise auch "Säugerhirn" genannt und ist, so der derzeitige Forschungsstand, für die Verarbeitung von Gefühlen zuständig. Gefühle sind allerdings wesentlich vielfältiger als die heilige Trinität des Herrn Häusel: Balance, Dominanz, Stimulanz. Was jeder Mensch bestätigen kann, der schon einmal getrauert hat oder albern war.
Was Herr Häusel meint, sind die Angelegenheiten eines Hirnteils, der noch ein Stockwerk tiefer regiert: Ein Teil des Stammhirns, in dem sog. Basisreflexe, wie Flucht, Angriff, Totstellen für unser schlichtes Überleben sorgen. Wo Basisfaktoren wie Wärme, Essen, Trinken, Sex und ein sicheres Revier gedeckt sein wollen. Dies allerdings ist die Reptilienabteilung.
"Limbisch" hört sich irgendwie gut an (Assoziation zu Labyrinth?) - und dann noch ganz opportun auf englisch: Limbic! Die Reduzierung menschlicher Motivation auf einen Drei-Komponenten-Kleber kommt dem zeitgeistgemäßen Bedürfnis nach Modellen entgegen, die wegen der Reduzierung auf ganz wenige Aspekte auch dem unkompliziertesten Denker das Gefühl von Durchblick geben (ein durchaus stammhirnbedingtes Bedürfnis!) - also pfeifen wir auf die offizielle Begriffsgebung und machen einen Seller!
Daß jeder Mensch absolut einzigartige Verknüpfungen, ein einmaliges "Straßennetz" von Hirn zu Hirn zu Hirn hat, die ganz getreu der Eindrücke der ersten Lebensjahre angelegt sind und später noch unglaublich erweitert und verändert werden können, wird von Herrn Häusel bequemerweise nicht weiter breitgeredet. Es könnte potentielle Auftraggeber (Herr Häusel betreibt eine Unternehmensberatung) unnötig verwirren.
Die Krönung des Buches ist die schlichte Feststellung, daß die bisherige Motivationsforschung im Sinne von Maslow falsch sei.
Wer Säuger und Reptilien auf diese muntere, unbefangene Art gleichsetzt, gibt allerdings Herrn Maslow doch das gute Gefühl, gerächt zu sein.
Weil aber auch viel Wahres drinsteht, gebe ich drei Sterne.
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