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Customer Review

on October 6, 2005
War Schindler's Liste" d a s Holocaust-Drama der 90er, so ist es Der Pianist" wohl in diesem Jahrzehnt, und beruht ebenfalls auf einer wahren Begebenheit. Auch diesmal hat sich kein Unbekannter an das heikle Thema herangewagt: Roman Polanski ist nicht nur ein renommierter Regisseur - er ist vor allem selbst gebürtiger Pole, und hat als kleiner Junge praktisch seine gesamte Familie im KZ verloren. Durch den persönlichen Bezug geht der Film noch mehr unter die Haut, obwohl (oder gerade weil) Polanski es vermeidet zu urteilen, und auch sein wunderbarer Hauptdarsteller (Oscar-Gewinner Adrien Brody) den polnisch-jüdischen Pianisten Wladislaw Szpilman als zurückhaltenden, stillen Charakter anlegt.

Dass Der Pianist" sich im Unterschied zu Schindler's Liste" auf ein Einzelschicksal konzentriert, lässt einen noch unmittelbarer an der Geschichte teilhaben und die Auswirkungen der Nazi-Greuel auf eine Person nachvollziehen. Was den Film ausserdem auf den ersten Blick von Steven Spielberg's Drama unterscheidet, ist die Photographie. Während Schindler's Liste" in Schwarzweiss gehalten ist und stark an Dokumentar-Material aus dieser Zeit erinnert, hat Pawel Edelman für diesen Film wunderschöne satte Brauntöne mit einem Hauch von Sepia - die Farbe alter verblichener Fotos, die Farbe der Vergangenheit - gewählt.

Der Zeitrahmen erstreckt sich in Stationen über die gesamte Dauer des 2. Weltkrieges am Schauplatz Warschau. Die allmähliche Diskriminierung der Juden, die Errichtung des Warschauer Ghettos, die sadistische Willkür deutscher Soldaten, und schliesslich die Deportation ins KZ werden so gezeigt, wie sie wohl aus dem Blickwinkel eines Einzelnen oder einer Familie erscheinen mussten. Anfangs glaubt man noch an Schikane, doch dieser Glaube weicht allmählich dem stillen Entsetzen und der Gewissheit, dass es Hitler um die Auslöschung des gesamten Volkes ging.

Der hagere Adrien Brody entwischt den Nazis ein ums andere Mal, und doch bestätigt es jedes Mal nur eines: die unerträgliche Isolation eines Menschen auf der Flucht, und seine Abhängigkeit vom Goodwill anderer Leute. Ein gutes Drittel des Films verbringt man schliesslich mit dem Protagonisten alleine: verschanzt in irgendwelchen Kellern, eingesperrt in leerstehende Wohnungen, durch die verlassene und zerbombte Geisterstadt Warschau irrend - hungernd, frierend, an Gelbsucht erkrankt, einen Hörsturz erleidend. Wir erleben seine Verwandlung von einem sanftmütigen & zurückhaltenden Menschen in ein ausgemergeltes, gepeinigtes Wrack, dessen grösstes Ziel das Öffnen einer Konservenbüchse ist, welche er wie einen Goldschatz hütet.

Fazit: Durch die Holocaust-Thematik sowieso ein Pflichtfilm, und ein sehr guter noch dazu.
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