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Kundenrezension

114 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Berechtigte Botschaft, intellektuelle Tiefgarage., 12. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: GESUNDGEVÖGELT. Jeder redet über Sex. nur nicht über den eigenen... (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin, gelernte Ökotrophologin und Ernährungsberaterin, präsentiert in diesem Buch ein heiteres Potpourri aus eigenen sexuellen Erfahrungen, bunten Interviews, Esoterik, Plattitüden und Kulturklischees sowie Werbung für ihr sympathische Unternehmen/r, darunter eine Nacktputzagentur und eine Veranstalterin von Dildoverkaufsparties.

Unbestreitbar ist, dass einige der dargebotenen Informationen durchaus einmal notiert werden mussten. Wertvoll das Zitat einer Hobby-Prostituierten, S. 73: "Was ich in meinem Job gelernt habe ist, jeden zu lieben. Ich mache mein Herz auf. (...) Wenn Du jeden liebst, kannst Du auch mit jedem Liebe machen. Dann ist es egal, wie der aussieht, wie groß er ist, ob er dick oder schlank ist. Wenn du jemandem wirklich ohne Vorurteil begegnest, Dein Herz öffnest und jeden so nimmst, wie er ist (...)." An einigen Stellen aufschlussreich auch Kapitel 8, "naturgebumst", über Sex in unserer Gesellschaft im Vergleich zu nicht-westlichen Gesellschaftsformen. Recht hilfreich auch Kapitel 9, "Raus aus dem Kopfkino", das von Pamela Behnke geschrieben wurde, zum Thema "Du, sag mal, das fühlt sich gerade an, als machst Du Selbstbefriedigung mit meinem Körper" - Selbstwahrnehmung und Achtsamkeit für Anfänger.

Die wenigen wertvollen Einsprengsel und die generelle Botschaft, dass das Volk zu seinem eigenen Wohl endlich einmal seine Verklemmung aufgeben möge, damit wir alle einfach in Frieden und Freude zusammen leben können (ganz meine Meinung), ändern dann aber doch nichts daran, dass Autorin und Lektorat (wenn der HORIZON Medienverlag denn ein solches hat, welches entweder zu bezweifeln, oder eben an diesem Buch verzweifelt ist) wirklich einiges unternommen haben, den halbwegs gebildeten und aufgeklärten Leser vor den Kopf zu stoßen.

Krassester Fehler, S. 64, im Kontext von "Selbstverliebtheit" und "Egomanie": "Der Gedanke: Ich muss mich erstmal selbst lieben, hat einen fundamentalen Denkfehler!" - Eben nicht! Wer sich nicht zuerst selbst lieben kann, der kann auch niemand anderen lieben. Nur: Selbstverliebtheit ist etwas ganz anderes als Selbstliebe. Das hat Erich Fromm schon 1956 in Die Kunst des Liebens dargestellt und dort seinerseits Meister Eckhart zitiert (S.77): "Hast du dich selbst lieb, so hast du alle Menschen lieb wie dich selbst. (...) So steht es recht mit einem solchen Menschen, der sich selbst liebhat und alle Menschen so lieb [!] wie sich selbst [!], und mit dem ist es gar recht bestellt". Der Unterschied zwischen Selbstliebe und Egozentrik/Narzissmus/Selbstverliebtheit, zwischen gesundem und mangelhaftem Selbstwert, ist der Autorin also völlig unbekannt. Das ist wirklich ziemlich arm.

Den Rest des Buches durchziehen formidable Weisheiten wie "Orgasmus und Extase. Jeder Mensch hat einen inneren Magnetismus. Einen positiven und einen negativen Pol. Das ist die Quelle unserer höheren orgasmischen Erfahrungen." (Infokasten S. 97), oder auch "Sex ist Frauensache. Männer haben davon keine Ahnung!" (Kapitel 12, Überschrift. Natürlich, denn _alle_ Männer haben _ausnahmslos_ keine Ahnung von Gefühlen, Sinnlichkeit und Kommunikation, und _niemand_ kann es ihnen beibringen...)

Das Buch entbehrt ferner jeder inneren Struktur, die Kapitel wurden scheinbar wahllos aneinandergereiht und werden ihrerseits nur mühsam durch ihre Überschriften zusammengehalten. Kommen die Inhalte anfangs noch wie mäßig recherchierte Einspieler im Frühstücksfernsehen daher, merkt man späteren Kapiteln an, dass sie dafür geschrieben wurden, Seiten zu füllen - damit der Leser im Buchladen auch ordentlich was in die Hand nehmen kann. In die andere, meine ich.

Meine persönliche Meinung: Dieses Buch schadet eher, als dass es hilft. Aufklärung tut not, aber nicht nur über Vögeln, sondern auch über Lieben. Wären der Autorin Erich Fromms Werke bekannt gewesen, sie hätte es vielleicht nie geschrieben - und das wäre besser gewesen. Denn was neu ist, nimmt manchmal eben einfach nur Aufmerksamkeit von den Dingen, die wirklich wichtig sind. Und was alt ist, ist nicht deswegen schlechter, weil es keiner verstanden hat.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.08.2013 15:05:42 GMT+02:00
M. Fritsch stimme ich insofern voll und ganz zu, als er aus seiner wissenden Warte eine zutreffende Rezension schrieb, die Menschen verstehen, die sich mit dem Thema Selbst-Liebe ernsthaft bereits auseinandergesetzt haben. Ich frug mich während und nach dem LEsen ("uff, ich hab's g'schafft"), wie das Buch auf Menschen(!ein-)wirkt, die sich über sich selber nicht im Klaren sind - also die Mehrheit der LeserInnen, die sich auf "dem Weg" befinden und dieses Buch DESHALB erstanden haben. Da mag die AUtorin durchaus den einen und anderen Anstoß gegeben haben - indes: es bleibt die grundsätzliche Niveau-Frage bis ans Ende des Buches und der dabei angestellten Überlegungen bestehen . . . . und die Antwort auch: zu oberflächlich, zu sehr Zeitgeist, zu wenig Ernsthaftigkeit, zu wenig fundiertes Grundlagenwissen um einen erheblichen didaktischen Wert des Buches bescheinigen zu können. Wollte sie das aber in ihrer tatsächlichen Motivation auch ? oder nur ein bischen mitmischen beim Thema-tingeln. Ich kann eben nicht mehr ausgeben, neudeutsch "liefern" als ich drin habe, neudeutsch "draufhabe". Das ist das Manko dieses Buches
meint
Richard Barabasch
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