flip flip flip Hier klicken Jetzt informieren Summer Deal Cloud Drive Photos Learn More HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicAlexa AmazonMusicUnlimited BundesligaLive

Kundenrezension

am 13. September 2012
Die Begriffe „Altruismus“ und „altruistisch“ werden normalerweise im Sinne von Selbstlosigkeit, bzw. Uneigennützigkeit verwendet. Der philosophische Gebrauch kann davon allerdings abweichen, und das auf sehr verschiedene Weise: Die Erklärungen reichen von rationaler Kostenkalkulation (Auguste Comte), natürlicher Sympathie (Theodor Lipps) bis hin zu vererbtem Instinkt (Georg Simmel) – von der Verschiedenheit der mit diesem Phänomen jeweils verbundenen Ziele (materieller Gewinn, Selbstzufriedenheit, Selektionsvorteil) ganz zu schweigen. Ferner legt es der Begriff Altruismus nahe, von einer irrationalen Selbstaufgabe des Ichs auszugehen, die vielleicht ein schönes buddhistisches Ziel, aber natürlich keine tragfähige Methode sozialer Vernünftigkeit sein kann.

Eine Ausnahme unter den philosophischen Altruismus-Theoretikern stellt wohl Thomas Nagel dar, der es sogar als eine Bedingung der Rationalität erachtet, altruistische Handlungsgründe anzuerkennen. Altruismus bedeutet für Nagel natürlich keine demütige Selbstaufopferung, sondern lediglich die Bereitschaft, andere als Personen anzuerkennen und infolgedessen beim Handeln die Interessen anderer Personen zu berücksichtigen, ohne dazu durch eigenorientierte Hintergedanken motiviert zu werden. So verstanden ist jede Handlung, die durch die Überzeugung motiviert ist, dass jemand anders davon profitiert oder Schaden von ihm abgewendet wird, altruistisch.

Diese Art von rationalem Altruismus, Rücksichtnahme auf die Interessen der Mitmenschen, bleibt jedoch noch weit unterhalb dessen, was etwa mit sozialer Verantwortung angesteuert wird. Nagels Feststellung, „daß Altruismus und Moral möglich sind – und zwar vermöge einer fundamentalen Anlage der menschlichen Natur – bedeutet nicht etwa, daß die Menschen im Grunde immer schon gut sind“ (202). Sein Argumentationsgang durch menschliche Motivationen (Teil I), Klugheit und subjektive Gründe (Teil II) sowie Intuitionen und objektive Gründe (Teil III) versucht nur „zu erklären, warum uns moralische Rechtfertigungen typischerweise zu überzeugen vermögen“ (198). Es geht also mehr um moralische Motivationen als um Moral selbst. Ein ebenso kluges wie tiefsinniges Buch!

Dr. Ulrich Müller (Berlin)
7 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.


Produktdetails

4,0 von 5 Sternen
1
19,80 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime