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Kundenrezension

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum Leben gehört der Tod, zur Unsterblichkeit die Seele., 23. August 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Von der Unsterblichkeit der Seele (Gebundene Ausgabe)
"Wie seltsam, ihr Männer, scheint doch das zu sein, was die Menschen als angenehm bezeichnen, und wie
merkwürdig sind seine Beziehungen zum Unangenehmen, das man doch für das Gegenteil hält. Zwar wollen sich
beide beim Menschen nie gleichzeitig einstellen; wenn aber jemand dem einen nachjagt und erreicht, so ist
er fast gezwungen, auch das andere in Kauf zu nehmen, als ob die beiden am oberen Ende zusammengebunden wären."
(Platon)

Apologie, Kriton, Phaidon ist die Reihenfolge Platons in der Erkenntnis von Seele in den Zusammenhängen von Eros und Unsterblichkeit. Wurde noch in der Apologie gezeigt, wie Verteidigungsreden Sokrates aufgebaut werden, erwartet Sokrates im Phaidon den Schierlingsbecher nach der Verurteilung zum Tode in der Apologie. Seine Freunde, auch Kriton, versammelten sich im Gefängnis zum Abschied. Im Gesprächsrahmen von Phaidon und Echekrates sprechen diese beiden über den Tod Sokrates. Aus diesem Rahmen verzweigt Platon in das Zentralgespräch, nämlich die Vorbereitung zum Tode des Sokrates, eben von "Unsterblichkeit der Seele".

Sokrates kennt keine Furcht vor dem Tod. Im Gegenteil, er freut sich darauf, weil der Tod ein Befreier ist, dergestalt, dass seine Seele aus dem Gefängnis des Körpers nach dem Vorbild des orphisch-pythagoreischem Gedankens befreit wird. So beginnt seine Beweisführung über die Unsterblichkeit der Seele, die trotz aller Redekunst von seinen Freunden, insbesondere Kriton, angezweifelt werden. So legt Sokrates mehrere Beweisführungen vor.

Er beginnt mit der Behauptung und dessen Ableitung von der (1) Präexistenz der Seele, die somit vor der Geburt bereits existiert und somit nach dem Tode weiterlebt. Das Phänomen der (2) Wiedererinnerung (anamnesis) zwingt zur Voraussetzung, dass der Mensch bereits ein Wissen von Begriffen und Gestalten hat, die es ihm ermöglicht in der Kombination von (1) sich in der Vielheit der Erscheinungen auch auf die Sehweise der Gleichheit zu konzentrieren, da die Seele gerade wegen ihrer Präexistenz Gleichheit kennengelernt hat. Die Fragen der Freunde, dass gerade wegen der Präexistenz das Weiterleben der Seele als zwingend angesehen werden muss, bejaht Sokrates, da die Seele sich mit dem Unsichtbaren, Beständigen, Ewigen befasse, der Körper hingegen beziehe sich nur auf die vergehende Welt. In dieser Unterscheidung liegt es nahe, dass beiden ein unterschiedliches Schicksal bevorsteht. Geht die Seele in die Ewigkeit, der Körper in die Vergänglichkeit, ist allerdings die Seele des Philosophen als absolut rein zu betrachten. Damit geht die philosophische Seele hinüber ins Göttliche. Seelen in den Körpern von Menschen, die nur gemäß ihrer Begierde lebten, werden zurück in die Körper von Tieren gehen.

Sokrates führt weiter aus, das (3) Wahrheit nur im Denken liege und nicht in sinnlicher Erfahrung. Dieses Argument der Unsterblichkeit führt den Gedanken der Wiedererinnerung (2) fort, da die Eigenschaften von Dingen nur auf Grund der Teilhabe an einer übergeordneten Idee vorhanden sind. Etwas Schönes ist schön, weil es der Idee des Schönen entspricht.

Als letztes Argument bringt Sokrates die Aussage, dass (4) die Seele eine ausschließliche Verbindung zum Leben habe, dieses unumstößlich betrachtet und damit der Seele unterstellt, niemals eine Verbindung mit dem Tod eingehen zu können. Dieser platonische Dialog schließt mit dem Bericht über die letzten Stunden des Sokrates.

Sokrates stellt sich als abgeklärter Rationalist dar, seine vorgetragenen ethischen Postulate hat er verinnerlicht, selbst auf dem Wege in den Tod. Sein Gedanke über den Vorrang des Geistes über den Körper trägt er mit stoischer Bestimmtheit vor, seine Unbeirrbarkeit, begonnen in der Apologie, im Kriton und hier im Angesichts des Todes, zeigt sein vehementes Wollen, Recht zu behalten.

Dass seine Überlegungen nicht von intimer Überzeugung sein können, lassen die vier Beweisführungen vermuten. Wäre der abgeklärte Sokrates der festen und logischen Überzeugung, hätte EIN Argument, vorgetragen in seiner üblichen Dreischritt-Methode, gereicht. Dass er behauptet, sich in dem Sinne der reinen und philosophischen Seele direkt zu den Göttern zugehörig zu fühlen, hätte nicht zum letzen Satz zu Krition führen dürfen. "Mein Kriton, wir müssen dem Asklepios einen Hahn opfern." Hier zeigt Sokrates deutlich, dass er von dieser Welt ist und nicht sein Denken ihm im Sinne des Geistes eine Unsterblichkeit der Seele aufzeigen kann. Es bedarf der Opfergabe an einen Gott. Dennoch ist mit dieser Haltung eine Modellgestalt des Griechentums etabliert.

Das Titelbild des Buches zeigt Platon und Aristoteles als Ausschnitt des Bildes von Raphael. Es ist der Mittelpunkt der "Philosophenschule von Athen". Platon trägt seinen Timaios unter dem Arm, Aristoteles seine Ethik.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.08.2009 09:35:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.08.2009 09:40:46 GMT+02:00
kpoac meint:
Ein schöne Zeile aus dem Gedicht "A PSALM OF LIFE" von Henry Wadsworth Longfellow, 1838 spiegelt den Platonischen Gedanken:

TELL me not, in mournful numbers,
Life is but an empty dream ! -
For the soul is dead that slumbers,
And things are not what they seem.

Life is real ! Life is earnest!
And the grave is not its goal ;
Dust thou art, to dust returnest,
Was not spoken of the soul.

Gerade die Ungewißheit Platons, ausgedrückt in diesem Satz: "Zu versichern nun, dass dies genau so sei, wie ich es dargestellt habe, dazu wird sich allerdings ein vernünftiger Mann nicht entschließen; dass es jedoch, sei es nun diese oder eine ähnliche Bewandtnis haben muss mit unsern Seelen und ihren Wohnungen, wenn doch die Seele offenbar etwas Unsterbliches ist, dies, dünkt mich, zieme sich gar wohl und es lohne sich auch, es darauf zu wagen, dass man glaube, es verhalte sich so", begründet das Wagnis Blaise Pascals zu seiner Wette, wie ich bei "Jürgens Bücher" auch anmerkte.
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